Die fünf Fragen gehen im Juli an die Regisseurin des Films ‚Etwas ganz Besonderes‘ Eva Trobisch. Ab dem 9. Juli ist ihr Berlinale-Highlight zu sehen!
Was unterscheidet einen guten von einem großartigen Film?
Ein großartiger Film ist ein sehr guter Film solange man ihn schaut. Aber richtig anfangen tut er erst, wenn er vorbei ist. Ein zweites Zeichen für einen großartigen Film ist für mich, wenn ich während des Schauens nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Denn das heißt, er bedient keine Sehgewohnheiten, man kennt sich nicht aus, sieht etwas Ungesehenes. Das ist aufregend. Großartige Filme sind Filme, die etwas wagen. Die Neues wagen.
Was fehlte Dir bisher in jedem Kino?
Schulklassen. Uns fehlt die Ausbildung in Film als Kunstform. Es gibt Musik und Kunst als Fächer in der Schule. Aber ein Film wird nur geschaut, wenn er thematisch zum Geschichtsunterricht passt. Das ist schade und macht sich in der deutschen Filmkultur bemerkbar – wir gehen nicht für Filmemacher:innen ins Kino,
sondern für Themen. Aber ins Konzert gehe ich ja auch für die Band und nicht nur für den einen Song, bei dem es um Italien geht, weil ich da auch gerade war.
Womit kann man einen Kinoabend verderben?
Eine gute Freundin oder Freund, die/der früh entscheidet, den Film blöd zu finden.
Wer war das beste Paar der Filmgeschichte?
Ah da gibt es viele, gerade fällt mir ein: Monique van de Ven und Rutger Hauer in Turkish Delight von Paul
Verhoeven.
Auf welchen Film freust Du Dich aktuell?
‚Everytime‘ von Sandra Wollner.
Foto: Franziska Stenglin