Casa-Blog

Der Casablanca-Blog

Das Casablanca ist anders als andere Kinos. Das weiß unser Publikum – und in diesem Blog wollen wir ab und zu Einblick in die Hintergründe geben!

Gastbeitrag: Black Lives Matter – Medien als Spiegel unserer Gesellschaft

Vielen Dank an die Black Community Foundation NBG, die diesen Gastbeitrag zu unserem Monatsflyer im August beigesteuert hat. Wir freuen uns Vertreter*innen des Kollektivs am 20. August als Moderator*innen des Kurzfilmprogramms ‚Black Life‘ im Casa begrüßen zu dürfen!

Wir sind das Kollektiv „Black Community Foundation NBG“, das durch die Organisation der Black-Lives-Matter-Demos in Franken entstanden ist und nun eine intersektionale Organisation aufbaut. Wir finden, dass es für alle an der Zeit ist, aktiv gegen Rassismus vorzugehen.

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Silent Demo am 6.6.20 (Foto: Darun Hamid)

Kolonialrassistische Denk- und Handlungsmuster verwurzelten sich seit Jahrhunderten in Deutschland und prägen heute noch unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung von Gesellschaften und Kulturen. Das spiegeln auch heutige Medien, insbesondere der Film, wider.
Ein wiederkehrendes Motiv ist der „White Savior Complex“: Ein weißer Gutmensch rettet die hilflosen, rassifizier- ten Anderen und gewinnt den Kampf gegen Rassismus, der als Kampf guter Weißer gegen schlechte Weiße dargestellt wird.
Zum Beispiel rettet im Film ‚The Help‘ eine weiße Protagonistin schwarze Menschen, die sich selbst nicht helfen können, da sie schwächer und minderwertiger als die Protagonistin sind. Solche Filme stellen sich nicht aktiv aktuellem oder historischem Rassismus. Stattdessen wird eine Geschichte erzählt, die weiße Menschen als Held*in- nen darstellt, obwohl diese Zuschauer*innen oder sogar Täter*innen der Unterdrückung waren.
Nicht umsonst hat Ablene Cooper – eine der schwarzen Frauen von denen die Verfilmung des Buches ‚The Help‘ handelt – die Autorin des Buches für falsches und beleidigendes Storytelling verklagt.
Die Verharmlosung von Rassismus durch weiße Ret- ter*innen ist realitätsfern und verhindert selbstkritisches Denken. Auch wenn die Intention vieler Filmemacher*innen und Filmeschauer*innen vermeintlich positiv ist. Filme wie ‚The Help‘, ‚Green Book‘, ‚Gran Turino‘, ‚Hidden Figures‘ und ‚La La Land‘ sind nur einige Beispiele für den „White Savior Complex“ im zeitgenössischen Film. Anti-rassistische Filme sind hingegen ‚BlacKkKlansman‘, ‚Moonlight‘, ‚Selma‘, ‚Get Out‘, ‚13th‘, ‚Just Mercy’ uvm.

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Silent Demo am 6.6.20 (Foto: Darun Hamid)

Niemand wird als Rassist*in geboren. Anti-rassistisches Denken ist ein lebenslanger Prozess, der für eine bessere Zukunft, in der jeder Mensch frei ist, essenziell ist.
Wir sind das Kollektiv „Black Community Foundation NBG“, das durch die Organisation der Black-Live-Matter- Demos in Franken entstanden ist und nun eine intersektio- nale Organisation aufbaut. Wir finden, dass es für alle an der Zeit ist aktiv gegen Rassismus vorzugehen.

