Psychoanalyse & Film: Die Fremde
Die 25-jährige Türkin Umay steht mit ihrem Sohn Cem in Berlin vor der Haustür ihrer Eltern. Sie hat das Leben mit ihrem Ehemann in Istanbul nicht mehr ausgehalten. Zurückhaltend wird sie aufgenommen. Schon bald trifft die Familie die Entscheidung, Cem wieder zum Vater zu schicken. Nur so kann die Ehre wieder hergestellt werden. Umay reagiert panisch: Niemand soll ihr ihr Kind wegnehmen. So flieht sie wieder. Sie verliebt sich erneut und sucht nach einiger Zeit die erneute Annäherung an die Familie.

Wieder eine starke Rolle für die „Gegen die Wand“-Entdeckung Sibel Kekilli: In dem Film von Feo Aladag spielt sie eine junge türkische Mutter, die im starren Familienverbund mit seinen Traditionen und Regeln zerrieben wird, weil sie die Hoffnung auf ein eigenes Leben nicht aufgeben will. Die Umsetzung ist konventionell, aber zielführend, weil die Regisseurin eng bei den Figuren bleibt. Einfache Typenzeichnung wird vermieden in diesem Porträt einer Gesellschaft, die sich nicht von der Vergangenheit lösen kann und noch nicht in der Gegenwart angekommen ist.



Freitag, 23. November
17:00

Casablanca

D 2009 | R: Feo Aladag | 123 Min. | ab 12 | dt. Originalfassung (z.T. OmU)

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