TV- und Mediatheken-Tipps vom 25. bis 31. März 2021

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


Atlas

von David Nawrath, Deutschland 2018
Donnerstag, 25. März 2021, 23:40 Uhr, ARD – bis 31.3. in der Arte-Mediathek

Stimmiges deutsches Vater-Sohn-Drama vor Gentrifizierungshintergrund.

„Ein älterer Möbelpacker, der bei einer Zwangsräumungsfirma arbeitet, trifft nach Jahrzehnten seinen Sohn wieder. Ohne sich ihm zu erkennen zu geben, will er ihn vor den kriminellen Praktiken seiner Firma bewahren, doch gelingt es ihm nicht, den Sohn davon abzuhalten, im Kampf um seine Wohnung seinerseits immer mehr Gewalt ins Auge zu fassen. Das lebensechte und konzentriert entwickelte Drama lotet die Tragik seiner Vater-Sohn-Entfremdung mit psychologischem Feingefühl aus und profitiert von brillanten Darstellern. Vielschichtig und mit Sympathie gelingt auch die Zeichnung eines randständigen sozialen Milieus, ohne dessen deprimierende Seiten zu dramatisieren.“


Marie Curie und das blaue Licht

von Marie Noëlle, Polen/Deutschland/Frankreich 2016
Freitag, 26. März 2021, 20:15 Uhr, Arte – bis 1.4. in der Arte-Mediathek


Django Unchained

von Quentin Tarantino, USA 2012
Freitag, 26. März 2021, 20:15 Uhr, Pro7

Pulp-Maestreo Quentin Tarantino goes Spahettiwestern – Oscar für Christoph Waltz.

„Ein schwarzer Sklave wird von einem weißen Kopfgeldjäger freigekauft. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickeln sich allmählich ein Schüler-Lehrer-Verhältnis sowie eine Freundschaft. Zusammen wollen sie die Braut des ehemaligen Sklaven, die einem sadistischen Herrn gehört, befreien und Rache nehmen. Rückgreifend auf das Western-Genre, speziell den Italowestern, komponiert Quentin Tarantino eine zitat- und beziehungsreiche Ballade über den Kampf gegen Rassismus und mit Bigotterie verbrämte Grausamkeit, wobei sich exaltierte Gewaltspitzen mit anspielungsreichen Dialogen, rasante Actionszenen mit elegischen Passagen abwechseln.“


Wackersdorf

von Oliver Haffner, Deutschland 2018
Sonntag, 28. März 2021, 0:05 Uhr (d.h. Montag), ARD – bis 4.4. in der ARD-Mediathek

Bestbesuchter deutscher Film 2018 in unserem Kino, ausführlich in der CasaAkademie-Veranstaltung „Rückblick deutscher Film 2018“ gewürdigt.

„Anfang der 1980er-Jahre plant die Bayerische Staatsregierung eine atomare Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz. Doch der Landrat von Schwandorf schließt sich nach anfänglicher Begeisterung den Atomgegnern an und setzt sich an die Spitze des ländlichen Widerstandes. Der vielschichtige Film widmet dem oberpfälzer Volkshelden ein differenziertes Porträt, das durch leise Komik, eine sorgsame Ausstattung und wunderbare Schauspieler besticht. Als Beispiel für eine streitbare Zivilgesellschaft, in der sich Engagement, Idealismus und Haltung auszahlen, ist das nuancierte Zeitbild über die 1980er-Jahre auch an die Gegenwart adressiert.“


König Banash und seine Tochter

von Agnes Lisa Wegner, Deutschland/Ghana 2021
Montag, 29. März 2021, 0:00 Uhr (d.h. Dienstag), ZDF

Dokumentarfilmpreisträger der Hofer Filmtage 2021.

„Céphas Bansah betreibt in Ludwigshafen seit Jahrzehnten eine kleine Kfz-Werkstatt. Zugleich ist er König für 200.000 Menschen in seiner Heimat Ghana, initiiert und finanziert dort Hilfsprojekte. Mit seiner Tochter Katharina, einer Künstlerin und Feministin, die die Thronfolge übernehmen soll, geht er wieder einmal auf die Reise zu seinem Volk. Eine geradlinige, freundliche Reportage über die Suche von Vater und Tochter nach Wurzeln und emotionaler Heimat. Die ebenso empathische wie sachliche Berichtsform ist nicht vom Willen zu politischer und soziologischer Analyse geprägt, sondern von Achtung, Zuneigung und mitunter auch Sentimentalität.“


Lieber leben

von Grand Corps Malade, Frankreich 2016
Mittwoch, 31. März 2021, 20:15 Uhr, Arte

Auf einem autobiographischen Roman des Regisseurs basierende Reha-Tragikomödie.

„Nach einem Moment jugendlichen Leichtsinns erwacht ein junger Mann mit gebrochenem Halswirbel im Krankenhaus und kann Arme und Beine nicht mehr bewegen. In einer Reha-Klinik versucht er, mit Hilfe von Physiotherapeuten wieder auf die Beine zu kommen. Das autobiografisch geprägte Regiedebüt des Poetry-Slammers und Musikers Grand Corps Malade zeichnet mit viel Humor das durch die Realität geerdete Bild einer Rehabilitation, die nicht unbedingt nur die körperliche Wiederherstellung anzielt. Dabei öffnet die stimmige Mischung aus Reflexion, Unterhaltung und Gesellschaftskritik den Blick auf die Menschen hinter der Behinderung.“


Das schönste Mädchen der Welt

von Aaron Lehmann, Deutschland 2018
Mittwoch, 31. März 2021, 20:15 Uhr, Vox

Frischer und relativ erfolgreicher deutscher Jugendfilm mit aufstrebenden Darstellern.

„Moderne Adaption des Versdramas Cyrano de Bergerac, in dem der Klassiker in eine pubertierende Schulklasse versetzt wird. Ein Außenseiter leidet unter seiner großen Nase. Als er sich in eine neue Mitschülerin verliebt, wagt er nicht, sich ihr zu offenbaren, sondern schreibt ihr Liebessongs über das Handy eines Anderen. Die temporeiche romantische Komödie glänzt mit viel Schwung, guten Darstellern, pointierten Dialogen und mitreißenden Musicalsequenzen, ohne darüber ihre humanistischen Werte aus dem Blick zu verlieren.“


Takeshi Kitano – Japans unangepasster Star

von Yves Montmayeur, Frankreich 2019
Mittwoch, 31. März 2021, 22:00 Uhr, Arte – bis 29.5. in der Arte-Mediathek

Aktuelle Doku über den genialen Filmemacher, Fernseh- und Kinostar, Maler und Bildhauer: Der japanische Regisseur Takeshi Kitano erfand mit zwei emblematischen Filmen – „Hana-Bi“ und „Kikujiros Sommer“ – eine neue visuelle Sprache, düster, brutal und melancholisch. Der charismatische Comedian wurde in seiner Heimat aber auch durch absurde TV-Shows und politische Satiren zum Superstar. Direkt im Anschluss um 22.55 Uhr läuft „Kikujiros Sommer“ (Japan 1998), Kitanos wohl poetischster Film.