Für mehr anti-rassistisches Wissen schaut hier vorbei:
dailyblacktivism.carrd.com | www.nein-zu-rassismus-nbg.de | instagram: @bcf.nuernberg | facebook: Nein zu Rassismus – Nürnberg

 

7. August 2020


Studiengang ‚Literarisches Schreiben‘ zu Gast im Casablanca

Erinnern Sie sich noch an die Zeit bevor COVID-19 unseren Alltag fest im Griff hatte, das Casablanca (und alle anderen Kinos weltweit) zur vorübergehenden Schließung zwang und Mund-Nasen-Schutzmasken noch nicht zum alltäglichen Standardrepertoire gehörten? Es ist noch gar nicht so lange her: Anfang Februar kam eine Gruppe Studierender der Faber-Castell Akademie zu uns ins Kino und führte ein Interview für einen Probeartikel im Bereich „Kulturjournalismus“. Peter Ketenidis, einen der angehenden Journalist*innen, hat uns seinen daraus entstandenen Artikel dankenswerterweise zur Veröffentlichung an dieser Stelle zur Verfügung gestellt und ruft so die Erinnerung an eine Zeit vor COVID-19 wach:

Jenseits ihrer bekannten Sehenswürdigkeiten haben Großstädte immer auch ganz eigene, eher verborgene, magische Orte. Jeder Reiseführer fahndet nach ihnen, doch worin ihr besonderer Reiz liegt, dass können oft nur die mit dem gleichen Lokalkolorit benennen.

Das Casablanca in Nürnberg ist ganz sicher so ein Ort. Die Älteren werden sich daran erinnern, als es noch ein ganz „normales“ Kino war, zu einer Zeit in der noch kein Handy während der Vorführung klingelte. Als dann die Multiplex Kinos kamen, wurde es stiller rund um den verglasten Hinterhof mit seinen liebenswerten Jugendstilanleihen.

Das war uns Anlass genug einmal nachzusehen, was denn aus dieser Nürnberger Institution geworden ist. Und so standen wir also in dem besagten Hinterhof, der ganz wie früher gleichermaßen als eine Art Vorzimmer für die angrenzende Kneipe, wie auch für die Kinokasse dient.

Sentimentale Gefühle wurden schnell verscheucht, als Frau Laura Oehme erschien und zu einem Rundgang durch das Kino einlud. Sie führt den Titel einer Programmkoordinatorin, doch es wurde schnell klar, dass die Zuständigkeiten eine größere Bandbreite haben in einem Verein, der gerade einmal zwei hauptamtliche Mitglieder hat. Ein Verein ist nämlich das Casablanca unterdessen geworden und zwar einer mit immerhin 1.100 (!) Mitgliedern. Das erfahren wir unter sehr beengten Platzverhältnissen, im Vorführraum nämlich, der mittlerweile auch hier mehr einem Serverraum gleicht. Raumfüllend steht ein 19 Zoll Schrank mit 42 Höheneinheiten darin und auch das Surren der Computer gleicht eher dem eines Rechenzentrums. Moderne Filme werden heute als Festplatte angeliefert lässt uns Frau Oehme wissen, beinahe mit einem tröstenden Unterton verweist sie aber auf das alte Vorführgerät im Eck, dass soviel mehr unseren Vorstellungen eines Kinoprojektors entspricht. Sogar die alten 35mm Filmrollen liegen noch herum und in ganz besonderen Fällen kommen sie auch noch zum Einsatz.

Dann klettern wir wieder aus diesem Zimmerchen, Frau Oehme macht noch auf das Tablet vor der Tür aufmerksam, es ermöglicht dem Vorführer etwa bei einer Podiumsdiskussion, oder bei Wortbeiträgen, die es hier auch vermehrt gibt, einen Film punktgenau zu starten. Überhaupt hat der größte Saal des Hauses mit seinen 90 Sitzplätzen gerade eine technische Runderneuerung hinter sich. Die Schönheitsreparaturen stehen noch an, sagt Frau Oehme und bittet uns diskret zum Ausgang, denn die nächste Vorstellung beginnt in wenigen Minuten.

Wir folgen ihr auf die Straße hinaus und ums Eck in Richtung Kopernikusplatz, wo der Verein Büroräume angemietet hat. Auch dieses Wort ist vielleicht etwas zu sehr an die Geschäftswelt angelehnt. Es finden sich darin die Requisiten so ziemlich aller Tätigkeiten menschlicher Kommunikation. Auf den Tischen steht noch der Namenszug „Peter Wohlleben“, dessen Film über das geheime Leben der Bäume gerade gezeigt und wird und der auch persönlich zu anschließender Diskussion vor Ort war. Im Eck steht ein Flipchart, mit der Aufschrift „CASA 2020“ und harrt wohl schon seit geraumer Zeit weiterer Planungen.

