Schnelle Filme auf schmalen Reifen: Das fünfte Nürnberger Fahrrad-Film-Festvial

Freitag, 19. Mai bis Sonntag, 21. Mai 2017

Zum fünften Mal führen alle Wege in Nürnberg in die Südstadt – zumindest die Wege aller, die auf zwei Reifen unterwegs sind: Das Fünfte Nürnberger Fahrrad-Film-Festival bringt alles auf die Leinwand, was das Leben auf dem Sattel lebenswert macht.

Mit seinen fünf Jahren ist das Festival jung im Vergleich zu seinem Thema: 200 Jahre wird das Fahrrad in diesem Jahr alt. 

Das International Cycling Film Festival, das dieses Jahr zum zweiten Mal als Gastspiel ins Programm integriert wird, liefert die schönste Erklärung für die Erfindung von Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn (wie er mit vollem Namen heißt): Nicht nur ihm verdankt die Menschheit die Erfindung des Fahrrads, sondern auch dem Vulkan Tambora zu verdanken, der vor genau 200 Jahren ausgebrochen ist. Seine Aschewolke verdunkelte die Sonne und sorgte schließlich dafür, dass den mitteleuropäischen Pferden das Futter ausging. Drais besann sich seiner humanistischen Bildung und baute an zahlreichen Winterabenden ein hölzernes Kunstpferd – auf zwei Rädern. Das Fahrrad war erfunden. Das Paradies hatte ein neues Zuhause.

Neben den Filmen geht es dieses Jahr aber auch um Politik: Wir haben drei Menschen eingeladen, die am Freitag-Abend einen Dialog über die Dinge führen werden, die aktuell noch das Glück auf zwei Rädern hemmen, die Stolpersteine, die in einer Stadt wie Nürnberg den Spaß am Fahrrad-Fahren hemmen. 

Auf zwei Rädern durch die Südstadt?

Talk-Runde mit Politikern 
Freitag, 19. Mai, 19:00 Uhr | Eintritt frei, bitte Plätze reservieren!

„Fahrradfreundliche Stadt“ – mit diesem Titel darf Nürnberg sich seit einigen Jahren schmücken. Und in der Tat: Wer die Stadt auf zwei Rädern durchquert, darf inzwischen legal den Hauptmarkt passieren, findet weit weniger oft als früher die gefürchteten „Radfahrer absteigen“-Schilder und  findet Fahrrad-Ständer und aufwändig ausgeschilderte Umleitungen bei Baustellen vor. Aber das Paradies auf zwei Rädern ist noch ein Stück weit entfernt – noch immer kann man die wunderbaren Fahrradständer vor dem Casablanca nur schiebend erreichen und die viel beschworenen schnellen Radfahrer-Routen sucht man in der Südstadt noch vergebens.

Es ist viel zu tun. In einer Talk-Runde diskutieren die verkehrspolitischen Sprecher ihrer Parteien Marcus König (CSU) und Thomas Schrollinger (ÖDP) mit Jens Ott vom ADFC. Moderation: Jo Seuss (Nürnberger Nachrichten).

Leckeres aus der mobilen Fahrrad-Küche

Am Samstag-Nachmittag

Fahrradfahren macht hungrig, Filme-Schauen auch. Daher bauen wir am Samstag eine mobile Fahrrad-Küche im Casablanca-Hof auf und versorgen die Festival-Gäste mit mobilen Leckereien!

Kostenlose Fahrrad-Führungen

Samstag, 20. Mai, Start 15:00 Uhr am Casablanca. 

Dauer ca. 2 Stunden

Fahrradführung durch die Nürnberger Südstadt, angeboten vom ADFC. 

Sonntag, 21. Mai, Start 11:00 Uhr, Muggenhofer Straße 20 

(ehem. Straßenbahndepot). Dauer ca. 2 Stunden

Fahrradführung zu den Anfängen der Nürnberger Fahrradindustrie, angeboten von Geschichte für Alle e.V., Referenten: Peter Ullein, Sebastian Gibtner und Frank Guthmann. 

