Unsere Fragen gehen im November an Julian Radlmaier. Der Regisseur wurde in Nürnberg geboren und ist eine der spannendsten Stimmen im aktuellen deutschsprachigen Kino. Sein neuer Film ‚Sehnsucht in Sangerhausen‘ ist ab dem 27. November im Casablanca zu sehen!
Was unterscheidet einen guten von einem grossartigen Film?
Entweder ein Film gefällt mir, oder er geht mir auf die Nerven. Wenn er mir aber gefällt, dann denke ich
lieber nicht darüber nach, ob ich ihn nun großartig oder nur gut finde – ich finde es eigentlich schade, dass Filme in der digitalen Kultur permanent numerisch bewertet werden sollen. Macht es wirklich Spaß, den neuen Kelly Reichhardt zu schauen und dabei im Hinterkopf zu denken: „Geb‘ ich dem jetzt 7 Punkte oder doch nur 6,5?“
Wer sind deine Film-Held/innen?
Spontan: Jean Renoir. Obwohl, im Kino bin ich eher Polyals Monotheist. Das Schöne ist, dass die Filmgeschichte so reich ist, dass man darin immer wieder neue Held*innen entdecken
kann. Gerade inspirieren mich etwa die frühen Filme von Kira Muratowa – außergewöhnlich frei, eigenwillig und poetisch.
Zu welchem Song müsste dringend ein Film gedreht werden?
„Die schönsten Rosen blüh‘n in Sangerhausen“ von Bianca Graf – habe ich dann einfach selbst gemacht.
Wer war das beste Paar der Filmgeschichte?
Fred Astaire und Ginger Rogers, wegen der Leichtigkeit.
Auf welchen Film freust du dich aktuell?
‚Dry Leaf‘ von Alexandre Koberidze.
Foto: Zorica Medo