Frau Oehme ist nun aber ganz in ihrem Element! Von den Schwierigkeiten der Anfänge vor etwa 11 Jahren spricht sie und wie eine Gruppe von Menschen zusammenfand, die absolut keine Ahnung von einem geregelten Kinobetrieb hatte, sich aber einig darin war, dass das Casablanca nicht sterben darf. Unmerklich beschleunigt sich ihr Vortrag dabei, bis man Mühe hat mit den Notizen hinterherzukommen.

Die Hürden der Anfänge sind nun so vollständig überwunden, dass für den Abend der 50.000. Besucher innerhalb eines Jahres erwartet wird, ein Umstand, der vielleicht zu einer besonderen Würdigung führt, so genau hatte man das gegen 17.00 Uhr noch nicht geplant. Man kann es bis in diese kleinen Details hinein wahrnehmen: es sind Kino-Enthusiasten, die dem Casablanca zu neuem Leben verholfen haben, keine Betriebswirtschaftler. Dazu gehören ebenso die zahlreichen ehrenamtlichen Mitglieder des Kassenteams, wie die vielen stillen, aber zahlenden Mitglieder.

Ihr erstes und wichtigstes Ziel, das Casablanca am Leben zu erhalten ist ihnen unbestreitbar gelungen, so allgemach bildete sich dabei aber auch ein Profil heraus, dass den Betrieb so unverwechselbar machte wie sein Intereuer: es wird viel Wert darauf gelegt nach den Filmen immer wieder Raum für Diskussionen, Besprechungen, weiterführende Hintergrundinformationen zu bieten. Das ist wohltuenden anders, als anonyme Posts in den sozialen Medien.

Nachdem uns das Flipchart keine Details zur Jahresplanung verraten hat, fragten wir gegen Ende Frau Oehme ganz direkt, mit welchen Vorhaben sie in das neue Jahr startet. Und das schien eine Frage so ganz nach ihrem Geschmack zu sein: wir hörten eine unsortierte Fülle von großen und kleinen Dingen, Kooperationen mit anderen Kino- und Kulturvereinen, vom Thema Nachhaltigkeit und den ganz pragmatischen Anforderungen dafür. Weitere Fahrradständer vor dem Kino zum Beispiel und den ausschließlichen Einsatz von LED-Lampen. Und ganz zum Schluss den Punkt mit der höchsten Priorität: Das Casablanca muss überleben!

Wer neugierig geworden ist auf dieses besondere Kinoformat, dem empfehlen wir einen Besuch am kommenden Samstag, den 8. Februar, da wird der Film „Butenland“ gezeigt. Mit vor Ort werden dann der Regisseur Marc Pierschel und die Protagonisten Jan Gerdes und Karin Mück sein.

Peter Ketenidis

Monatsflyer Februar 2020

Damals ahnten wir noch nicht, dass wir rund einen Monat später den Kinobetrieb für drei Monate aussetzen müssen und das Casablanca zum ersten Mal seit seiner Wiedereröffnung im Jahr 2009 wieder um seine Existenz bangen muss. Dank unseren zahlreichen Mitgliedern, mehr als 150 neuen (!) Mitgliedern, zahlreichen Spendenden und Gutschein-Käufer*innen sowie unseren sehr solidarischen Vermieter*innen haben wir es vorerst durch die Krise geschafft. Dafür können und wollen wir uns nicht oft genug bedanken! Daher auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer*innen des Casablanca!

LO

6. Juli 2020


Der Neustart: Ab 17. Juni geht’s weiter!

Hier endlich die langersehnte Nachricht: Am 17. Juni werden wir die Türen des Casablanca wieder für unser Publikum öffnen.

Noch kennen wir nicht die finalen Regeln, die für den Kinobetrieb gelten werden. Natürlich werden wir alle Vorgaben einhalten und haben uns auf alle Eventualitäten vorbereitet – ein ausführliches Hygienekonzept wird rechtzeitig veröffentlicht. Da die Vorgaben auch auf den Modus von Karten-Vorverkauf und Reservierung Einfluss haben, starten wir das Ticketing für alle Vorstellungen erst am Montag, 15. Juni.

