Monat: April 2020

Mediatheken-Tipp: Drinnen

Hier noch ein Spezial-Tipp für ein Format, das nichts mit Kino zu tun hat – aber dennoch viel mit dem, was wir im Casa machen, ein kleines, günstig hergestelltes, wahnsinnig schnell produziertes Format bei ZDF neu: Die Mini-Serie „Drinnen“.

Lavinia Wilson spielt Charlotte, die in einer Werbeagentur arbeitet und ihre Tage wie viele von uns gerade zu Hause vor dem Rechner verbringt, in Videokonferenzen, Chats und Telefonaten mit ihrer Agentur, ihren Eltern, ihrem Noch-Mann und ihrer durchgeknallten Schwester. Was diese Serie so toll macht: Man sieht ihr an, dass sie nicht teuer war – aber das macht überhaupt nichts. Sie ist immer auf den Punkt, wirklich witzig, und sie soll bitte für alle Zeiten als Vorbild dafür dienen, wie man digitales Geschehen, wie man das, was sich auf einem Monitor abspielt, passend und nicht-peinlich in eine Spielhandlung einbaut. Hier gibts Skype-Fenster, die aussehen wie Skype-Fenster, hier gibts keine peinlichen nachgebauten Dialoge mit Monster-Schrift, hier hat man das Gefühl, dass jemand einfach weiß, wie digitale Kommunikation funktioniert.

15 kurze Folgen mit je 10 Minuten – wunderbare Quickies für zwischendurch!

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 30. April bis 6. Mai 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

 

Die Kultfilme der Woche

 

Donnerstag, 30.4. 2020, 12.30 Uhr, MDR
Die Kinder des Monsieur Matthieu
von Christophe Barratier, Frankreich 2004

Freitag, 1. 5.2020, 0.40 Uhr (d.h. Samstag), Pro Sieben
Shining
von Stanley Kubrick, USA 1980

Freitag, 1.5.2020, 22.20 Uhr, Kabel 1
Die Truman Show
von Peter Weir, USA 1998

Samstag, 2.5.2020, 20.15 Uhr, ZDF Neo
The Big Lebowski
von Joel und Ethan Coen, USA 1998

 

James-Bond-Filme

 

Donnerstag, 30.4.2020, 22.05 Uhr, Vox
Der Spion, der mich liebte
von Lewis Gilbert, Großbritannien 1977

Dienstag, 5.5.2020, 20.15 Uhr, Nitro
Leben und Sterben lassen
von Guy Hamilton, Großbritannien 1973

 

Unsere speziellen Film-Tipps:

 

Freitag, 1.5.2020, 20.15 Uhr, Pro7 Maxx
Die rote Schildkröte
von Michael Dudok, Frankreich/Belgien/Japan 2016

Dieser mehrfach ausgezeichnete und (in dieser Kategorie) für den Oscar nominierte Animationsfilm taugt als visuell betörendes Filmmärchen auch für Erwachsene. Er erzählt in ruhigen und wunderschönen Bildern von einem Schiffbrüchigen, der Schildkröte findet, die sich nach ihrem Tod in eine Frau verwandelt. Ein filmisches Kleinod, wie man es selten findet.

 

Sonntag, 3.5.2020, 20.15 Uhr Pro 7
Shape of Water
von Guillermo del Toro, USA 2017

Die Handlung klingt nach kuriosem Trash: Eine stumme Reinigungskraft (die großartige Sally Hawkins) verliebt sich an ihrem Arbeitsplatz, einem US-amerikanischen Geheimlabor der 50er Jahre, in eine dort gefangengehaltene amphibische Kreatur und hat sogar mit ihm Sex. Wer sich darauf einlassen kann, wird von der liebevoll ausgestatteten Hommage in sepiafarbenen Bildern an die B-Movies vergangener Zeiten ganz entzückt sein. Die moderne Version von der Schönen und dem Biest bekam den Goldenen Löwen in Venedig und vier Oscars (u.a. für den besten Film und die beste Regie). Eine geniales Horror-Märchen-Melodram, das inzwischen Kultstatus besitzt.

