TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 18. bis 24. April 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

(zusammengestellt von Rainer Mesch, Leiter der CasaAkademie)

 

Die Kultfilme der Woche

Samstag, 18.4.2020, 20.15 Uhr, One
Der letzte Kaiser
von Bernardo Bertolucci (Großbritannien/Frankreich/Italien 1987) –
Die mit 9 (!) Oscars prämierte Lebensgeschichte des letzten Kaisers von China

Montag, 20.4.2020, 22 Uhr, arte
Die Addams Family in verrückter Tradition (USA 1993)

Montag, 20.4.2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
Matrix (USA 1999)
Montag, 20.4.2020, 23.05 Uhr, Kabel 1
Matrix Reloaded (USA 2003)
Der Science-fiction-Geniestreich der Wachowski-Schwestern und seine Fortsetzung

 

für James-Bond-Fans

Dienstag, 21.4.2020, 20.15 Uhr, Nitro
Man lebt nur zweimal (GB 1997) – Bond mit Sean Connery

Donnerstag, 23. 4. 2020, 22.10 Uhr, Vox
Der Mann mit dem goldenen Colt (GB 1974) – mit Roger Moore

 

Unsere speziellen Film-Tipps

Samstag, 18.4.2020, 22.00 Uhr, Super RTL
Die Reifeprüfung
von Mike Nichols, USA 1967

Dieser Film bot die erste große Rolle für Dustin Hoffman, der danach zu einem Hollywood-Star aufstieg und wurde auch durch den Soundtrack von Simon und Garfunkel sehr populär. Wie Siegfried König in seinem Seminar erläuterte, läutete er filmhistorisch das von Regie-Newcomern getragene New Hollywood-Kino mit ein, nachdem das klassische Hollywood-Kino in die finanzielle und künstlerische Krise geraten war. Die jungen Filmemacher hinterfragten gängige Geschlechterrollen und sexuelle Moral. Statt einer asexuellen Doris-Day-Figur agiert hier eine reife verheiratete Frau und sucht sich einen jugendlichen unerfahrenen Liebhaber. Angesichts der spießigen Hollywood-Moral war dies – heute kaum zu glauben – damals ein revolutionärer Film.

 

Sonntag, 18.4.2020, 20.15 Uhr, Super RTL
Edward mit den Scherenhänden
von Tim Burton, USA 1990

Die erste Zusammenarbeit eines angehenden Kult-Regissseurs mit einem TV-Schickimicki-Serien-Darsteller namens Johnny Depp sollte für beide nicht nur der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, sondern auch einer steilen Karriere werden. Die schräge Fantasy-Tragikomödie um einen künstlichen Menschen mit Scherenhänden ist zwar noch nicht so bizarr wie spätere Burton-Filme, bietet aber mit ihren vielen inszenatorische Einfällen einen guten Einstieg in dessen phantastisches filmisches Universum.

 

Sonntag, 19.4.2020, 1.45 Uhr, ARD
Looking for Eric
von Ken Loach, Großbritannien 2009

Der nunmehr 83jährige Ken Loach ist ein großer Humanist, aber auch ein unermüdlicher filmischer Klassenkämpfer, dessen Filme auf unterhaltsame Weise wichtige politische Anliegen transportieren. Wir hatten im Januar seinen letzten (bitteren) Film „Sorry we missed you“ in der Mitglieder-Preview. „Looking für Eric“ ist hingegen fast schon ein Märchen: Ein psychisch angeschlagener Postbote und Fußballfan wird von seinem Idol Eric Cantona imaginär beraten, wieder mit dem Leben zurecht zu kommen.

