Nach dem Tod seiner geliebten Großmutter flieht der junge Literaturdozent Gabriel vor der Einsamkeit nach Rio. In der Szenekneipe Glória, wo die queere Nachbarschaft auf die Sexworker der umliegenden Straßen trifft, findet er die Familie, die ihm immer gefehlt hat. Gleichzeitig verliebt er sich in den Escort Adriano, der ihm eine aufregende, aber dunkle neue Welt eröffnet – in die Gabriel immer tiefer hineingezogen wird, als Adriano plötzlich verschwindet. Es beginnt eine besessene Suche, auf der Gabriel nicht nur sich selbst in Gefahr bringt.
In seinem zweiten Spielfilm zeigt der brasilianische Regisseur und Teddy-Gewinner Felipe Sholl („The Other End“) in fiebrigen, verführerischen Bildern, mit welcher Wucht die Sehnsucht nach Nähe in selbstzerstörerische Obsession umschlagen kann – und wie queere Wahlfamilien besonders dann Schutz und Wärme bieten, wenn die Lage aussichtslos scheint. In „Alles was brennt“ sind Begehren, Verlust und Hoffnung untrennbar miteinander verbunden. Ein Film, der das Verlangen und die Liebe feiert, gleichzeitig sexy und gefährlich.
FELIPE SHOLL (Regie und Buch), 1982 in Rio de Janeiro geboren, ist ein brasilianischer Drehbuchautor und Regisseur. Bereits sei erster Kurzfilm „Tá gewann den Teddy Award 2008 als Bester Kurzfilm. 2016 gewann sein erster Spielfilm „Fala Comigo“ erhielt beim Rio de Janeiro International Film Festival den Preis als Bester Film und für die Darbietung von Hauptdarstellerin Karine Teles den für die Beste Schauspielerin. Als Drehbuchautor war Felipe an nennenswerten Produktionen, wie „Found Memories“ (2011) „Il Traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra“ (2019), „Memory Houseund“ (2020) beteiligt. „Alles was brennt“ ist sein zweiter Spielfilm

Casablanca
BRA 2024| R: Felipe Sholl | 103 Min. | port.-span. OmdU