 

Sonntag, 3.5.2020, 22.50 Uhr, SWR – Bis 9. Mai in der ARD Mediathek
Die Blumen von gestern
von Chris Kraus, Deutschland/Österreich 2016

Über Chris Kraus haben wir in unserer CasaAkademie-Reihe über das junge deutsche Kino ausführlich berichtet. Sein letzter, mit Lars Eidinger, Adele Haenel, Jan Josef Liefers und Hannah Herzsprung prominent besetzter Film, ist bezüglich der Suche nach der NS-Vergangenheit der eigenen Großeltern autobiographisch geprägt. Er erzählt mit bitterem Humor von einem misanthropischen Holocaust-Forscher und Enkel eines NS-Generals, der sich in ausgerechnet in die Enkelin einer Ausschwitz-Überlebenden verliebt. Ein mutiger und persönlicher Beitrag zum Thema Vergangenheitsbewältigung im Kino, Widerhaken inklusive.

 

Sonntag, 3.5.2020, 23.35 Uhr, ARD
Zwei Herren im Anzug
von Josef Bierbichler, Deutschland 2018

Ein fast schon barockes Opus ist Bierbichlers Verfilmung seines eigenen Romans „Mittelerde“, den die Handlung spannt einen Bogen über 70 Jahre deutscher Geschichte. Die wuchtige, in Schwarz-Weiß gedrehte Familiensaga mit ihm selbst in der Hauptrolle ist keine leichte Kost und steckt voller poetischer, surrealer, aber auch derber Szenen. Wie Bierbichler selbst ist auch der Film ein Unikat.

 

Montag, 4.5.2020, 20.15 Uhr, One
Der blinde Fleck
von Daniel Harrich, Deutschland 2013

Daniel Harrich hat durch herausragende TV-Filme (erst kürzlich mit „Meister des Todes“ über illegale Waffenexporte nach Mexiko) auf sich aufmerksam gemacht und gilt als einer der wenigen Vertreter des investigativen Spielfilms in Deutschland. Seine Filme und Dokumentationen haben mehrfach gesellschaftspolitische Auswirkungen auf reale Ereignisse gehabt. Unter anderem – ausgelöst durch diesen Film – die (leider erfolglose) Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Oktoberfestattentat von 1980 durch die Bundesanwaltschaft. Das gründlich recherchierte, virtuose Stück Politkino nach einem Tatsachenroman vereint namhafte deutsche Schauspieler wie Benno Führmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach und August Zirner.

 

Montag, 4.5.2020, 23.55 Uhr, ZDF
Teheran Tabu
von Ali Soozandeh, Deutschland/Österreich 2017

Dieser mehrfach prämierte Animationsfilm verpackt die vielen sexuellen Tabus der islamischen Republik und die Korruption der iranischen Behörden in eine spannende Geschichte. Zunächst wurde mit realen Schauspielern gedreht und dann mit Hilfe von Motion Capture und Rotoskopie verfremdet, was dem Zuschauer genügend Abstand ermöglicht, um das sexuell und politisch heikle Thema leichter verdauen zu können. Für alle, denen „Persepolis“ nicht radikal genug war.

 

Dienstag, 5.5.2020, 0.15 Uhr, Kabel 1
Schindleres Liste
von Steven Spielberg, USA 1993

Vermutlich einer der einflussreichsten Filme überhaupt – Steven Spielbergs sehr persönlicher Beitrag zur Aufarbeitung des Holocaust.

 

Mittwoch, 6.5.2020, 20.15 Uhr, Arte
Diplomatie
von Volker Schlöndorff, Frankreich/Deutschland 2014

Schlöndorffs Spätwerk über die nicht erfolgte Zerstörung von Paris im Jahre 1944 basiert auf einem erfolgreichen Bühnenstück und ist ein wortreiches Kammerspiel mit großer Schauspielkunst. Im Anschluss läuft eine Doku über den Regisseur, der mit der „Blechtrommel“ 1980 den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann.

