Unsere Fragen gehen im März an die Filmemacherin Jessica Hausner. Ihr neuer Film ‚Club Zero‘ startet am 28. März!
Womit kann man einen Kinoabend verderben?
Am ehesten mit einem Film, der angepasst und konventionell gemacht ist – der gar nicht erst versucht, mich aus dem gewohnten Sehen herauszuholen.
Zu welchem Song müsste ein Film gedreht werden?
Zu „Leider“ von der österreichischen Band Attwenger. Der Song ist wie ein politischer Essay in Reimen. Ich könnte mir einen Film dazu vorstellen, den der Song in Kapitel unterteilt. Ein musikalischer Essayfilm.
Im Casablanca gibt´s kein Popcorn – Was sollte man stattdessen mitnehmen dürfen?
Ein Glas Wein zum Film könnte angenehm sein – jedenfalls nichts Essbares, das würde ablenken.
Wer sind deine Filmheld/innen?
Meine erste Filmheldin war Gena Rowlands in ‚Woman under the Influence‘ von John Cassavetes. Zuletzt war es Sandra Hüller in ‚Anatomy of a Fall‘ von Justine Triet. Beide Frauenfiguren sind eigenartig. Sie geraten in Konflikt mit der Erwartungshaltung, die an Menschen, insbesondere Frauen, gestellt wird: angepasst zu sein.
Dein ungewöhnlichstes Kinoerlebnis?
Vor vielen Jahren habe ich ‚Türkische Früchte‘ von Paul Verhoeven im Kino gesehen. Da es heiß und Sommer war, waren alle baden – das Kino war leer, ich war allein. Der Film hat mich sehr gerührt, ich denke heute noch an ihn: eine Frau verändert durch einen Hirntumor ihre Persönlichkeit, weshalb sich die Frage stellt, ob sie noch die Person ist, die ihr Lover geliebt hat. Sie verschwindet, indem sie sich verändert.
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