Update:
Die bayerischen Vorgaben für ein Kino-Hygienekonzept wurden am Montag Abend endlich veröffentlicht – also erst nachdem der Kinobetrieb bereits wieder erlaubt war. Es ist hier abzurufen.

Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an der Erarbeitung eines fürs Casablanca betreffenden Konzepts, das alle Vorgaben einhalten wird. Folgendes vorab, da es für die Kinogäste besonders relevant ist:

  • Wir werden zunächst alle drei Kinosäle für einen täglichen Betrieb öffnen, nicht aber die Kinokneipe. Diese verkauft zunächst nur Getränke und Snacks zur Mitnahme ins Kino. Update: Voraussichtlich ab dem 2. Juli öffnet auch die Kneipe wieder, allerdings mit einem deutlich veränderten Betriebskonzept. Weitere Informationen folgen!
  • Wir verkaufen ausschließlich platzgenaue Tickets. Bitte nutzen Sie wann immer möglich die Möglichkeit zur Online-Buchung. Dabei werden die notwendigen Abstände automatisch eingehalten – bitte seien Sie so fair und buchen insbesondere in den kleinen Sälen zunächst Plätze am Rand, um eine möglichst große Besucherzahl zu ermöglichen.
  • Es dürfen nach den gerade gelockerten Bestimmungen maximal 10 Personen als Gruppe teilnehmen, ohne untereinander Abstände einhalten zu müssen – unabhängig davon, ob sie in einem Haushalt wohnen. Bitte kaufen Sie Tickets für eine Gruppe gemeinsam!
  • Aus technischen Gründen ist derzeit keine Online-Reservierung möglich. Sie können weiterhin reservieren (insbesondere um während der Schließung gekaufte Gutscheine und Guthabenkarten einlösen zu können). Bitte machen Sie das aktuell per E-Mail oder telefonisch, wobei wir aktuell keinen Anrufbeantworter nutzen. Unsere Kasse ist während der Öffnungszeiten erreichbar: 0911-454824
  • Es besteht beim Aufenthalt im Haus Maskenpflicht. Die Maske darf aber zum Konsum von Getränken und Snacks abgenommen werden. Update: Ab 1. Juli entfällt die Maskenpflicht am Sitzplatz. Beim Bewegen im Haus besteht sie aber weiterhin!
  • Manche Abläufe mussten wir etwas anpassen. Insbesondere gibt es im Haus Einbahnstraßenregelungen – die kleinen Kinosäle dürfen nur durch die Notausgänge verlassen werden. Bitte helfen Sie mit, durch Einhalten eines Abstand von mindestens 1,5 Metern das Risiko zu minimieren.

Am 17.6. findet um 20:00 Uhr eine Sondervorstellung des Films Queen & Slim statt – wir haben uns bewusst für diesen Film entschieden, der in Zeiten von Rassismus und Polizeigewalt der Film der Stunde ist – „Kino mit Courage“ eben. In den kommenden Wochen folgt dann die neue Staffel der Reihe „Black Lives in America„.

Ab dem 18. Juni gehts dann mit einem einigermaßen regulären Programm los – die vielen Filme, die in den letzten Wochen auf Sie gewartet haben, finden Sie auf unserer Startseite. Immerhin: Es gab wohl noch nie einen Kino-Sommer, der so voll mit absolut großartigen Filmen war wie dieser!

Wir wurden in den letzten Wochen oft gefragt, ob das Casablanca die Krise überstehen wird. Zur Beruhigung: Es wird – was nicht zuletzt an der speziellen Struktur liegt, die ein von einem Verein betriebenes Kino mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern hat. An alle, die uns in den letzten drei Monaten mit Spenden, neuen Mitgliedschaften, durch ihre Mitarbeit, durch Gutscheinkäufe oder auch durch aufmunternde Worte durch die Krise getragen haben: Herzlichen Dank!