 

(zusammengestellt von Rainer Mesch)

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 25. bis 29. April 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

 

Die Kultfilme der Woche

Samstag, 25.4.2020, 22:40, RTL 2: American Beauty von Sam Mendes, USA 1999

Montag, 27.4.2020, 22:55, Kabel 1, Matrix Revolutions der Wachowski-Sisters, USA 2003

 

Für James-Bond-Fans

 

Donnerstag, 23.4.2020, 22:10, Vox, James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt, GB 1974

Dienstag, 28.4.2020, 20:15, Nitro James Bond – Diamantenfieber, GB 1971 mit Sean Connery

 

Unsere speziellen Film-Tipps

 

Donnerstag, 23.4.2020, 23:50, Arte
Das Milan-Protokoll
von Peter Ott, Deutschland 2017

Ein deutscher Film mit politischen Bezügen – geht nicht, gibt’s nicht…?  Hier ist einer, mangels bekannten Regisseur und Darstellern war er aber nur kurz im Kino zu sehen. Ein spannender und sehenswerter Polit-Thriller, der im irakisch-kurdisch-syrischen Grenzgebiet spielt, wo eine deutsche Ärztin von sunnitischen Stammesmilizionären entführt wird, die dem Islamischen Staat nahestehen.

Er kommt ohne die übliche Gut-Böse-Dramaturgie aus und legt die Widersprüche der deutschen (Waffenexport-)Politik schonungslos offen.

 

Donnerstag, 23.4.2020, 0:00, RBB
Die beste aller Welten
von Adrian Goiginger, Österreich/Deutschland 2017

Ein siebenjähriger Junge muss mit der Heroinabhängigkeit seiner alleinerziehenden Mutter zurechtkommen. Der Regisseur, der bei uns im Kino zu Gast war, verarbeitet hier eigene Kindheitserfahrungen. sein berührender Film wurde mehrfach auf Festivals prämiert und erhielt u.a. den bayerischen Filmpreis für Nachwuchsregie und seine (Nachwuchs-)Hauptdarstellerin.

 

Freitag, 24.4.2020, 22:15 Uhr, ARD
Deutscher Filmpreis 2020

Fiebern Sie mit, welche im Casablanca gezeigten Film die begehrte „Lola“ (den deutschen „Oscar“) bekommen. Unser Favorit ist natürlich „Systemsprenger“ und wir wünschen der hochtalentierten 11jährigen Helena Zengel endlich mal einen längst verdienten Darstellerpreis. Ebenso Jan Bülow, der in „Lindenberg! Mach dein Ding“ wirklich „eine Granate“ (Zitat Lindenberg) war. Aber auch für „Lara“ drücken wir die Daumen und natürlich für einen Kamera-Preis an „O Beautiful Night“.

 

Samstag, 25.4.2020, 20:15 bzw. 22:50, Sat 1
Die Insel der verlorenen Kinder
von Tim Burton, USA/Großbritannien 2016

Dark Shadows
von Tim Burton, USA 2012

Ein TV-Abend mit jüngeren Tim-Burton-Filmen als Double-Feature ist eine originelle Idee. Der erstere ist eine Art Fantasy-Abenteuer-Romanverfilmung einer erfolgreichen Jugendbuchserie und voller visueller Effekte. Der starbesetzte „Dark Shadows“ (Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter) entstand nach einer beliebten US-TV-Serie und zündet laut Kritik ein Feuerwerk absurd-makaberen Humors.  Wenn nur bei Sat 1 die verfluchten Werbepausen nicht wären…

 

Samstag, 25.4.2020, 23:40, ARD
Gangs of New York
von Martin Scorsese, USA 2002

Der von uns in einer CasaAkademie-Veranstaltung portraitierte inzwischen 79jährige Martin Scorsese gehört zu den einflussreichsten Regisseuren des zeitgenössischen amerikanischen Kinos.

Sein Film spielt in den Elendsvierteln von New York City Mitte des 19. Jahrhunderts und erzählt in epischer Breite und opulenten Bildern von Martin Ballhaus, wie ein irischstämmiger Immigrant als Erwachsener den Tod seines Vaters zu rächen versucht.  Er wurde für 10 (!) Oscars nominiert, allerdings trotz Starbesetzung (u.a. mit Leonardo DiCaprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Liam Neeson) in keiner (!!) Kategorie ausgezeichnet. Ein zu Unrecht verschmähtes Meisterwerk.

