10 Tage – 10 Filme. Das Preview-Festival

10 Previews in 10 Tagen – Ein spontanes Festival

Es hätte so schön werden können – aber Welle 4 hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Aber weil wir überzeugt sind, dass 2022 besser wird als 2021, beginnen wir das neue Jahr ganz groß: Mit 10 Previews an 10 Tagen: 10 Filme, die wir schon auf Festivals sehen konnten oder von denen wir schon jetzt überzeugt sind. Alle werden in den nächsten Monaten im normalen Programm sein!

Warum genau diese Filme? Wir haben uns die Startlisten der nächsten Wochen angeschaut – was hat uns am besten gefallen? Auf was freuen wir uns? Die Auswahl, die wir getroffen haben, ist völlig subjektiv – aber vertrauen Sie uns …

Einige weitere Filme hätten wir gern dabei gehabt, aber sie waren nicht für Previews freigegeben – und einige sind schlicht deshalb rausgefallen, weil die 10 Programmplätze schon voll waren.

Unsere Auswahl beginnt mit Spencer, der auch das Motiv auf unserem Januar-Flyer ist. Ein Film über Lady Di? Im Casa? Der Verfasser dieser Zeilen (dem das Geschehen in den Adelshäusern nicht egaler sein könnte) sagt: Aber ja! Weil Spencer ein großartiger Film ist, was vor allem an der herausragenden Hauptdarstellerin Kirsten Steward liegt. Und weil man erfährt, dass die Queen (bis heute!) die Gäste ihres Weihnachts-Dinners vor und nach dem Essen wiegen lässt – mindestens 3 Pfund Zunahme gelten als schicklich.

Petite Maman hat uns auf der letzten (virtuellen) Berlinale begeistert. Der neue Film von Céline Sciamma („Porträt einer jungen Frau in Flammen“) ist weniger als 80 Minuten lang – 80 wunderschöne, magische Minuten, in der Sciamma auf einzigartige Art und Weise eine komplexe Familiengeschichte erzählt.

Was geschah mit Bus 670? ist eines der Opfer der Pandemie: Er hätte schon 2020 ins Kino kommen sollen, jetzt endlich ist es so weit. Was für ein eigenwilliger, faszinierender, gewaltiger Film – die Geschichte einer Frau auf der Suche nach ihrem Sohn, an dessen Tod sie nicht glauben will, ein Einblick in die Todeszone in Nord-Mexiko.

Den nächsten Film The Worst Person in the World haben wir auch noch nicht gesehen. Wir verlassen uns auf den massiven Vorab-Buzz, den das neue Werk von Joachim Trier bekommt: 100 % positive Bewertungen auf Rotten Tomatoes für einen Film, dem man nachsagt, dass er das kaputte Genre der romantischen Komödie völlig neu definiert. Wir sind gespannt!

An Silvester wird dann die ohnehin geplante Preview zum Teil des neuen Festivals: Wir zeigen Willkommen in Siegheilkirchen, das Animationsfilm-Projekt von Marcus H. Rosenmüller. Casa-Mitglieder durften den Film schon im letzten Sommer als Open Air-Mitglieder-Special sehen, damals noch unter dem Titel „Rotzbub“. Der neue Titel hätte den Film fast seine Freigabe ab 12 Jahren gekostet – aber er passt: Rosenmüller erweckt die drastischen, zotigen und enorm lustigen Figuren des vor einigen Jahren verstorbenen Karikaturisten Manfred Deix zum Leben.

Zu Parallele Mütter – Madres Parallelas muss man nicht viel sagen. Gesehen haben wir ihn auch noch nicht. Aber: Ein neuer Film von Pedro Almodovar, mit Penélope Cruz in einer der Hauptrollen: Was kann schon schiefgehen? Wichtig für die Fans: Der Film startet nicht wie geplant am 6. Januar, sondern erst im März – unsere Preview ist vermutlich die einzige Chance, ihn jetzt schon zu sehen!

Warum man Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel sehen muss, ist vielleicht weniger offensichtlich. Ein japanischer Film, fast drei Stunden lang? Man muss ihn sehen – der Film von Arthur Harari über den japanischen Soldaten, der als Elite-Soldat bis fast 30 Jahre nach Ende des Kriegsendes auf einer philippinischen Insel ausharrt und weiter kämpft, ist auf jeder denkbaren Ebene faszinierend.

In Liebe lassen mag auf den ersten Blick nicht in die Liste passen: Ein Drama über einen krebskranken Schauspieler in einem Programm, das Lust auf das neue Kinojahr machen soll? Aber ja. Weil dieser Film zeigt, was europäisches Arthouse-Kino kann, wenn man einen schwierigen Stoff optimistisch und warmherzig erzählt – ohne Zuckerguss, ohne falsches Happy Ending, aber als Geschichte über einen Menschen, der seinen Frieden finden kann. Und dazu gibts Catherine Deneuve!

Mit der Ballade von der weißen Kuh sind wir zurück auf der Berlinale 2020: Ein starker Film aus dem Iran über eine Frau, die die Geschichte ihres unschuldig hingerichteten Mannes ergründet – und des Richters, der für das Urteil verantwortlich war.

Und, als Abschluss – der einzige Film im Programm, der die Pandemie zum Thema hat: Gracious Night – Eine Nacht in Helsinki. Mika Kaurismäki variiert die Geschichte seines „Three Wise Men“ von 2008: Ein Wirt ist kurz davor, sein vor dem Ruin stehendes Lokal abzufackeln – doch zwei Gäste, die hineinschneien, ändern den Lauf der Dinge.

Und es gibt noch einen Bonus-Film: Ganz oben auf der Wunschliste für unser Festival stand der sehnlich erwartete neue Film von Paul Thomas Anderson, Licorice Pizza. Leider gab es keine Preview-Freigabe vom Verleih, als wir das Programm geplant haben – aber jetzt ist sie da: Wir zeigen den Film als OmU-Preview am Montag, 17. Januar um 20:30 Uhr!