Wenn Sie sich im Detail dafür interessieren, was in den letzten Wochen passiert ist und wie die Zukunft aussieht, finden Sie alle Informationen in diesem Text, den wir vor einigen Tagen schon als Newsletter verteilt haben:

Newsletter 2020-05-29

Die Krise ist natürlich nicht vorbei – das Kinomachen mit so großen Einschränkungen wird in den nächsten Monaten eine große Herausforderung sein. Aber im Moment herrscht Aufbruchsstimmung: Wir hoffen, dass Sie sich genau sehr auf Ihr Kino freuen wie wir!

11. Juni 2020


Wann macht das Casablanca wieder auf? (Update 26. Mai)

Die am häufigsten gestellte Frage der letzten Tage: Wann gehts wieder los mit dem Kino?

Die Antwort: Wir wissen es (noch) nicht. Aber es wird bald so weit sein …

Bisher ist für Bayern der Betrieb von Kinos generell untersagt (mit Ausnahme von Open-Air-Veranstaltungen und Autokinos, die genehmigt werden können). Ab dem 15.6. dürfen Kinos, Theater und ähnliche Orte wieder öffnen.

Das ist ein Montag – wir diskutieren gerade unser Konzept, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass ab der Spielwoche ab 18. Juni das Casablanca wieder geöffnet sein wird!

Bauarbeiten im Casablanca-HofIm Moment bereiten wir das Kino intensiv auf einen Neustart vor – einerseits mit vielen Bau- und Verschönerungsmaßnahmen, die teilweise ohnehin geplant waren, teilweise spontan gestartet wurden, um die Schließzeit zu überbrücken. Im Moment ist das Casa eine Baustelle – in einigen Wochen wird es schöner sein als je zuvor.

Andererseits arbeiten wir an Konzepten und Abläufen, mit denen wir die Einschränkungen und Vorgaben werden einhalten können, die bei einem Neustart gefordert werden.

Insbesondere arbeiten wir auch an Ideen, wie wir das weiter machen können, was das Programm des Casablanca ausmacht – nicht nur Filme abzuspielen (das wird wohl in Kürze wieder möglich sein, wenn auch vermutlich mit weniger Platzkapazität und anderen Einschränkungen als gewohnt), sondern auch Veranstaltungen, Reihen, Kooperationen und vieles mehr. Hier wird es keine generelle Lösung geben – manches wird erst mal nicht stattfinden können, anderes wird anders sein als gewohnt, einiges sicher auch schon bald wieder fast wie gewohnt starten.

Darüber, wann genau es wieder losgeht und mit welchem Programm, informieren wir so früh wie möglich – wenn Sie sofort informiert werden wollen, folgen Sie uns einfach in über unsere Social Media-Kanäle oder abonnieren unseren Newsletter!

26. Mai 2020


Corona-Tagebuch (11)

Was macht man so den ganzen Tag in einem geschlossenen Kino? Aktuell gibts ziemlich viel in Sachen PR zu tun: Wir haben in der letzten Woche diverse Interviews gegeben – und heute Abend kommt das Casa sogar ins Fernsehen: Um 21:00 und 23:00 Uhr läuft im Franken Fernsehen die Sendung „Kunst im Kontext„, die vor einigen Tagen im Casa aufgezeichnet wurde! Den Mediatheken-Link reichen wir nach …

Und auch im Radioprogramm von Bayern 2 waren wir zu hören – wer’s verpasst hat, hier kann man den Beitrag nachhören!

15. Mai 2020


#supportyourlocalcinema – aber wie? (Update)

Derzeit sind die sozialen Medien voll von Ideen, wie man lokale Kinos, Kulturorte, Geschäfte und vieles anderes unterstützen kann. Alle kleinen und großen Anbieter, deren Markt gerade völlig stillsteht, haben gerade massive Probleme und suchen verständlicherweise nach Wegen, doch ein paar Einnahmen zu generieren.