 

Samstag, 25.4.2020, 23:55, ZDF neo
Children of Men
von Alfonso Cuaron, USA/Großbritannien 2006

Der zur Weltklasse zählende zweifache mexikanische Oscar-Preisträger (für „Gravity“ und „Roma“) erhielt bereits für diesen früheren dystopischen Science-fiction-Thriller mit Clive Owen, Julianne Moore und Michel Caine großes Kritikerlob und wurde für mehrere Filmpreise nominiert. Man beachte insbesondere die viel gerühmte Kamera-Arbeit von Emmanuel Lubezki, dessen Spezialität lange „Takes“ (Plansequenzen) sind (also Kamera-Einstellungen ohne Schnitte).

 

Sonntag, 26.4.2020, 0:05, ARD
Hitchcock
von Sacha Gervasi  USA 2012

Basierend auf der Biografie von Stephen Rebello spielt der Film während der Entstehung des Filmes „Psycho“ und legt einen Fokus der Geschichte auf die Beziehung von Hitchcock (Anthony Hopkins) zu seiner Frau (Helen Mirren). Ein amüsanter Schauspielerfilm und eine kurzweilige Hommage an einen der größten Regisseure des letzten Jahrhunderts, der von Siegfried König  angemessen in einem CasaAkademie-Seminar gewürdigt wurde.

 

Montag, 27.4.2020, 0:30, ZDF
Tore tanzt
von Katrin Gebbe, Deutschland 2013

Ein verstörendes, aber auch bewegendes Filmdebut, dass wegen einiger drastischer Misshandlungs-Szenen bei Publikum und Kritik umstritten war. Ein junger Mann findet über die Jesus Freaks seinen Glauben, ist jedoch auf Grund dessen nicht in der Lage, sich gegen brutale Übergriffe eines Freundes zu wehren. „Selten war der deutsche Film so radikal. So provozierend, mutig und gewaltig“ (FBW). Bayerischer Filmpreis 2013 für Nachwuchsregie an Katrin Gebbe, die zur Preview und Diskussion ihres neuen Films „Pelikanblut“ per Skype kürzlich beim Symposion Psychoanalyse und Film in unser Kino zugeschaltet wurde (demnächst wieder bei uns im laufenden Programm zu sehen).

 

Dienstag, 28.4.2020, 22:05, Servus TV
Swimming Pool
von Francois Ozon, Frankreich/Großbritannien 2002

Das französische Regie-Wunderkind inszeniert hier einen rätselhaften Psychokrimi um eine ältere Schriftstellerin (Charlotte Rampling) und ein junges blondes Biest (Ludivine Sagnier). Sehenswert.

 

(zusammengestellt von Rainer Mesch)

Corona-Tagebuch (10)

Wir üben schon mal den korrekten Umgang mit den Schutzmasken – unsere Foyer-Mitarbeiter machen es vor, allerdings haben sie das mit dem Mindestabstand noch nicht so ganz verinnerlicht …

Laurel&Hardy-Büsten mit Mundschutz

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 18. bis 24. April 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

(zusammengestellt von Rainer Mesch, Leiter der CasaAkademie)

 

Die Kultfilme der Woche

Samstag, 18.4.2020, 20.15 Uhr, One
Der letzte Kaiser
von Bernardo Bertolucci (Großbritannien/Frankreich/Italien 1987) –
Die mit 9 (!) Oscars prämierte Lebensgeschichte des letzten Kaisers von China

Montag, 20.4.2020, 22 Uhr, arte
Die Addams Family in verrückter Tradition (USA 1993)

Montag, 20.4.2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
Matrix (USA 1999)
Montag, 20.4.2020, 23.05 Uhr, Kabel 1
Matrix Reloaded (USA 2003)
Der Science-fiction-Geniestreich der Wachowski-Schwestern und seine Fortsetzung

 

für James-Bond-Fans

Dienstag, 21.4.2020, 20.15 Uhr, Nitro
Man lebt nur zweimal (GB 1997) – Bond mit Sean Connery

Donnerstag, 23. 4. 2020, 22.10 Uhr, Vox
Der Mann mit dem goldenen Colt (GB 1974) – mit Roger Moore

 

Unsere speziellen Film-Tipps

Samstag, 18.4.2020, 22.00 Uhr, Super RTL
Die Reifeprüfung
von Mike Nichols, USA 1967