Shorts Attack: Bike Shorts

Freitag, 19. Mai, 21:00 Uhr

Dem Erfinder des Fahrrads auf der Spur: Die Animation „The Worlds First
Bicycle“ folgt einem schottischen Bastler der Laufmaschine, „Moop
Mama – Die Erfindung des Rades“ katapultiert das Kulturgut Fahrrad auf
den Highway einer partybegabten Gang und Erwachsene, die nicht Rad
fahren können, finden bei „Mama Agatha“ Rat. Profiradler mit Dopingerfahrung
werden sich bei „Velodrool“ wiederfinden, bei „Cycles“ steht die
Beziehung auf der Probe, „Mianzi Rei“ folgt einer Berliner Rennfahrerin,
„Yes I rode here“ schwärmt vom Radeln durchs winterliche New York, wohingegen „GrannyMan“ über Autoabgase klagt. „If you want your mother
back“ bewegt einen Jungen, sich in Sachen Fahrrad mit dem Dorfpfarrer
anzulegen, und in „The Elephant“ träumt ein Elefant – wovon wohl – von
einem Fahrrad!

Ein schnelles Programm mit kurzen Filmen – präsentiert von Bernd und
Black mit den Stirnlampen, natürlich wieder mit muskelkraft-erzeugter
Energie!

Moderiertes Kurzfilmprogramm | ca. 90 Minuten
www.shortsattack.com/bike-shorts-on-tour-2017


The Bicycle

Freitag, 19. Mai, 17:00 Uhr
Sonntag, 21. Mai, 13:15 Uhr

Warum ist das Fahrrad heute, 200 Jahre nach seiner Erfindung und oft
totgesagt, wieder aktuell? Die Dokumentation „Bicycle”. Der Regisseur
und Hobby-Radfahrer Michael B. Clifford erzählt die Geschichte aus
britischer Sicht, aus dem Land, in dem das Fahrrad in seiner heutigen
Form perfektioniert wurde – seine Erfindung, seinen Niedergang und die
Wiederauferstehung von viktorianischen Zeiten bis heute. Eine humorvolle,
lyrische und warme Reflexion über das Fahrrad, das Radfahren und
ihren Platz in der Psyche der Briten.

Dokumentarfilm | UK 2014 | R: Michael B. Clifford | 86 Min. | FSK offen | engl. OV
www.bicyclethefilm.com


Das große Rennen von Belleville

Samstag, 20. Mai, 14:00 Uhr als CasaKids-Special
Samstag, 20. Mai, 22:50 Uhr
Sonnag, 21. Mai, 15:00 Uhr

Oma Souza ist zufrieden: Die Leidenschaft für das Radfahren hat ihren
Adoptivenkel Champion endlich aus seiner Lethargie gerissen. Er lebt
für nichts anderes mehr und startet schließlich sogar bei der Tour de
France. Als Champion entführt wird, nimmt Oma Souza gemeinsam mit
ihrem treuen, viel zu dick geratenen Hund Bruno die Verfolgung auf. Ihre
Suche führt sie nach Belleville, einem Moloch aus Schwindel erregenden
Hochhäusern, der an New York und Fritz Langs Metropolis erinnert. Dort
wird die klumpfüßige Oma von den „Triplettes“ aufgelesen, drei heruntergekommenen alten Damen, die einst als Revuestars brillierten und ihren skurrilen Marotten nachgehen. Gemeinsam rüsten die alten Damen auf,
um Champions Entführern das Handwerk zu legen.

Animationsfilm | F/BE 2002 | R: Sylvain Chomet | 81 Min. | ab 6 | ohne Dialog


Rennradfieber - Warum Glück erfahrbar ist

Samstag, 20. Mai, 18:00 Uhr
Der Regisseur ist als Gast angefragt

Was sind das für Menschen, die im Jahr mehrere tausende Kilometer
auf ihrem Rennrad zurück legen?

Was ist das Faszinierende an diesem schnellen Fortbewegungsmittel?

Wie hat der Sport die Menschen verändert?

Warum geht ein Leben nicht mehr ohne?

In 5 Geschichten von 5 „Jedermännern“ findet der Film humorvolle und
spannende Antworten auf diese Fragen.