Hier ein kleiner Überblick über Ideen, die aktuell unterwegs sind – und Einschätzungen darüber, ob sie das lokale Kino wirklich unterstützen, ziemlich subjektiv vielleicht aus Sicht des Casablanca: Es mag sein, dass andere Kinos das ganz anders sehen …
Einige Fachbegriffe sind kursiv geschrieben – zu ihnen lässt sich eine Erklärung einblenden:

„On Demand“-Angebote

Viele große und kleine Filmverleiher ziehen bei Filmen, die eigentlich jetzt oder in den nächsten Wochen hätten ins Kino kommen sollen die Reißleine und stellen sie online verfügbar – entweder auf den großen SVoD-Kanälen (also Abo-Modellen) wie Netflix oder Amazon Prime oder als TVoD-Angebote, also per Bezahlung pro Stream.

Vorab: So sehr wir als Kinos sonst drauf bestehen, dass die Regeln unsere Branche über die Auswertungsfenster eingehalten werden, so sehr verstehen wir das Dilemma, dass Verleiher jetzt auf die Einnahmen verzichten müssen, die im Zuge der Kinoauswertung nun eingeplant haben.

Generell ist es natürlich schön, wenn man mit dem eigenen Konsumverhalten nicht nur die Branchenriesen unterstützt, sondern auch mal einen Film eines kleinen Verleihs online schaut und bezahlt.

„On Demand“ mit Beteiligung der Kinos

Manche Verleiher sind mit Angeboten an den Start gegangen, bei denen die Kinobetreiber an den Umsätzen, die jetzt online erzielt werden, mit den Kinobetreibern geteilt werden – sicher oft aus Solidarität, aber natürlich auch in der Hoffnung, dass die Kinobetreiber diese Aktionen über ihre Kanäle mit bewerben.

Für die Kinobetreiber ist es gar nicht leicht, sich hierzu zu positionieren, schon weil die Konditionen sehr unterschiedlich sind:

Manchmal werden die Umsätze unter allen beteiligten Kinos aufgeteilt, wie zum Beispiel beim oft genannten Angebot von Grandfilm – hier geht ein durchaus fairer Anteil an eine definierte Zahl von Kinos, allerdings unabhängig davon, wie sehr ein Kino die Sache bewirbt – das führt zum Problem, dass ein Kino, das sich richtig reinhängt, trotzdem pro gekauftem Film nur einen kleinen Betrag bekommt, das Publikum aber womöglich zu Unrecht davon ausgeht, „sein“ Kino zu unterstützen.

Im ebenfalls viel diskutierten Fall der „Känguru-Chroniken“ sollen 15 Prozent der Umsätze an einen „Hilfsfonds“ überwiesen, der den Kinos zugute kommen soll – immerhin sollen die Kinos sich hier nicht an der Werbung beteiligen.

Manchmal sind schon die Konditionen so undurchsichtig, dass es schwer fällt, sich zu beteiligen – wie in einem Fall, der gerade mal „25 Prozent des Gewinns“ an die Kinos ausgespielt werden, aber erst mal ein hoher fünfstelliger Kostenblock des Verleihs bedient wird – aller Voraussicht nach wird da kaum was bei den Kinos ankommen.

Es gibt auch einige echt faire Angebote – zum Beispiel von Interfilm, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten, zum Beispiel bei Shorts Attack. Es wird einigen Tagen eine virtuelle Ausgabe von Shorts Attack geben, die online gekauft werden kann – und bei diesem Modell geht fair und transparent der gesamte Betrag (!) nur abzüglich der Kosten für den Dienstleister, der die Technik bereitstellt an uns.

Auch mit der Edition Salzgeber präsentieren wir in Zukunft einige Filme als solidarische Online-Starts, ggf. kommen noch andere Verleiher hinzu.

Update: Unsere Faustregel: Wir erwarten, dass die Einnahmen fair und transparent aufgeteilt werden – bei allem, was wir über unsere Kanäle anbieten, können Sie sicher sein, dass das der Fall ist. „Fair“ bedeutet hier: Die Umsätze abzüglich des Anteils, der an den technischen Dienstleister (also z.B. Vimeo) müssen mindestens halbe/halbe zwischen Kino und Verleih geteilt werden. Und es soll so sein, dass die Umsätze über „unsere“ Gäste gezielt uns zugute kommen und nicht in einer Mischkalkulation zwischen allen Kinos aufgeteilt werden.