Dieser Film bot die erste große Rolle für Dustin Hoffman, der danach zu einem Hollywood-Star aufstieg und wurde auch durch den Soundtrack von Simon und Garfunkel sehr populär. Wie Siegfried König in seinem Seminar erläuterte, läutete er filmhistorisch das von Regie-Newcomern getragene New Hollywood-Kino mit ein, nachdem das klassische Hollywood-Kino in die finanzielle und künstlerische Krise geraten war. Die jungen Filmemacher hinterfragten gängige Geschlechterrollen und sexuelle Moral. Statt einer asexuellen Doris-Day-Figur agiert hier eine reife verheiratete Frau und sucht sich einen jugendlichen unerfahrenen Liebhaber. Angesichts der spießigen Hollywood-Moral war dies – heute kaum zu glauben – damals ein revolutionärer Film.

 

Sonntag, 18.4.2020, 20.15 Uhr, Super RTL
Edward mit den Scherenhänden
von Tim Burton, USA 1990

Die erste Zusammenarbeit eines angehenden Kult-Regissseurs mit einem TV-Schickimicki-Serien-Darsteller namens Johnny Depp sollte für beide nicht nur der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, sondern auch einer steilen Karriere werden. Die schräge Fantasy-Tragikomödie um einen künstlichen Menschen mit Scherenhänden ist zwar noch nicht so bizarr wie spätere Burton-Filme, bietet aber mit ihren vielen inszenatorische Einfällen einen guten Einstieg in dessen phantastisches filmisches Universum.

 

Sonntag, 19.4.2020, 1.45 Uhr, ARD
Looking for Eric
von Ken Loach, Großbritannien 2009

Der nunmehr 83jährige Ken Loach ist ein großer Humanist, aber auch ein unermüdlicher filmischer Klassenkämpfer, dessen Filme auf unterhaltsame Weise wichtige politische Anliegen transportieren. Wir hatten im Januar seinen letzten (bitteren) Film „Sorry we missed you“ in der Mitglieder-Preview. „Looking für Eric“ ist hingegen fast schon ein Märchen: Ein psychisch angeschlagener Postbote und Fußballfan wird von seinem Idol Eric Cantona imaginär beraten, wieder mit dem Leben zurecht zu kommen.

 

Montag, 20.4.2020, 20.15 Uhr, arte
True Grit – Vergeltung
von Joel und Ethan Coen, USA 2010

Die Coen-Brüder standen bereits vor 4 Jahren im Mittelpunkt eines CasaAkademie-Seminars. Ihr Markenzeichen sind schräge und düstere Crime-Stories, aber sie kriegen sogar Komödien und diesem „Spätwestern“ mit Jeff Bridgdes und Matt Damon ganz gut hin. Die Story eines 14jährigen Mädchens, das zusammen mit einem trunksüchtigen Marshal und einem Kopfgeldjäger auf die Suche nach dem Mörder ihres Vaters geht, ist übrigens nicht neu, sondern ein Remake eines John-Wayne-Film aus dem Jahre 1969. Aber die Coens können eben auch Remakes.

 

Mittwoch, 22.4.2020, 22.45 Uhr, BR
Vor der Morgenröte
von Maria Schrader, Deutschland/Österreich/Frankreich 2016

Die zweite Regie-Arbeit der leider immer seltener besetzten Schauspielerin erzählt in ruhigen Bildern von den letzten Lebensjahren des Schriftstellers Stefan Zweig (Josef Hader in einer ungewöhnlichen Rolle) im brasilianischen Exil. Der Film bekam u.a. den bayerischen Filmpreis für Regie und dem Publikumspreis beim europäischen Filmpreis. Wir haben ihn in unserer CasaAkademie-Veranstaltung „Frauen auf dem Regiestuhl“ ausführlich gewürdigt.

 

Mittwoch, 22.4.2020, 22.55 Uhr, WDR
Elternschule
von Jörg Adolph und Ralf Bücheler. Deutschland 2018

Dieser Doku-Film über eine Kinder- und Jugendklinik, in der auch die jeweiligen Eltern ein Verhaltenstraining und Erziehungcoaching durchlaufen, wurde sehr bundesweit kontrovers aufgenommen – bis hin zum Boykott von Kinovorstellungen. Wir haben ihn in unseren Vorstellungen in Anwesenheit medizinischer Experten gezeigt, was zu regen Diskussionen führte.

