September 2019: Nora Fingscheidt

Nora Fingscheidt hat den spannendsten Film der Berlinale gemacht – und stellt ihn am 21. September im Casa vor.

Was unterscheidet einen guten von einem grossartigen Film?

Ein guter Film berührt und unterhält, aber ein großartiger Film erschüttert dich tief im Inneren und lässt dich über Jahre nicht mehr los.

Wer sind deine Filmheld/innen?

Als ich klein war mochte ich Helden wie Huckleberry Finn, Lebrac aus dem ‚Krieg der Knöpfe‘ oder die vier Freunde in ‚Stand by me‘. Heute mag ich widersprüchliche Helden wie Jack Nicholson in ‚Einer flog über‘s Kuckucksnest‘ oder Eva Löbau in ‚Der Wald vor lauter Bäumen‘.

Womit kann man einen Kinoabend verderben?

Wenn jemand neben dir ganz laut Popcorn isst und in der Tüte kramt, am besten während ganz leisen Szenen.

Dein ungewöhnlichstes Kinoerlebnis?

Wir waren auf einem Filmfestival in Lappland und haben nachts um 2 bei Sonnenschein in einem Zirkuszelt bei einem Karaoke-Screening ‚Moulin Rouge‘ geschaut. 700 Menschen haben betrunken mitgesungen und die Handlung lautstark kommentiert – durch Jubel (bei den Küssen) oder Buhrufe (wenn der Gegenspieler geredet hat). Ich habe mich gefühlt wie ein Kind beim Kasperle-Theater – das war großartig!

Auf welchen film freust du dich aktuell?

‚Berlin Alexanderplatz‘ von Burhan Qurbani!

Foto: Philip Leutert