Gastbeitrag: Black Lives Matter – Medien als Spiegel unserer Gesellschaft

Vielen Dank an die Black Community Foundation NBG, die diesen Gastbeitrag zu unserem Monatsflyer im August beigesteuert hat. Wir freuen uns Vertreter*innen des Kollektivs am 20. August als Moderator*innen des Kurzfilmprogramms ‚Black Life‘ im Casa begrüßen zu dürfen!

Wir sind das Kollektiv „Black Community Foundation NBG“, das durch die Organisation der Black-Lives-Matter-Demos in Franken entstanden ist und nun eine intersektionale Organisation aufbaut. Wir finden, dass es für alle an der Zeit ist, aktiv gegen Rassismus vorzugehen.

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Silent Demo am 6.6.20 (Foto: Darun Hamid)

Kolonialrassistische Denk- und Handlungsmuster verwurzelten sich seit Jahrhunderten in Deutschland und prägen heute noch unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung von Gesellschaften und Kulturen. Das spiegeln auch heutige Medien, insbesondere der Film, wider.
Ein wiederkehrendes Motiv ist der „White Savior Complex“: Ein weißer Gutmensch rettet die hilflosen, rassifizier- ten Anderen und gewinnt den Kampf gegen Rassismus, der als Kampf guter Weißer gegen schlechte Weiße dargestellt wird.
Zum Beispiel rettet im Film ‚The Help‘ eine weiße Protagonistin schwarze Menschen, die sich selbst nicht helfen können, da sie schwächer und minderwertiger als die Protagonistin sind. Solche Filme stellen sich nicht aktiv aktuellem oder historischem Rassismus. Stattdessen wird eine Geschichte erzählt, die weiße Menschen als Held*in- nen darstellt, obwohl diese Zuschauer*innen oder sogar Täter*innen der Unterdrückung waren.
Nicht umsonst hat Ablene Cooper – eine der schwarzen Frauen von denen die Verfilmung des Buches ‚The Help‘ handelt – die Autorin des Buches für falsches und beleidigendes Storytelling verklagt.
Die Verharmlosung von Rassismus durch weiße Ret- ter*innen ist realitätsfern und verhindert selbstkritisches Denken. Auch wenn die Intention vieler Filmemacher*innen und Filmeschauer*innen vermeintlich positiv ist. Filme wie ‚The Help‘, ‚Green Book‘, ‚Gran Turino‘, ‚Hidden Figures‘ und ‚La La Land‘ sind nur einige Beispiele für den „White Savior Complex“ im zeitgenössischen Film. Anti-rassistische Filme sind hingegen ‚BlacKkKlansman‘, ‚Moonlight‘, ‚Selma‘, ‚Get Out‘, ‚13th‘, ‚Just Mercy’ uvm.

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Silent Demo am 6.6.20 (Foto: Darun Hamid)

Niemand wird als Rassist*in geboren. Anti-rassistisches Denken ist ein lebenslanger Prozess, der für eine bessere Zukunft, in der jeder Mensch frei ist, essenziell ist.
Wir sind das Kollektiv „Black Community Foundation NBG“, das durch die Organisation der Black-Live-Matter- Demos in Franken entstanden ist und nun eine intersektio- nale Organisation aufbaut. Wir finden, dass es für alle an der Zeit ist aktiv gegen Rassismus vorzugehen.

Für mehr anti-rassistisches Wissen schaut hier vorbei:
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