D 2016 | R: Oliver Kratz | 90 Min. | ab 0
www.rennradfieber-film.de


The Alley Cat

Freitag, 19. Mai, 22:50 Uhr
Samstag, 20. Mai, 16:00 Uhr

Ein Programm des International Cycling Film Festival: http://www.cyclingfilms.de/

Ein Road-Movie auf dem Fahrrad: Die Fahrradkurierin Jasper verlässt ein Alley-Cat-Rennen, ein Alkohol-geschwängertes Event von Kurierfahrern durch die verlassenen Straßen der Vorstädte. Sie begibt sich auf eine Reise, physisch und spirituell, durch die nächtlichen Straßen von Chicago, zu einem Ziel, mit dem sie tiefe Emotionen verbinden. Der Film spielt in einer einzigen Nacht. Eine geheimnisvolle Reise.

USA 2014 | R: Marie Ullrich | 65 Min. | FSK offen
www.thealleycatfilm.com


International Cycling Film Festival

Samstag, 20. Mai, 20:30 Uhr

Zum zweiten Mal ist das Nürnberger Fahrrad-Film-Festival gleichzeitig
Austragungsort des International Cycling Film Festival – ein
Gastspiel des ältesten deutschen Fahrrad-Film-Festivals, das schon
zum elften Mal mit einem Kurzfilmprogramm durch Deutschland,
die Niederlande und Polen tourt. Das Thema, das die kurzen Spiel-,
Dokumentar- und Animationsfilme zusammenhält, ist das Glück:
Nur Exoten suchen es auf dem Rücken von Pferden, der moderne
Mensch findet es auf dem Fahrrad.

Wir präsentieren das International Cycling Film Festival als moderierten
Kurzfilm-Abend!

Ein Programm des International Cycling Film Festival: http://www.cyclingfilms.de/


Mann im Spagat

Kurzfristig zusätzlich im Programm - Grossartiger Berlin-Trash!
Preview am Samstag, 20. Mai, 22:40 Uhr

Die Inhaltsangabe liest sich so krude, wie dieser Film ist - und auch so witzig. Eine Trash-Perle aus Berlin, von und mit Timo Jacobs, mit Meret Becker, Rolf Zacher, Claude-Oliver Rudolph, Olli Schulz und vielen anderen.

Für die Weltatemagentur probiert Cowboy eifrig den Weltatem mit selbst gemachten Bettketten und levitierten Wasser zu reinigen. Na, das sollte in Kreuzberg, dem Stadtteil für Sternensänger, doch eigentlich kein Problem sein. Schliesslich hat Cowboy ja die Hilfe seines Seniorenpraktikanten.

Doch auch hier ändern sich die Zeiten. Cowboy muss mitansehen, dass der
schmierige Tschick McQueen und seine umtriebige Partnerin Angel gleich
gegenüber einen Autokurier aufmachen. Gegen diese Dreckschleudern muss
Cowboy etwas unternehmen. Er plant einen Fahrradkurierdienst aufzubauen und gleich zu Beginn eine Rallye zu veranstalten.

Doch Cowboys Einsatz hat noch einen weiteren Grund. Cowboy will nicht, dass
seine Mutter in einem dumpfen und tendenziell sogar gefährlichen Altenheim
als Versuchskaninchen endet. Seine Mutter soll ins Sohosavoyritz, dem belebenden Altenheim für BestAgerGutverdiener. Dort tanzt sogar Elvis als Laserprojektion. Dafür benötigt Cowboy aber Geld; am besten das
des Kurierunternehmens.

Als die Weltatemzentrale in Gestalt der attraktiven und intelligenten Fey van
Schweeden eine Vertreterin schickt, nimmt Cowboys Planung Fahrt auf. Fey unterstützt Cowboy wo sie nur kann. Dafür fordert sie transzendentes Umdenken. Aufgerieben zwischen seiner aufkeimenden Liebe zu
Fey, der Attraktivität von Angel und seinem gepflegten Hang zum Chaos wird die Rallye zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Schon bald soll ihm seine Mutter weggenommen werden und diese Kurierfahrer machen nun wirklich nicht das, was sie eigentlich sollen: Radfahren.

Tschick und Angel haben Cowboy mittlerweile den Teufel vom Hermannplatz
auf den Hals gehetzt. Doch das ist lachhaft, verglichen mit der riesigen Gewitterwolke die über ihm schwebt, und Cowboys Fähigkeiten sich selbst aus dem Spiel zu tricksen.

www.mannimspagat.de