August 2020: Burhan Qurbani

Unsere Fragen gehen im August an Burhan Qurbani, dessen sensationelle Verfilmung von ‚Berlin Alexanderplatz‘ wir weiter im Programm haben.

Womit kann man einen Kinoabend verderben?

Wenn Menschen die Etikette von öffentlichen Vorführungen nicht kennen. Popcorn und Nachos essen ist ja ok. Aber texten oder mit dem Sitznachbarn reden ist uncool. Ach ja, ich habe auch das wunderbare Glück, dass sich immer der größte Mensch im Saal genau vor mich setzt…

Muss man während des Abspanns sitzenbleiben?

Das dachte ich immer, ist aber ein wenig nerdy. Ich bin inzwischen der Meinung, dass man auch mittendrin gehen kann, wenn man merkt, dass man irgendwie im falschen Film sitzt.

Im Casablanca gibts kein Popcorn – was sollte man stattdessen mitnehmen dürfen?

Ich würde wahrscheinlich Popcorn hineinschmuggeln. Für mich ist ins Kino gehen auch immer: salziges Popcorn essen. Soviel bis man die eigene Zunge nicht mehr spürt.

Zu welchem Song müsste dringend ein Film gedreht werden?

Ich mache das gerade. Aber ich darf den Titel nicht nennen. Ein Song von Nina Simone…

Was fehlte Dir bisher in jedem Kino?

Dass man im Saal nicht mehr rauchen kann.

Welcher Film hätte nie gedreht werden sollen?

„Star Wars: The Last Jedi“, Ryan Johnson hat meine Kindheit versaut.

Dein ungewöhnlichstes Kino-Erlebnis?

Kein Kinoerlebnis in dem Sinne, aber vielleicht doch: Den letzten Schnitttag meines ersten Spielfilms „Shahada“ hatten wir im Keller des Babylon Kinos am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Ich war total durch und hatte richtig Angst vor diesem Moment, meinen ersten (und vielleicht letzten) Langfilm abzuschließen. Von oben kam Lärm und ich hatte sowiewo schon Probleme, mich zu konzentrieren. Ich bin durch die Eingeweide des Kinos hochgegangen, hörte Gesang und Jubel und Gejauchze und landete bald hinter der Leinwand, lugte in den Zuschauerraum und musste ganz doll lachen. Es war eine Vorstellung von „Rocky Horror Picture Show“ mit Kostümen und Reiswerfen und Mitsingen. „Shahada“ lief ein paar Monate später im Wettbewerb der Berlinale. Vielleicht lag es auch an diesem Abend…

Wer war das beste Paar der Filmgeschichte?

Michael Keaton und Michelle Pfeiffer in „Batman Returns“. Sie tanzen unter einem Mistelzweig (ohne Kostüm) und merken dabei, dass sie eigentlich Feinde sind. Michael/Batman umarmt sie. Michelle/Catwoman fängt an zu weinen und fragt: „Müssen wir jetzt kämpfen?“

Auf welchen Film freust Du Dich aktuell?

Ich bin ein großer Fan des Romans „Dune – Der Wüstenplanet“ und ich freue mich sehr, dass einer meiner liebsten Regisseure, Denis Villeneuve, den Film gerade abgedreht hat.

Foto: Malik Vitthal