[Special] Das Stahltier
Sondervorstellung in Zusammenarbeit mit dem DB Museum Nürnberg und dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Mit Vortrag durch den Leiter der Ausstellung des DB Museum Dr. Rainer Mertens und Filmgespräch mit ihm und Dr. Alexander Schmidt (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände)

Einer der großen Avantgardefilme des „Dritten Reichs“. Anlässlich des 100. Jubiläums der ersten Bahnverbindung zwischen Nürnberg und Fürth beauftragt die Reichsbahn den visionären Regisseur und Kameramann Willy Zielke mit einem Film, der einen Bogen schlägt von den Bahnpionieren bis in die Gegenwart. Zwar stellt Zielke dafür auch historische Szenen mit Schauspielern nach, doch viel mehr als für vergangene Zeiten interessiert er sich für das rhythmische Spiel der Maschine und die Montage, die Melodie des Rauchs, die Poesie von Licht und Schatten. Wie in John Fords Western The Iron Horse (1924), der in Deutschland den noch schöneren Titel Das Feuerross trug, wird die Lokomotive zum lebenden Organismus, mit Herz, Augen, Armen und Blut in den Adern. „Willy Zielke (…) ist einer jener jungen Regisseure, die von der Photographie herkommen und das optische Element als das Wesen des Films betrachten, jedenfalls als das Primäre, dem sich alles andere unterordnen muß“, konstatiert der Film-Kurier im August 1935. Für Zielke ist das „oberste Gebot bei der Arbeit am Film, optisch zu denken, zu fühlen und zu schaffen.“ So ungewöhnlich, mitreißend und dramatisch Das Stahltier noch heute wirkt, so ungeeignet für Werbezwecke fand ihn sein Auftraggeber. Da Zielke Änderungen ablehnte, erwirkte die Reichsbahn ein Verbot des Films, der deshalb erst 1954 in der Bundesrepublik in einer stark gekürzten Fassung herauskam. (Quelle: Deutsches Historisches Museum)

Regisseur Willy Zielke hatte als Kameramann mit Leni Riefenstahl zusammengearbeitet, wurde von dieser aber als Konkurrent ausgebootet. Viele Aufnahmen aus Riefenstahls Olympia-Film, die diese als ihre Arbeit ausgabe, stammen tatsächlich von Zielke. Die Rolle von Leni Riefenstahl ist nicht abschließend geklärt, es gibt aber klare Hinweise darauf, dass sie persönlich dafür sorgte, dass bei Zielke eine Schizophrenie diagnostiziert und er zwangssterilisiert wurde.

Die einzige verbliebene Kopie des Films überlebte im persönlichen Archiv von Leni Riefenstahl.

Wir zeigen die komplette Fassung des Films aus dem Bestand des Bundesarchiv.



Sonntag, 1. Februar 2026
11:00

Casablanca

DE 1934 | R: Willy Zielke | 70 Min. | FSK offen | dt. Originalfassung

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