Zum Tag der Epilepsie: Back for Good
Sondervorstellung zum Tag der Epilepsie in Zusammenarbeit mit der Psychosozialen Beratungsstelle der Rummelsberger Diakonie.

Das frech-charmante Spielfilmdebüt von Mia Spengler erzählt von Angie, die als B-Promi nach einem Drogenentzug zurückkehrt in die heimatliche Provinz, um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

Nach dem Drogenentzug ist vor dem Dschungel. Das denkt sich zumindest Angie, die nach einem Aufenthalt in der Entzugsklinik ihre Zukunft als Reality-TV-Star völlig neu planen muss. Da ihr aber leider sowohl Manager als auch Wohnung fehlen, muss sie den für sie demütigenden Rückzug in ihr Heimatdorf antreten und wieder bei ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Kiki wohnen. Und während sie immer noch den Traum hegt, die Karriere als B-Promi voranzutreiben, erkennt sie schmerzhaft, dass sich da, wo sie herkommt, nichts geändert hat. Ihre Mutter ist immer noch kontroll- und herrschsüchtig, worunter vor allem Kiki leidet, die, weil sie Epilepsie hat, von der Mutter wie ein rohes Ei behandelt wird.

Angie beschließt, Kiki beizustehen und ihr dabei zu helfen, einfach auch mal Teenager sein zu dürfen. Denn seitdem sie damals von Zuhause ausgezogen ist, trägt sie eine schmerzhafte Schuld in sich, die sie nun wieder gutmachen möchte. Mia Spenglers Debütspielfilm BACK FOR GOOD gelingt es von der ersten Minute an, die Milieus, zwischen denen der Film wandelt, glaubhaft darzustellen. Dies gilt sowohl für die Welt der B-Promis, die das Glitzerlicht suchen und doch nie den Glamour und die Klasse echter Stars versprühen können, weil ihnen immer auch etwas Verzweifeltes anhaftet, als auch für die Welt, in die Angie zurückkehren muss. Es ist die Heimat in der Provinz, in der die Menschen zwischen Turnvereinen, Tupperparties und Waxing Studios ihren eigenen kleinen, in sich geschlossenen Horizont erschaffen haben.

Mia Spengler gelingt es, auch aufgrund der fantastischen Darstellerleistung von Kim Riedle als Angie, Leonie Wesselow als Kiki und Juliane Köhler als überfürsorgliche Mutter, diese Welten in ihren harten Kontrasten immer wieder aufeinander prallen zu lassen, auch durch die glaubhafte und authentische Einbindung von Social Media. Daraus entstehen, dank pfiffiger Dialoge, immer wieder höchst amüsante und unterhaltsame Momente. Doch auch die Tragik der einzelnen Schicksale mitsamt all den vergebenen Chancen und den nichterfüllten Träumen blitzt in den einzelnen Szenen auf. Der passend dazu gewählte Soundtrack unterstützt die jeweilige Stimmung und die dynamische Kamera fängt jede Gefühlsnuance ein. Mit BACK FOR GOOD ist Mia Spengler ein reifer und fein ausbalancierter Film gelungen, der sein Thema frech-charmant und berührend ehrlich erzählt. (Quelle: FBW-Pressetext, https://www.fbw-filmbewertung.com/film/back_for_good)

Die Psychosoziale Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie der Rummelsberger Diakonie lädt zu diesem Kinoabend ein, um auf das Thema Epilepsie bzw. den Umgang damit aufmerksam zu machen. Im Anschluss möchten wir Gelegenheit geben, zusammen mit Dr. med. Frank Kerling (Epilepsieambulanz Krankenhaus Rummelsberg) und den Mitarbeitenden der Epilepsieberatungsstelle Mittelfranken über die Inhalte des Films und die psychosozialen Folgen von Epilepsie auf den Alltag zu diskutieren.




Dienstag, 8. Oktober
19:00

Casablanca

D 2017 | R: Mia Spengler | 95 Min. | ab 12 | dt. Originalfassung

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