TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 25. bis 29. April 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

 

Die Kultfilme der Woche

Samstag, 25.4.2020, 22:40, RTL 2: American Beauty von Sam Mendes, USA 1999

Montag, 27.4.2020, 22:55, Kabel 1, Matrix Revolutions der Wachowski-Sisters, USA 2003

 

Für James-Bond-Fans

 

Donnerstag, 23.4.2020, 22:10, Vox, James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt, GB 1974

Dienstag, 28.4.2020, 20:15, Nitro James Bond – Diamantenfieber, GB 1971 mit Sean Connery

 

Unsere speziellen Film-Tipps

 

Donnerstag, 23.4.2020, 23:50, Arte
Das Milan-Protokoll
von Peter Ott, Deutschland 2017

Ein deutscher Film mit politischen Bezügen – geht nicht, gibt’s nicht…?  Hier ist einer, mangels bekannten Regisseur und Darstellern war er aber nur kurz im Kino zu sehen. Ein spannender und sehenswerter Polit-Thriller, der im irakisch-kurdisch-syrischen Grenzgebiet spielt, wo eine deutsche Ärztin von sunnitischen Stammesmilizionären entführt wird, die dem Islamischen Staat nahestehen.

Er kommt ohne die übliche Gut-Böse-Dramaturgie aus und legt die Widersprüche der deutschen (Waffenexport-)Politik schonungslos offen.

 

Donnerstag, 23.4.2020, 0:00, RBB
Die beste aller Welten
von Adrian Goiginger, Österreich/Deutschland 2017

Ein siebenjähriger Junge muss mit der Heroinabhängigkeit seiner alleinerziehenden Mutter zurechtkommen. Der Regisseur, der bei uns im Kino zu Gast war, verarbeitet hier eigene Kindheitserfahrungen. sein berührender Film wurde mehrfach auf Festivals prämiert und erhielt u.a. den bayerischen Filmpreis für Nachwuchsregie und seine (Nachwuchs-)Hauptdarstellerin.

 

Freitag, 24.4.2020, 22:15 Uhr, ARD
Deutscher Filmpreis 2020

Fiebern Sie mit, welche im Casablanca gezeigten Film die begehrte „Lola“ (den deutschen „Oscar“) bekommen. Unser Favorit ist natürlich „Systemsprenger“ und wir wünschen der hochtalentierten 11jährigen Helena Zengel endlich mal einen längst verdienten Darstellerpreis. Ebenso Jan Bülow, der in „Lindenberg! Mach dein Ding“ wirklich „eine Granate“ (Zitat Lindenberg) war. Aber auch für „Lara“ drücken wir die Daumen und natürlich für einen Kamera-Preis an „O Beautiful Night“.

 

Samstag, 25.4.2020, 20:15 bzw. 22:50, Sat 1
Die Insel der verlorenen Kinder
von Tim Burton, USA/Großbritannien 2016

Dark Shadows
von Tim Burton, USA 2012

Ein TV-Abend mit jüngeren Tim-Burton-Filmen als Double-Feature ist eine originelle Idee. Der erstere ist eine Art Fantasy-Abenteuer-Romanverfilmung einer erfolgreichen Jugendbuchserie und voller visueller Effekte. Der starbesetzte „Dark Shadows“ (Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter) entstand nach einer beliebten US-TV-Serie und zündet laut Kritik ein Feuerwerk absurd-makaberen Humors.  Wenn nur bei Sat 1 die verfluchten Werbepausen nicht wären…

 

Samstag, 25.4.2020, 23:40, ARD
Gangs of New York
von Martin Scorsese, USA 2002

Der von uns in einer CasaAkademie-Veranstaltung portraitierte inzwischen 79jährige Martin Scorsese gehört zu den einflussreichsten Regisseuren des zeitgenössischen amerikanischen Kinos.

Sein Film spielt in den Elendsvierteln von New York City Mitte des 19. Jahrhunderts und erzählt in epischer Breite und opulenten Bildern von Martin Ballhaus, wie ein irischstämmiger Immigrant als Erwachsener den Tod seines Vaters zu rächen versucht.  Er wurde für 10 (!) Oscars nominiert, allerdings trotz Starbesetzung (u.a. mit Leonardo DiCaprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Liam Neeson) in keiner (!!) Kategorie ausgezeichnet. Ein zu Unrecht verschmähtes Meisterwerk.

 

Samstag, 25.4.2020, 23:55, ZDF neo
Children of Men
von Alfonso Cuaron, USA/Großbritannien 2006

Der zur Weltklasse zählende zweifache mexikanische Oscar-Preisträger (für „Gravity“ und „Roma“) erhielt bereits für diesen früheren dystopischen Science-fiction-Thriller mit Clive Owen, Julianne Moore und Michel Caine großes Kritikerlob und wurde für mehrere Filmpreise nominiert. Man beachte insbesondere die viel gerühmte Kamera-Arbeit von Emmanuel Lubezki, dessen Spezialität lange „Takes“ (Plansequenzen) sind (also Kamera-Einstellungen ohne Schnitte).

 

Sonntag, 26.4.2020, 0:05, ARD
Hitchcock
von Sacha Gervasi  USA 2012

Basierend auf der Biografie von Stephen Rebello spielt der Film während der Entstehung des Filmes „Psycho“ und legt einen Fokus der Geschichte auf die Beziehung von Hitchcock (Anthony Hopkins) zu seiner Frau (Helen Mirren). Ein amüsanter Schauspielerfilm und eine kurzweilige Hommage an einen der größten Regisseure des letzten Jahrhunderts, der von Siegfried König  angemessen in einem CasaAkademie-Seminar gewürdigt wurde.

 

Montag, 27.4.2020, 0:30, ZDF
Tore tanzt
von Katrin Gebbe, Deutschland 2013

Ein verstörendes, aber auch bewegendes Filmdebut, dass wegen einiger drastischer Misshandlungs-Szenen bei Publikum und Kritik umstritten war. Ein junger Mann findet über die Jesus Freaks seinen Glauben, ist jedoch auf Grund dessen nicht in der Lage, sich gegen brutale Übergriffe eines Freundes zu wehren. „Selten war der deutsche Film so radikal. So provozierend, mutig und gewaltig“ (FBW). Bayerischer Filmpreis 2013 für Nachwuchsregie an Katrin Gebbe, die zur Preview und Diskussion ihres neuen Films „Pelikanblut“ per Skype kürzlich beim Symposion Psychoanalyse und Film in unser Kino zugeschaltet wurde (demnächst wieder bei uns im laufenden Programm zu sehen).

 

Dienstag, 28.4.2020, 22:05, Servus TV
Swimming Pool
von Francois Ozon, Frankreich/Großbritannien 2002

Das französische Regie-Wunderkind inszeniert hier einen rätselhaften Psychokrimi um eine ältere Schriftstellerin (Charlotte Rampling) und ein junges blondes Biest (Ludivine Sagnier). Sehenswert.

 

(zusammengestellt von Rainer Mesch)