Kino leuchtet. Für Dich.

GrafikDas Casablanca ist bei der bundesweiten Aktion dabei!
Am Sonntag, 28. Februar beleuchten wir ab 19 Uhr unsere Fassade. Kommt in die Südstadt (natürlich immer schön mit Abstand) und macht Fotos, die Ihr dann in den sozialen Medien teilt: Unter dem Hashtag #kinoliebe wollen wir ein Zeichen setzen, damit die Kulturorte nicht vergessen werden.

Für die Kinos sind es harte Zeiten. Im vergangenen Jahr durften sie nur in 7 Monaten öffnen, teilweise mit deutlichen Einschränkungen. Die Besucherzahlen brachen um bis zu 70 Prozent ein.
Auch wenn diverse Hilfsprogramme dafür sorgen, dass die meisten der Filmtheater überleben werden, wandelt sich gleichzeitig der Markt: Streaming-Anbieter gewinnen an Bedeutung, andere Teile der Branche wie Produktionsfirmen, Verleiher und Dienstleister geraten durch die Krise massiv unter Druck.

Die aktuellen Corona-Inzidenzzahlen geben wenig Anlass für Hoffnung auf eine baldige Normalisierung.
Daher veranstalten am kommenden Sonntag, 28. Februar Kinos in ganz Deutschland einen Aktionstag, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und strahlen ihre Gebäude an: „Kino leuchtet. Für Dich.“
Die Idee: Die Kinos sollen sichtbar sein – und auch wenn ihre Fans aktuell nicht in die Säle dürfen, können sie doch Bilder der Gebäude machen und mit dem Hashtag #kinoliebe in den sozialen Medien teilen.

Ab 19 Uhr wird die Fassade des Casablanca hell erleuchtet. Mitarbeiter/innen und Ehrenamtliche des Vereins werden vor Ort sein, natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln.
Auch andere Kinos in Nürnberg und der Region beteiligen sich, so das Mobile Kino Nürnberg und die Kinos der Familie Weber.

Am Vorabend der für die Fachwelt virtuell stattfindenen Berlinale lenken die Kinos damit den Blick auf die immer noch geschlossenen Kulturorte und appellieren an die Politik nach vier Monaten eine transparente, evidenzbasierte und verlässliche Wiedereröffnungsperspektive zu erhalten. Bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz am kommenden Mittwoch muss es darum gehen, dass Kinos als Kultureinrichtungen einen vernünftigen Platz in einem Stufenplan bekommen. Aktuelle Studien wie z.B. der TU Berlin zeigen, dass Kinos mit erprobten Hygienekonzepten sehr sichere Orte sind.

Und die Rückmeldungen der Kinogäste zeigen täglich, dass Kino mehr ist als ein Freizeitvergnügen: Für viele Menschen ist das gemeinsame Sehen von Filmen an einem öffentlichen Ort weit mehr als das – eine Passion, ein Ort zum Abschalten, für viele sogar ein Lebensinhalt.

„Die Filmtheater wollen ihren Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten”, erklärt der Vorsitzende der AG Kino/Gilde Christian Bräuer. “Gemeinsam Kultur zu erleben, ohne sich zu nahe zu kommen, ist ein solcher Beitrag. Wir sind bereit unsere Türen zu öffnen und das kulturelle Leben in der Nachbarschaft mit tollen Filmen und vielfältigen Programmen wieder zu bereichern. Die Politik hat es jetzt in der Hand, gemeinsam mit den Kulturorten mit einer weitsichtigen Öffnungsstrategie ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.”

Beim Aktionstag geht es auch darum, den zahllosen Unterstützerinnen und Unterstützern zu danken, die dafür sorgen, dass das Casablanca aktuell nicht ums Überleben kämpfen muss.
Der Verein Casa e.V., der das Kino betreibt, hat in den Krisenmonaten mehr neue Mitglieder gewonnen als jemals zuvor – ihre Zahl ist auf fast 1400 angewachsen.
Zahlreiche Spenden und Gutscheinverkäufe sichern neben den erheblichen staatlichen Hilfen und großzügigen Mietreduzierungen das Bestehen des Kinos.
Der Vorsitzende des Vereins, Gerhard „Black“ Schwarz, stellt fest: „Die Solidarität unserer Freunde und Mitglieder ist unglaublich. Das Kino ist 125 Jahre geworden, das Casablanca wird im Herbst 45, unser Kino mit Courage wird 12 Jahre alt – und ich bin zuversichtlich, dass noch viele folgen werden.“

Hinter den Kulissen nutzt das Team des Casablanca die Schließungszeit für Renovierungen und Verbesserungen.
„Sobald es wieder möglich ist, sind wir zurück – auch wenn die Kino-Welt sich bis dahin ändern wird. Noch mehr als früher wird es notwendig sein, nicht nur Filme zu zeigen, sondern ein kleines Haus wie das Casablanca zu einem besonderen Ort mit einzigartiger Atmosphäre zu machen“, so Theaterleiter Matthias Damm.

Um das sicherzustellen, wurden und werden aktuell zahlreiche kleine und größere Verbesserungen durchgeführt.
So wurden in allen Sälen Klimaanlagen eingebaut, um auch im Sommer einen angenehmen Filmgenuss zu ermöglichen.
Alle Türen zu den Sälen werden durch Schallschutztüren ausgetauscht und auch ein Teil der Kinotechnik wird erneuert.
Eine mobile Bühne erweitert das Spektrum an Veranstaltungen, neue Mikrofontechnik verbessert die Qualität bei Filmgesprächen und Diskussionen.

Dazu kommen zahlreiche Verbesserungen im Foyer und Außenbereich: Der alte Kassentresen wurde restauriert. Im Außenbereich lädt ein eleganter Bar-Tresen auf ein Getränk nach dem Film ein, dazu kommen neue Tische und Stühle – alles in warmer Holz-Optik. Zahlreiche Details wurden verschönert, oft mit tatkräftiger Hilfe der Minijobber/innen des Casablanca, die damit die Möglichkeit haben, die teilweise Weiterbezahlung aufzustocken, die der Verein ihnen freiwillig anbietet.

Ermöglicht werden diese Investitionen durch das „Zukunftsprogramm Kino“ der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), das allen Kinos offen steht, die mit Programmpreisen auf Bundes- oder Landesebene ausgezeichnet wurden. Die Förderquote wurde während der Corona-Pandemie von 40 auf 80 Prozent der Investitionen angehoben. Insgesamt investiert das Casablanca 2020 und 2021 einen sechsstelligen Betrag, wobei der Eigenanteil aufgebracht werden konnte, ohne aktuelle Unterstützungen oder Spenden verwenden zu müssen.

„Wir haben lange für eine Unterstützung der Bundesregierung zur Verbesserung der kleinen Kinos gekämpft, die mit ihrem aufwändig kuratierten Programm Vielfalt bieten“, so Theaterleiter Matthias Damm. „Auch wenn es ein schwacher Trost ist: Immerhin können wir die Schließung des Casablanca dafür nutzen, es so schön und komfortabel zu machen wie noch nie. Ich bin mir sicher, dass wir nach dem Ende der Pandemie an das Jahr 2019 anschließen können, das bisher unser Rekordjahr war.“

Und so sah unsere Fassade aus – vielen Dank an die Kolleg/innen vom Mobilen Kino für die Lichttechnik!