#hilfdeinemkino

Viel beachtet wird auch die Aktion #hilfdeinemkino von Werbe Weischer. Hier kann man online Werbung schauen und unterstützt dann ein auszuwählendes Kino. Klingt gut – ist aber vor allem eine Aktion eines Werbemittlers, der seine Werbekunden bei der Stange halten muss. Die Kinos, die auf der Seite auszuwählen sind, sind nicht zwingend Kunden bei Werbe Weischer (das Casa ist es zum Beispiel nicht) und es wurde den Kinos nicht kommuniziert, wie viel Geld sie bei dieser Aktion erhalten. Insofern: Irgendwie schon ok, aber es fällt schwer, das anzupreisen – man sollte sich jedenfalls nicht die Hoffnung machen, „sein“ Kino in großem Maße zu unterstützen.

Update: Inzwischen wurde bekannt, wie hoch der Betrag ist, der an das Kino geht. Es ist etwas mehr als 1 Cent pro angesehenem Video-Clip (wobei für die Eigenwerbungs-Clips („Leuchtspuren“) nichts bezahlt wird. Das finden wir nicht fair und haben Werbe Weischer aufgefordert, uns von deren Seite zu nehmen (was auch passiert ist).

Update: „Kino on Demand“

Ein ebenfalls viel beachteter Anbieter ist die Firma „Kino on Demand“. Sie bietet Streams im als TVoD-Angebote an, mit einem Fokus auf den Arthouse-Sektor, für ca. 5 EUR pro Film. Früher lief das so, dass die Kinos mit einem (niedrigen) prozentualen Anteil beteiligt wurden, inzwischen sind die Kinos nur noch dadurch beteiligt, dass die Kunden nach dem ersten und dann nach jedem fünften gekauften Film einen 5-EUR-Gutschein für das gewählte Kino erhalten. Nur bei einigen wenigen und deutlich teureren Filmen („Deutschlandpremieren“) werden Kinos prozentual beteiligt.

„Kino on Demand“ formuliert das sehr missverständlich – viele Kunden verstehen das Modell so, dass die Kinos bei jedem Sehen einen Anteil des Geldes erhalten – tatsächlich wird aber maximal 1 EUR pro gesehenem Film in Form von Gutscheinen bezahlt, es ist natürlich in der Realität noch deutlich weniger, denn die Kinos sehen also außer bei den „Deutschlandpremieren“ erst dann Geld, wenn diese Gutscheine auch eingelöst werden.

„Kino on Demand“ hat die missverständlichen Formulierungen in den letzten Tagen nach deutlichen Protesten vieler Kinos (auch des Casablanca) und der AG Kino etwas verbessert.

Man könnte nun sagen „Aber die Kinos können doch selbst entscheiden, ob sie da dabei sein wollen“ – wenn es denn so wäre: „Kino on Demand“ führt auf seiner Seite viele Kinos auf, mit denen gar keine Vereinbarung für eine Zusammenarbeit besteht. Wie es dazu kommt, ist derzeit noch in Klärung – Tatsache ist aber, dass das Casablanca und viele andere Kinos in Vergangenheit als Partner-Kinos gelistet wurden. Da die Liste der Kinos nur für angemeldete Kunden zu sehen ist, war uns das anfangs nicht aufgefallen. Inzwischen wurden wir gelöscht – wir wollen kein Teil dieses Modells sein, das wir nicht für fair halten.

Leider haben ca. 25 Leute sich wohl im guten Glauben, uns damit etwas Gute zu tun, bei Kino-on-Demand registriert und Gutscheine fürs Casablanca erhalten. Wir haben Kino on Demand aufgefordert, diese Menschen anzuschreiben mit der Bitte, uns zu kontaktieren. Sollten Sie betroffen sein, melden Sie sich bitte per Email an info@casablanca-nuernberg.de bei uns und schicken uns den Gutschein weiter – wir lösen ihn ein und schicken Ihnen stattdessen eine Freikarte für eine beliebige Vorstellung und einen Getränkegutschein!

