TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 14. bis 20. Mai 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker und Kultfilme

Samstag, 16. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
The Dark Knight Rises
von Christopher Nolan, USA/Großbritannien 2012

Sonntag, 17. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte – bis 31.5. in der Mediathek
Der Mann, der zuviel wusste
von Alfred Hitchcock, USA 1956

James-Bond-Filme

Donnerstag, 14. Mai 2020, 22.40 Uhr, Vox
In tödlicher Mission
von John Glen, Großbritannien 1981

Dienstag, 19. Mai 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Der Spion, der mich liebte
von Lewis Gilbert, Großbritannien 1977

Unsere speziellen Film-Tipps

Donnerstag, 14. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
Snowden
von Oliver Stone, Deutschland/USA 2016

Der dreifache Oscar-Gewinner, dessen Filme nicht unumstritten sind, erzählt publikumswirksam und spannend die wahre Geschichte des CIA- und NSA-Mitarbeiters Edward Snowden, der mit seinen Enthüllungen einen der größten Politskandale der Gegenwart auslöste. Auch kommt Amerikas Staatsfeind Nummer eins am Ende direkt zu Wort. Amerikanische Studios lehnten das Drehbuch ab, so dass ein Großteil der Dreharbeiten in Deutschland stattfand. Der US-Start des Films musste mehrmals verschoben werden…

Donnerstag, 14. Mai 2020, 23.40 Uhr, WDR – bis 21.5. in der WDR-Mediathek
The Killing of a Sacred Deer
von Yorgos Lanthimos, Irland/Großbritannien 2017

Die abgründigen Filme des griechischen „Lobster“-Regisseurs haben Kultstatus und brachten ihn u.a. zahlreiche Nominierungen für Oscars und europäische Filmpreise ein. Sein rabenschwarzer kühler Thriller lehnt sich an dem griechischen Mythos der Iphigenia an, ist aber mit seiner düsteren Atmosphäre und dem Zusammenspiel von unheimlichen Bildern und eruptiver Gewalt ein subtiler Horror-Film. Ein angesehener Arzt lässt sich und seine Familie von einem jungen Mann zunehmend erniedrigen und terrorisieren, da er sich für den Tod dessen Vaters schuldig fühlt. Colin Farrell und Nicole Kidman spielen das Ehepaar, der junge irische Shooting-Star Barry Keoghan brilliert als psychopathischer Teenager.

Freitag, 15. Mai 2020, 23 Uhr, Pro7
Sicario
von Denis Villeneuve, USA 2015

Der renommierte und vielseitige kanadische Regisseur, der kürzlich für das Sequel zu „Blade Runner“ verpflichtet wurde, inszenierte hier einen explosiven und dicht inszenierten Thriller vom feinsten. Der Filmtitel leitet sich von der Bezeichnung für Auftragskiller der Drogenkartelle ab. Emily Blunt spielt eine FBI-Agentin, die gegen mexikanische Drogenkartelle kämpft und dabei auf Korruption in den eigenen Reihen stößt. Der Film ist um Authentizität bemüht, ehemalige CIA- und FBI-Agenten wurden als Experten hinzugezogen.

Samstag, 16. Mai 2020, 23.30 Uhr, RBB
Solo Sunny
von Konrad Wolf, DDR 1980

Warum empfehlen wir ausgerechnet einen 40 Jahre alten DEFA-Film ? Ganz einfach: Weil es viele wirklich sehenswerte DDR-Fime der 1960er und 1970er Jahre gibt und dieser – nach einem Buch von Wolfgang Kohlhaase – zu den Höhepunkten gehört. Der Film ist ein mutiges Plädoyer für Individualität und gegen gesellschaftliche Bevormundung: Eine junge Arbeiterin kündigt, tourt als Schlagersängerin mit einer Band und anderen Künstlern über die Dörfer und Klubs der damaligen DDR und muss mehrere persönliche und berufliche Rückschläge überwinden. Die mitreißende Renate Krößner erhielt für ihre Darstellung bei der Berlinale 1980 den Silbernen Bären, was zwar die DDR als Filmland aufwertete, ihre Karriere zu Hause aber ausbremste.

Sonntag, 17. Mai 2020, 23.35 Uhr, ARD
HERRliche Zeiten
von Oskar Roehler, Deutschland 2018

Diese gallige Gesellschafts-Satire nach der Romanvorlage eines umstrittenen Autors wurde trotz guter Besetzung (Oliver Masucci, Katja Riemann, Samuel Finzi und Andrea Sawatzki) bei Kritik und Publikum zwiegespalten aufgenommen. Er handelt von einem wohlsituierten Ehepaar, dass eine neue Haushälterin benötigt und eine Anzeige mit den Worten „Haussklave gesucht“ schaltet. Als sich ein fremder Mann einfindet, der diese Rolle auszufüllen gedenkt, beginnt ein böse endendes Spiel mit den Rollen von Herr und Diener. Wir sind höchst gespannt auf Oskar Roehlers neuen Film über Rainer Werner Fassbinder , „Enfant terrible“, den wir Ihnen zeigen, sobald die Kinos wieder geöffnet werden.

