TV- und Mediatheken-Tipps vom 1. bis 7. April 2021

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


Ein letzter Tango

von German Kral, Deutschland/Argentinien 2015
Donnerstag, 1. April 2021, 1:10 Uhr (d.h. Freitag), Arte – bis 30.4. in der Arte-Mediathek

Ein Doku-Film, ein Musik-Film, ein Beziehungs-Film, ein sehenswertes Kleinod…

„Sie liebten sich, sich stritten sich, konnten sich gegenseitig nicht mehr ertragen und tanzten doch mehr als 50 Jahre lang gemeinsam: María Nieves (81) und Juan Carlos Copes (84) zählen zu den berühmtesten Tanzpaaren weltweit. Anhand ihrer Liebes- und Lebensgeschichte erzählt der Dokumentarfilm, wie der argentinische Tango den Weg auf die Weltbühne fand, wobei er weniger als gefühlvoller Tanz denn als getanztes Gefühl präsentiert wird. Junge Tänzer erarbeiten musicalartige Tango-Szenen zu Schlüsselmomenten aus Nieves’ und Copes’ Vergangenheit, die sich harmonisch-erhellend in das Porträt zweier einnehmender Persönlichkeiten einfügen.“


Was uns nicht umbringt

von Sandra Nettelbeck, Deutschland 2018
Freitag, 2. April 2021, 21:15 Uhr, ZDF

Mit hochkarätigen Schauspieler*innen besetzte deutsche Tragikomödie.

„Bei einem passionierten, insgeheim aber von den Problemen seiner Patienten manchmal auch überforderten Therapeuten laufen die Fäden eines breitgefächerten Personenreigens zusammen, aus denen das Auf und Ab im Leben der Hamburger Großstädter zum mal melancholisch dunklen, insgesamt aber eher heller gefärbten Netz gewoben ist. Der geschmeidige Ensemblefilm lotet als eine Art Kaleidoskop aus Trauer, Wut, Hoffnung und Zuversicht die Kraft gemeinsamen Redens aus, durch die sich manche Perspektive verrücken lässt. Glänzend besetzt und hervorragend gespielt.“


Boyhood

von Richard Linklater, USA 2014
Freitag, 2. April 2021, 1.10 Uhr (d.h. Samstag), ZDF

Diese mehrfach preisgekrönte (u.a. Silberner Bär der Berlinale) fiktive filmische Langzeitstudie ist sowohl gelungenes Experiment als auch filmisches Unikat.

„In zwölf Drehjahren mit denselben Schauspielern realisierte Richard Linklater einen Spielfilm über Kindheit und Jugend eines Jungen, der mit seiner Schwester und Mutter in Texas aufwächst. Von der Einschulung bis zum College sowie in vielen Gesprächen und Alltagssituationen entfaltet sich die fesselnde Reduktion auf das „gemeine Leben“, höchstens torpediert von den Erfahrungen eines Scheidungskindes. Mit hervorragend geschriebenen und gespielten Familienfiguren greifen der dokumentarische Gestus und der fiktive Inhalt in der Langzeitinszenierung virtuos ineinander und zeigen selten zu beobachtende Bilder des Heranwachsens.“


All is Lost

von J.C. Chandor, USA 2013
Freitag, 2. April 2021, 23:35 Uhr, 3Sat

Eines der besten Robert-Redford-Alterswerke.

„Ein alter Mann segelt mit seiner Yacht im Indischen Ozean. Wer er ist und wohin er will, erfährt man nicht. Stattdessen setzt der in seinen sparsamen Mitteln ganz auf Mann und Boot konzentrierte Film auf die wachsende Identifikation des Publikums mit dem von Naturgewalten heimgesuchten Segler. Ein minimalistischer Film, dessen Freude am dramatischen Detail mehr und mehr existenzieller Kontemplation weicht und damit durchaus allegorische Bezüge zulässt.“


Mörderland

von Alberto Rodriguez, Spanien 2014
Samstag, 3. April 2021, 20:15 Uhr, Tele 5 – bis 10.4. in der Tele 5-Mediathek

Düsterer, mit 10 Goyas ausgezeichneter, Sozialkrimi aus Spanien.

„Zwei Polizisten aus Madrid werden im Spätsommer 1980 in die andalusische Marschlandregion des Fluss Guadalquivir geschickt, um den Mord an zwei Mädchen aufzuklären. Sie geraten in einen Sumpf aus Ignoranz und organisiertem Verbrechen, erkennen aber auch, dass sie selbst mit sich und ihrer Vergangenheit nicht im Reinen sind. Der spannende Polizei-Thriller entwirft ein stimmig-morbides Sittenbild der 1980er-Jahre, vermittelt seine wortkarge Geschichte aber vor allem durch eine atemberaubende Bild- und Tonsprache, die die Handlung in audiovisuelle Stimmungen übersetzt.“


Rocketman

von Dexter Fletcher, USA/Großbritannien 2019
Montag, 5. April 2021, 20:15 Uhr, Pro7

Elton Johns Weg zum Weltstar als magisch-realistisches Musical.

„Beim Treffen einer Selbsthilfegruppe bekennt der Rockmusiker Elton John seine jahrelange Abhängigkeit von Drogen und Sex und rekapituliert sein bisheriges Leben: Aus der freudlosen Kindheit und den ersten Kontakten mit klassischer Musik erwächst über die Begegnung mit dem Songschreiber Bernie Taupin und eine Reihe von Charthits der kometenhafte Aufstieg zum Superstar mit extravagantem Outfit. Rauschende Musical-Biografie über den flamboyanten homosexuellen Rockmusiker mit prächtigen Kostümen und vielen Evergreens, in der Elton Johns Lebensstationen in stilisierte Auftritte aufgelöst werden.“


Fish Tank

von Andrea Arnold, Großbritannien 2019
Mittwoch, 7. April 2021, 20.15 Uhr, Arte – bis 13.4. in der Arte-Mediathek

Ein elektrisierendes britisches Sozialdrama um eine rebellierende Jugendliche.

„Ein souverän inszeniertes Drama über das Ringen einer Heranwachsenden zwischen frühreifer Lolita und hilfsbedürftigem Kind. Eine herausfordernde Coming-of-Age-Studie, die von der enormen Präsenz der Hauptdarstellerin lebt und die aufgelassenen Industriebrachen um die Themse-Mündung zum seelischen Spiegel macht.“