 

Montag, 20.4.2020, 20.15 Uhr, arte
True Grit – Vergeltung
von Joel und Ethan Coen, USA 2010

Die Coen-Brüder standen bereits vor 4 Jahren im Mittelpunkt eines CasaAkademie-Seminars. Ihr Markenzeichen sind schräge und düstere Crime-Stories, aber sie kriegen sogar Komödien und diesem „Spätwestern“ mit Jeff Bridgdes und Matt Damon ganz gut hin. Die Story eines 14jährigen Mädchens, das zusammen mit einem trunksüchtigen Marshal und einem Kopfgeldjäger auf die Suche nach dem Mörder ihres Vaters geht, ist übrigens nicht neu, sondern ein Remake eines John-Wayne-Film aus dem Jahre 1969. Aber die Coens können eben auch Remakes.

 

Mittwoch, 22.4.2020, 22.45 Uhr, BR
Vor der Morgenröte
von Maria Schrader, Deutschland/Österreich/Frankreich 2016

Die zweite Regie-Arbeit der leider immer seltener besetzten Schauspielerin erzählt in ruhigen Bildern von den letzten Lebensjahren des Schriftstellers Stefan Zweig (Josef Hader in einer ungewöhnlichen Rolle) im brasilianischen Exil. Der Film bekam u.a. den bayerischen Filmpreis für Regie und dem Publikumspreis beim europäischen Filmpreis. Wir haben ihn in unserer CasaAkademie-Veranstaltung „Frauen auf dem Regiestuhl“ ausführlich gewürdigt.

 

Mittwoch, 22.4.2020, 22.55 Uhr, WDR
Elternschule
von Jörg Adolph und Ralf Bücheler. Deutschland 2018

Dieser Doku-Film über eine Kinder- und Jugendklinik, in der auch die jeweiligen Eltern ein Verhaltenstraining und Erziehungcoaching durchlaufen, wurde sehr bundesweit kontrovers aufgenommen – bis hin zum Boykott von Kinovorstellungen. Wir haben ihn in unseren Vorstellungen in Anwesenheit medizinischer Experten gezeigt, was zu regen Diskussionen führte.

 

Donnerstag, 23.4.2020, 23.50 Uhr, arte
Das Milan-Protokoll
von Peter Ott, Deutschland 2017

Ein deutscher Film mit politischen Bezügen – geht nicht, gibt’s nicht…? Hier ist einer, mangels bekanntem Regisseur und Darstellern war er aber nur kurz im Kino zu sehen. Ein spannender und sehenswerter Polit-Thriller, der im irakisch-kurdisch-syrischen Grenzgebiet spielt, wo eine deutsche Ärztin von sunnitischen Stammesmilizionären entführt wird, die dem Islamischen Staat nahestehen.

Er kommt ohne die übliche Gut-Böse-Dramaturgie aus und legt die Widersprüche der deutschen (Waffenexport-)Politik schonungslos offen.

 

Donnerstag, 23.4.2020, 0.00 Uhr, RBB
Die beste aller Welten
von Adrian Goiginger, Österreich/Deutschland 2017

Ein siebenjähriger Junge muss mit der Heroinabhängigkeit seiner alleinerziehenden Mutter zurechtkommen. Der Regisseur, der bei uns im Kino zu Gast war, verarbeitet hier eigene Kindheitserfahrungen. sein berührender Film wurde mehrfach auf Festivals prämiert und erhielt u.a. den bayerischen Filmpreis für Nachwuchsregie und seine (Nachwuchs-)Hauptdarstellerin.

 

Freitag, 24.4.2020, 22.15 Uhr, ARD
Deutscher Filmpreis 2020

Fiebern Sie mit, welche im Casablanca gezeigten Film die begehrte „Lola“ (den deutschen „Oscar“) bekommen. Unser Favorit ist natürlich „Systemsprenger“ und wir wünschen der hochtalentierten

11jährigen Helena Zengel endlich mal einen längst verdienten Darstellerpreis. Ebenso Jan Bülow, der in „Lindenberg! Mach dein Ding“ wirklich „eine Granate“ (Zitat Lindenberg) war. Aber auch für „Lara“ drücken wir die Daumen und natürlich für einen Kamera-Preis an „O Beautiful Night“.