Dezember 2022: Emily Atef

Unsere Fragen gehen an Emily Atef. Sie ist spätestens seit ‚3 Tage in Quiberon‘ jedem Kino-Fan ein Begriff – und mit ihrem neuen Film ‚Mehr denn je‘ startet der Kino-Dezember.

Was unterscheidet einen guten von einem grossartigen Film?

Ein guter Film unterhält und kann einen berühren, ein großartiger Film kann einen so sehr inspirieren, dass er etwas im eigenen Leben in Bewegung bringen und zu Veränderung führen kann… und man wird diesen Film nie vergessen.

Dein stärkstes Kinoerlebnis?

In einem Camp in Griechenland, in dem Roma autonom leben durften, nach ihren eigenen Regeln. Wir waren dort mit dem französischen Regisseur Tony Gatlif, der selbst von Roma abstammt und haben dort auf einem riesigen Bettlaken seinen Film ‚Gadjo Dilo‘ mit den Bewohnern gesehen. Es war eine tolle Erfahrung, ihre Reaktionen und den Spaß, den sie mit dem Film hatten, mitzuerleben.

Muss man während des Abspanns sitzenbleiben?

Im Kino muss man, solange es den Nachbarn nicht stört, erst mal gar nichts. Aber wenn ein Film mich sehr berührt hat, wenn er mich mitgenommen hat und mich voller Fragen und Gefühle hinterlässt, kann ich nicht gleich aufstehen. Ich werde von der Musik des Abspanns in der Blase des Filmes gehalten … und will eigentlich nicht mehr raus.

Wer sind deine Filmheld/innen?

Gena Rowlands in absolut jedem Film, in dem sie gespielt hat. Aber ganz besonders als „Mabel“ in ‚Woman
Under Influence‘ von John Cassavetes.

Auf welchen Film freust du dich aktuell?

‚Tár‘ von Todd Field.

Foto: Harald Krichel (CC BY-SA 4.0)