Jahrhundertfilme: Der müde Tod
Große Klassiker aus der Frühzeit des Kinos – genau 100 Jahre nach der Erstaufführung wieder auf der Leinwand.

Im Oktober 1921 war die Uraufführung von Fritz Langs „Der müde Tod“. Kein anderer der großen Filme der Stummfilmzeit würde besser in diesen Herbst passen als dieser: Lang drehte ihn unter dem Einfluss des gerade zu Ende gegangenen Ersten Weltkriegs – seinen personifizierten Tod, der des Tötens müde geworden ist und der sich in einem von einer meterhohen Mauer umgebenen Grundstück einschließt, kann man als Allegorie auf die Stimmung seiner Zeit lesen. Der Film passt damit in den Herbst 2021, der vermutlich das Ende der Pandemie darstellen wird – weitere Parallelen (über die Hybris, über den Wert des Lebens, über Solidarität) kann man suchen.

Man kann aber auch einfach nur Langs frühes Meisterwerk bewundern. Gerade war ihm der Regie-Auftrag für „Das Cabinet des Dr Caligari“ entgangen, nun musste er mit diesem Stoff liefern. Und ihm gelang der Film, der sein Durchbruch wurde – ein Film mit wahnwitzigen Bauten, mit Tricktechnik, die auch nach 100 Jahren noch verblüfft und nicht zuletzt mit einer schlichten aber beeindruckenden Parabel auf die Liebe im Angesicht des Sterbens, geschrieben von Langs Lebens- und Arbeitspartnerin Thea von Harbou, besetzt mit einem der Superstars der Stummfilmzeit Lil Dagover.

Wir zeigen den Stummfilm als Matinée mit einer live improvisierten Musikbegleitung durch Hildegard Pohl (Piano) und Yogo Pausch (Percussion). Zur Aufführung kommt die vor einigen Jahren von der Murnau-Stiftung erstellte restaurierte Fassung.



Ein Ausschnitt:

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Sonntag, 10. Oktober 2021
11:30

Casablanca

D 1921 | R: Fritz Lang | Stummfilm | s/w (viragiert) | 83 Min. | ab 12

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