Direkte Unterstützung an ein Kino

Wie unterstützt man „sein“ Kino am besten? Fürs Casablanca gibt es da folgende Methoden:

Ganz ohne Geld:

Folgt uns in den sozialen Medien, gebt uns gute Bewertungen bei Google, Facebook & Co, beteiligt Euch an unseren Aktionen und teilt unsere Beiträge, werbt für uns in Eurem Freundeskreis – so tragt Ihr unsere Informationen in Eure Freundeskreise und schenkt uns Eure Reichweite.

Per Spende:

Das ist natürlich die lukrativste Unterstützung für uns, keine Frage – wenn Ihr es Euch leisten könnt oder wollt (und Ihr müsst Euch bestimmt nicht entschuldigen, wenn Ihr in der aktuellen Situation jeden Euro zweimal umdreht!) hilft uns jeder Euro sehr. Der Casa e.V. ist gemeinnützig – Eure Spende ist steuerlich absetzbar!

Für Spenden ab 30 Euro erhaltet Ihr wenn Ihr wollt, eine individuelle Grußbotschaft, die wir auf unsere Programmanzeiger stecken …

Ihr könnt spenden:

 

Mit einer Mitgliedschaft im Casa e.V.

Der Verein, der unser Kino betreibt, hat aktuell fast 1.200 Mitglieder – und täglich werden es mehr. Mit einer Mitgliedschaft werdet Ihr zu einem kleinen Teil Eures Kinos! Aktuell müsst Ihr im ersten Jahr nur die Hälfte des Mitgliedsbeitrages zahlen.

Mit einem Gutscheinkauf.

Mit jedem Gutschein, den Ihr kauft, gebt Ihr uns einen kleinen gebührenfreien Kredit – Geld, das wir jetzt dringend brauchen, auch wenn wir es natürlich später in Form eines Kino- oder Kneipenbesuchs zurückgeben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten – mehr Infos hier!

Und die Nachbarn?

Und, Blick über den Tellerrand: Schaut auch mal bei unseren Kolleginnen und Kollegen vorbei – das Casablanca ist nur eines von vielen tollen kleinen inhabergeführten Kinos in der Region, da gibts auch das Babylon in Fürth, das Lamm in Erlangen, das Mobile Kino mit seinen Open Air-Programmen, das Fremdsprachenkino Roxy oder die tollen Kollegen in Bamberg und Würzburg!

8. Mai 2020


Corona-Tagebuch (10)

Wir üben schon mal den korrekten Umgang mit den Schutzmasken – unsere Foyer-Mitarbeiter machen es vor, allerdings haben sie das mit dem Mindestabstand noch nicht so ganz verinnerlicht …

Laurel&Hardy-Büsten mit Mundschutz

23. April 2020


Corona-Tagebuch (9)

Winkt mal unserer virtuellen Programmgruppe!

 

15. April 2020


Corona-Tagebuch (8)

Womit man sich so die Zeit vertreibt:

Nebenan bei Facebook läuft der Casablanca-Babylon-Film-Battle.

Christian vom Babylon und Matthias vom Casa hauen sich täglich ihre Lieblings- (und andere bemerkenswerte) Filme um die Ohren.




Du spendest – wir stecken!

Lust auf einen super-exklusiven Gruß an die Lieben per Instagram oder per Mail?

Wir stecken Euren Wunschtext auf einem unserer altmodischen Programmanzeiger. Als Dankeschön für jede Spende ab 30 Euro dürft Ihr Euch einen Text wünschen, den unsere fleißigen Vorführer/innen in echter Handarbeit zusammenbasteln und fotografieren.

Wir haben einen großen Vorrat an Buchstaben, Zahlen und auch ein paar Sonderzeichen (leider kein „@“ und kein „#“). Knapp werden manchmal die „I“s – Grüße an Tante Liliane aus Rimini und Vetter Kilian vom Mississippi werden möglicherweise schwierig.

Programmanzeiger: "Husten? Wir haben ein Problem."

Einfach spenden (über die #CasaSofaSpende oder über die altmodischen Wege) und eine Mail schicken!

Programmanzeiger: "Always Look on the Bright Side of Life"

7. April 2020