Unsere Fragen gehen im Oktober an den Leiter der Internationalen Hofer Filmtage, die vom 26. bis 31. Oktober stattfinden – ein großartiger Ort für echtes Festival-Feeling!
Was unterscheidet einen guten von einem grossartigen Film?
Ein guter Film knallt. Ein großartiger Film ist wie eine Explosion der Gefühle, die Dich komplett durcheinanderwirbelt.
Muss man während des Abspanns sitzenbleiben?
Unbedingt. Das ist der Moment des Innehaltens, besonders, wenn alle aus dem Kino gestürmt sind.
Was fehlte dir bisher in jedem Kino?
Bis in die 60er gab es Filmprogramme mit Infos zum Film, die ich als Kind schon auf dem Flohmarkt gesammelt habe. Manchmal wünsche ich mir, dass es diese im Kino auch heute wieder gibt.
Dein ungewöhnlichstes Kinoerlebnis?
Ich war in der Spätvorstellung von einer Marilyn Monroe Retrospektive in Hannover bei Billy Wilders ‚Das verflixte siebte Jahr‘: Richard ist allein ohne Familie in New York. Sein Motto für diese Zeit: absolute Disziplin. Doch dann klingelt es an der Tür. Auf der Leinwand erscheint die Silhouette einer Frau. Richard öffnet die Tür und vor ihm steht…Marilyn Monroe. Tosender Applaus. Das ist Kino!
Welche technische Entwicklung hat das Kino ruiniert?
Keine. Das Kino ist seit Bestehen der Raum, wo Menschen gemeinsam Filme ohne Ablenkung erleben. Die
technischen Entwicklungen, wie der Ton-Film (wurde ja zu Beginn als Bedrohung gewertet), das Fernsehen, digitalen Angebote, etc. haben für Ablenkungen gesorgt. Das Publikum merkt aber nach einer gewissen Zeit, wie gut und wichtig das Kino als Ort der Begegnung ist.
Foto: Chris Hirschhäuser