 

Donnerstag, 23.4.2020, 23.50 Uhr, arte
Das Milan-Protokoll
von Peter Ott, Deutschland 2017

Ein deutscher Film mit politischen Bezügen – geht nicht, gibt’s nicht…? Hier ist einer, mangels bekanntem Regisseur und Darstellern war er aber nur kurz im Kino zu sehen. Ein spannender und sehenswerter Polit-Thriller, der im irakisch-kurdisch-syrischen Grenzgebiet spielt, wo eine deutsche Ärztin von sunnitischen Stammesmilizionären entführt wird, die dem Islamischen Staat nahestehen.

Er kommt ohne die übliche Gut-Böse-Dramaturgie aus und legt die Widersprüche der deutschen (Waffenexport-)Politik schonungslos offen.

 

Donnerstag, 23.4.2020, 0.00 Uhr, RBB
Die beste aller Welten
von Adrian Goiginger, Österreich/Deutschland 2017

Ein siebenjähriger Junge muss mit der Heroinabhängigkeit seiner alleinerziehenden Mutter zurechtkommen. Der Regisseur, der bei uns im Kino zu Gast war, verarbeitet hier eigene Kindheitserfahrungen. sein berührender Film wurde mehrfach auf Festivals prämiert und erhielt u.a. den bayerischen Filmpreis für Nachwuchsregie und seine (Nachwuchs-)Hauptdarstellerin.

 

Freitag, 24.4.2020, 22.15 Uhr, ARD
Deutscher Filmpreis 2020

Fiebern Sie mit, welche im Casablanca gezeigten Film die begehrte „Lola“ (den deutschen „Oscar“) bekommen. Unser Favorit ist natürlich „Systemsprenger“ und wir wünschen der hochtalentierten

11jährigen Helena Zengel endlich mal einen längst verdienten Darstellerpreis. Ebenso Jan Bülow, der in „Lindenberg! Mach dein Ding“ wirklich „eine Granate“ (Zitat Lindenberg) war. Aber auch für „Lara“ drücken wir die Daumen und natürlich für einen Kamera-Preis an „O Beautiful Night“.

Mitschnitte aus dem Jazz Studio online

Auch das Jazz Studio Nürnberg ist aktuell geschlossen – bis auf Weiteres finden keine Konzerte im Keller unterhalb der Burg statt.

Wir hoffen, im Herbst unsere gemeinsame Jazz-Filmreihe Blue Note Cinema fortsetzen zu können – bis dahin gibts auf der Webseite des Jazz Studio zur Überbrückung der Wartezeit Sendungen von Radio JazzTime Nürnberg und Mitschnitte von Konzerten zum Nachhören. Viel Spaß damit!

Mediatheken-Tipps für Kids

Auch für Kids gibts viele Angebote in den Mediatheken – aktuell als Stream kostenlos verfügbar!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gute tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

 

Ernest & Celestine – In der ZDF-Mediathek

Der brummige Bär Ernest und die süße Maus Celestine leben in einem wunderschönen alten Haus mit Garten. Die beiden sind unzertrennliche Freunde.
Ein wunderschöner, handgemachter Animationsfilm aus Frankreich

 

Tschick – In der ARD-Mediathek

Natürlich kein reiner Jugendfilm – aber seit Jahren immer wieder im Casablanca für Schulklassen im Programm.
Achtung: Nur noch bis 17.4. verfügbar!

 

Astrid Lindgren-Filme – In der ZDF-Mediathek

Aktuell sind beim ZDF auch zahlreiche Filme nach Astrid Lindgren verfügbar:

Pippi im Taka-Tuka-Land
Pippi außer Rand und Band
Pippi Langstrumpf
Pippi geht von Bord
Pippi und die Seeräuber (1)
Pippi und die Seeräuber (2)
Pippi und die Seeräuber (3)
Pippi und die Seeräuber (4)
Pippis Abschiedsfest
Pippi geht an Bord der Hoppetosse
Pippi und die Flaschenpost

 

Die Maus

Vermutlich allseits bekannt – aber aktuell sendet die Maus täglich …