TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 5. bis 11. November 2020

Der Lockdown ist zurück – und damit auch unsere Tipps für besondere Filme im TV und in den Mediatheken.

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie)


Gegen den Strom

von Benedikt Erlingsson, Island/Frankreich/Ukraine 2018
Samstag, 7. November, 21:45 Uhr, NDR – bis 6.12. in der Mediathek

Einer der Lieblingsfilme unseres Publikums zu Jahresbeginn 2019.

„Eine naturverbundene, eher unscheinbare Isländerin ist inkognito als knallharte Öko-Aktivistin unterwegs und sabotiert die expandierende Aluminiumindustrie durch gezielte Anschläge. Als ihr Antrag auf Adoption eines Kindes bewilligt wird, stellt sie ihre Guerilla-Aktionen in Frage. Die eigenwillige Tragikomödie porträtiert eine dickköpfige Protagonistin, die nicht länger tatenlos der Zerstörung des isländischen Hochlands zusehen will. Mit viel Witz und skurrilem Humor knüpft die Inszenierung an mythologische und filmhistorische Motive an und wandelt durch absurde Verfremdungen, einen gewagten Genre-Mix und die betörenden Bilder einer rauen Landschaft jenseits herkömmlicher Öko-Thriller-Routinen.“ (Lexikon des internationalen Films)


El Bar – Frühstück mit Leiche

von Alex de la Iglesia, Spanien/Argentinien 2017
Samstag, 7. November 2020, 0:50 Uhr, Tele 5

Diese abgedrehte Gewaltfarce ist hierzulande nur DVD-Käufern bekannt,  war aber einer der Highlights der spanischen Filmtage 2018 auf AEG.

„Vor einer Bar im Herzen Madrids mit sozial bunt durchmischter Kundschaft werden zwei Gäste von einem Scharfschützen erschossen. Unter den restlichen acht Besuchern, die sich in der Bar verschanzen, macht sich Panik breit. Bald bilden sich innerhalb der Gruppe klare Fronten, zwischen denen sich ungehemmt die Aggressivität entlädt. Was als Gesellschaftssatire beginnt, entwickelt sich zügig zum wendungsreichen, heftigen Horrorfilm.“ (Lexikon des internationalen Films)


Get Out

von Jordan Peele, USA 2017
Montag, 9. November 2020, 22:55 Uhr, ZDF – in der Mediathek

Ein viel gelobter und kommerziell erfolgreicher Überraschungshit, der als Debutfilm mit dem Oscar für das beste Original-Drehbuch ausgezeichnet wurde.

„Ein junger Afroamerikaner absolviert seinen Antrittsbesuch bei den Eltern seiner weißen Freundin. Diese begegnen ihm zunächst freundlich und aufgeschlossen, doch allmählich eröffnen seltsame Verhaltensweisen hinter der Fassade den Blick auf ein grauenhaftes Geheimnis. Ambitionierter Thriller, der kritische Aussagen zum Alltagsrassismus in den USA mit dem Repertoire des Horrorfilms vermitteln will.“ (Lexikon des internationalen Films)


Auferstehen

von Cedric Kahn, Frankreich 2018
Mittwoch, 11. November 2020, 20.15 Uhr, Arte – bis 17.11. in der arte-Mediathek

Ein leider nicht in deutschen Kinos zu sehendes Drogendrama vor grandioser Alpenkulisse – silberner Bär bei der Berlinale 2018 für den Hauptdarsteller Anthony Bajon.

„Ein drogensüchtiger Mann Anfang 20 wird in eine katholische Gemeinschaft in den Bergen geschickt, wo er mit Arbeit und Gebet von seiner Abhängigkeit geheilt werden soll. Zuerst rebelliert er, zieht aber allmählich positive Effekte aus dem spartanischen Dasein und den christlichen Riten. Sorgfältig und unaufgeregt inszeniertes Drama, das von einem Neuanfang erzählt und das abgeschiedene Gemeinschaftsleben mit Neugier und Offenheit, aber auch mit Ambivalenzen zeichnet. Erzählung und Bildsprache beschreiten mit hoher formaler Geschlossenheit den Grat zwischen Glauben und Zweifel.“ (Lexikon des internationalen Films)


Glücklich wie Lazzaro

von Alice Rohrwacher, Italien/Deutschland/Frankreich/Schweiz 2018
Mittwoch, 11. November 2020, 22:00 Uhr, Arte – vom 10. bis 17.11. in der arte-Mediathek

In Cannes 2018 für das beste Drehbuch ausgezeichnet, knüpft dieser Film an die Tradition des italienischen Neorealismus an und findet dennoch seine ganz eigene Sprache.

„Auf einem abgeschiedenen Stückchen Land schuften ein paar Dutzend Bauern und Landarbeiter in sklavenähnlichen Verhältnissen unter der Herrschaft einer Marquesa. Einer von ihnen ist der junge Lazzaro, der nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint; mit seiner bedingungslosen Hingabe, die keine Gegenleistung verlangt, durchbricht er die Ausbeutungskette. Mit einer berückenden Verbindung aus Sozialdrama, magischem Realismus, Märchen, Arbeiterfilm und Heiligengeschichte erzählt der Film eine Parabel über die Möglichkeit des Guten in einem zeitlosen, aber keineswegs wirklichkeitsfernen Italien, das sich von der Agrargesellschaft bis in die urbane Gegenwart spannt.“ (Lexikon des internationalen Films)