Symposion Psychoanalyse und Film: Die Tochter – der Sohn.

Die Tochter – der Sohn.

Das diesjährige Symposion Psychoanalyse und Film hat zum Thema „Die Tochter – der Sohn“.

In den ausgewählten Filmen begegnen wir dem Beziehungsgeschehen zwischen Kindern und ihren Eltern auf sehr unterschiedliche Weise, in verschiedenen Lebensphasen und Lebenskontexten. Wir wissen um die starke Emotionalität, die der Beziehung zwischen Töchtern und Söhnen und ihren Eltern inhärent ist, die auch mit Konflikten einhergehen kann, was im Alltag erlebt und manchmal auch erlitten wird. Die Hintergründe und Motive, die zu Einschränkungen, Kummer oder auch psychischer Erkrankung führen, sind den Beziehungspartnern häufig nicht bewußt. Kinder können in jedem Alter Projektionsfläche für unbewußte Sehnsüchte oder Rivalität ihrer Eltern werden, deren unerfüllte Wünsche sie erfüllen sollen. Solche unausgesprochenen Erwartungen machen psychischen Druck und bedingen so eine starke Orientierung an die Eltern. Eigene kindliche und jugendliche Entwicklungsmöglichkeiten sind in der Folge eingeschränkt, so dass bis in das Erwachsenalter hinein kompromisshafte Lösungen und Bewältigungsstrategien gefunden werden müssen. Eigenes Wollen und Begehren findet keinen Raum, der Umgang mit den Eltern kann unerträglich werden und/oder eine Ablösung kann nicht altersadäquat stattfinden. Die Tochter, der Sohn rufen in den Eltern Schuldgefühle hervor, in der Bindungsbeziehung zu versagen, etwas falsch zu machen. Mütter und Väter erleben mit einhergehender Verunsicherung und innerer Not, dass sie ihr Kind nicht verstehen, das „etwas nicht passt“, ohne jedoch die eingefahrenen Wege verlassen zu können. Dies kann zu destruktiven Agieren oder zu enttäuschtem Rückzug auf beiden Seiten führen. Traumata der Eltern werden transgenerational an Töchter und Söhne weitergegeben und es bedarf viel innerer Arbeit und aktiver Auseinandersetzung der erwachsenen Kinder mit den Eltern, damit Veränderung möglich werden kann.

Bitte möglichst vorab Tickets online kaufen oder reservieren!

Termine & Tickets


Der Auftakt

Das diesjährige Symposion beginnt frühzeitig mit einer vorangestellten Vorführung des neuen Films Lara von Jan Ole Gerster, der sich thematisch in den Rahmen des Symposions einfügt.

Der Film läuft am Sonntag, 10. November um 18:00 Uhr mit Filmgespräch in der Reihe ‚Film auf der Couch‘.

Das Symposion

Das Symposion Psychoanalyse und Film wendet sich an interessierte Kinogängerinnen und Kinogänger ebenso wie an ein psychoanalytisch vorgebildetes Publikum. Jeder Film (mit Ausnahme der Spätvorstellungen nach 22:00 Uhr) wird eingeleitet und moderiert durch renommierte Experten. Ein spannendes Experiment, das einen erweiterten Blick auf die Filme ermöglicht!

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Casablanca mit dem Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen.

Die Kommentatoren

Alle Vorstellungen des Symposions werden eingeführt und moderiert von jeweils zwei erfahrenen Psychoanalytikerinnen und -analytikern:

Stefan Arnold, Dr. phil., Psychoanalytiker, sieht gern Filme von Allen Stewart Konigsberg.

Lisa Koch, Dr. phil., Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin, infiziert mit dem cineastischen Virus vor allem im Bereich der Nouvelle Vague.

Dieter Meier, Dipl. Psych., Psychoanalytiker und seit Jahrzehnten passionierter Kinogänger.

Alfred Murrmann, Dipl. Psych., Psychoanalytiker, schätzt Mastroianni, aber auch die Filme von Ingmar Bergmann.

Ingrid Thumm-Kuhl, Dipl. Psych., Psychoanalytikerin, geht gern in Filme von Bergmann, Tarkowski, Wim Wenders und Pasolini.

Jörg Wiesse, Prof. Dr., Psychoanalytiker. Liebhaber der Filme von Pedro Almodóvar und Fan von Gérard Depardieu und Penélope Cruz.