Montag, 18. Mai 2020, 20.15 Uhr bzw. 23.35 Uhr, Arte
The Square
von Ruben Östlund, Schweden/Deutschland/Frankreich/Dänemark 2017
Involuntary
von Ruben Östlund, Frankreich/Schweden 2008

Erst kürzlich lief „Höhere Gewalt“ (aktuell noch in der arte-Mediatkek zu sehen), nun gibt es sogar ein Double Feature mit Filmen dieses schwedischen Ausnahme-Regisseurs, der für „The Square“ 2017 zahlreiche europäische Filmpreise (u.a. die Goldene Palme in Cannes) abräumte und für den Auslands-Oscar nominiert war. Im Mittelpunkt der Story über politische Korrektheit steht ein Kurator eines modernen Kunstmuseums in Stockholm, der durch den Diebstahl seines handys und einen kontroversen Werbeclip für eine Kunstinstallation in eine existenzielle Krise gestürzt wird.
„Involuntary“ lief ebenfalls 2008 in einer Nebenreihe in Cannes und wurde als Schwedens Beitrag für den fremdsprachigen Oscar eingereicht, kam aber nie in deutsche Kinos. Es ist eine episodisch angelegte Komödie über Moral und Gruppenzwang und zeigt in mehreren 2-3-minütigen Szenen fünf sich unabhängig voneinander entwickelnde und eskalierende Geschichten. Zwischen diesen beiden Filmen gibt es ein Portrait des Regisseurs (auch online zu sehen).
Danach laufen zwei seiner früheren Kurzfilme aus den Jahren, von denen der eine bei der Berlinale 2010 mit dem Goldenen (Kurzfilm-)Bären ausgezeichnet wurde. Ein langer und lohnender Abend für alle Östlund-Fans.

Dienstag, 19. Mai 2020, 20.15 Uhr, Phoenix
Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel
von Christian Schidlowski, Deutschland 2018

Diese Doku lief im Sommer 2018 in unserem Kino und wurde wie folgt angekündigt: „Abenteuer Nachthimmel lädt ein zu einer einzigartigen Reise in die Nacht und begleitet dabei fünf der besten Sternenfotografen der Welt auf ihren abenteuerlichen Reisen zu den entlegensten Winkeln unseres Planeten, um uns den Nachthimmel und das Firmament in seiner ganzen Schönheit nahezubringen. Fünf Astrofotografen, fünf Erdteile: faszinierende Landschaften und Himmelsbilder, wie man sie noch nie gesehen hat.“ Nun denn, dann mal auf zu den Sternen.

Mittwoch, 20. Mai 2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
Full Metal Jacket
von Stanley Kubrick, Großbritannien/USA 1987

Der Anti-Kriegsfilm des „Meisters aller Genres“ (Siegfried König in seinem CasaAkademie-Seminar über Kubrick) gehört zu den Klassikern der kritischen Vietnamfilme. Nach einer knüppelharten Ausbildung bei den US-Marines zu einer willenlosen Kampfmaschine wird ein Soldat als Kriegsberichterstatter nach Vietnam geschickt und schonungslos mit der dortigen Realität konfrontiert. Basierend auf tatsächlichen Erlebnisberichten, wollte Kubrick einen realistischen Film drehen und arbeitete sich akribisch in Dokumentarmaterial ein. Sein Darsteller des militärischen Schleifers R. Lee Ermey wurde tatsächlich in Vietnam eingesetzt.

Mittwoch, 20. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Happy End
von Michael Haneke, Deutschland/Österreich/Frankreich/Italien 2017

Für Nicht-Eingeweihte: Michael-Haneke-Filme sind eher düsterer Grundstimmung, vom Stil her ziemlich unterkühlt und nicht selten sperrig, auch dann, wenn sie wie hier mit Isabelle Huppert, Jean-Luis Trintignant und den deutschen Newcomer Franz Rogowski hochkarätig besetzt sind. Der vielfach in Cannes ausgezeichnete und mit dem europäischen Filmpreis (für „Das weiße Band“) und dem fremdsprachigen Oscar (für „Liebe“) bedachte Regisseur gehört zu den ganz großen europäischen Autorenfilmern. Sein bisher letztes Werk kreist um die Neurosen einer reichen Industriellenfamilie und konfrontiert sie mit den realen Problemen asylsuchender Menschen. Der Titel ist natürlich ironisch gemeint, denn Haneke garniert auch diese Geschichte mit dem von seinen bisherigen Filmen bekannten Zynismus.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)