TV- und Mediatheken-Tipps vom 21. bis 27. Januar 2021

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


Contagion

von Steven Soderbergh, USA/Vereinigte Arabische Emirate 2011
Sonntag, 24. Januar 2021, 23:15 Uhr, Sat 1

Unbedingt ansehen ! Dieser 10 Jahre alte Film nimmt unsere Pandemie in derart detaillierter Vorausschauung vorweg, dass man sich sehnlichst ein anderes Filmende wünscht….

„Eine Virus-Epidemie breitet sich mit rasender Geschwindigkeit über den Globus aus. Der Film beschreibt den Verlauf der Seuche, deren gesellschaftlichen und menschlichen Folgen sowie die Bemühungen von Wissenschaftlern, das Virus unter Kontrolle zu bringen. Attraktiv mit einem Star-Ensemble besetzt, dabei aber kühl und distanziert erzählt, setzt der Thriller nicht auf die Mechanismen eines Katastrophenspektakels oder auf drastischen Körperhorror, sondern schockiert durch die Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Akkuratesse des geschilderten Szenarios.“


Sicario

von Denis Villeneuve, USA 2015
Montag, 25. Januar 2021, 22:15 Uhr, ZDF

Nervenzehrender Spitzenthriller des vielseitigen kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve.

„Eine junge FBI-Agentin schließt sich einer undurchsichtigen Task-Force an, die für die US-Regierung als Teil des sogenannten Drogenkriegs verdeckte Operationen in Mexiko durchführt. Sie will die Drahtzieher des Sonora-Kartells dingfest machen, doch gleich ihr erster Einsatz in der Grenzstadt Juárez mündet in einer mörderischen Schießerei. Angesichts des ethisch wie juristisch mehr als fragwürdigen Umfelds gerät sie in immer größere Verwirrung. Komplexes, visuell großartiges Thriller-Drama, das sich bravourös der Erkundung moralischer Grauzonen in der Verbrechensbekämpfung stellt.“


The Euphoria of Being

von Réka Szabó, Ungarn 2019
Montag, 25. Januar 2021, 22:25 Uhr, 3Sat

Ein vielgelobter Höhepunkt des diesjährigen DokFilmFestes München.

„Doku über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Tänzerin Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer Modern-Dance-Tänzerin über ihr Leben erzählt, das zutiefst davon geprägt ist, dass sie als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebte. In der einzustudierenden Performance soll sich all das spiegeln: Erinnerung und Schmerz, das Trauma und der Versuch einer tänzerischen Trauma-Bearbeitung. Ein schwieriger, schmerzhafter Prozess, der aber auch wunderbare Momente bereithält, in denen Fahidi ihre Euphorie da zu sein aufstrahlen lässt.“


Die Lügen der Sieger

von Christoph Hochhäusler, Deutschland/Frankreich 2014
Montag, 25. Januar 2021, 20:15 Uhr, One – bis 25.4. in der ARD-Mediathek

Ein deutscher Politthriller – inszeniert von einem Regisseur der „Berliner Schule“.

„Der Star-Reporter eines politischen Nachrichtenmagazins, der bei Recherchen über Unregelmäßigkeiten bei der Bundeswehr feststeckt, kommt gemeinsam mit einer Praktikantin einem Giftmüll-Skandal auf die Spur. Ambitionierter investigativer Paranoia-Thriller, der die vertrauten Erzählmuster des Genres durch die Dramaturgie einer „musikalischen Montage“ bis an ihre Grenzen führt. Damit artikuliert der Film das Unbehagen an einer perfiden Verschränkung von Politik, Medien und Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter, was zu einer nachhaltigen Verunsicherung führt.“


Styx

von Wolfgang Fischer, Deutschland/Österreich 2018
Mittwoch, 27. Januar 2021, 20:15 Uhr, Arte – bis 5.2. in der Arte-Mediathek

Bei unserer CasaAkademie-Veranstaltung „Rückblick deutscher Film 2018“ als überzeugendster Film jenes Jahres ausführlich gewürdigt.

„Auf einem Segeltörn von Gibraltar Richtung Südatlantik trifft eine deutsche Ärztin mit ihrer Yacht auf ein havariertes Flüchtlingsschiff. Die alarmierte Seenothilfe fühlt sich jedoch so wenig verantwortlich wie ein Containerschiff. Das sich in der Folge abspielende menschliche Drama entspinnt sich als Thriller, der vor dem Hintergrund des offenen Meeres auf den europäischen Diskurs um die Seenotrettung afrikanischer Flüchtlinge zielt.“


Whale Rider

von Niki Caro, Neuseeland/Deutschland 2015
Mittwoch, 27. Januar 2021, 21:50 Uhr, Arte – bis 25.2. in der Arte-Mediathek

Einfach ein wunderschöner Film…

„Der traditionsbewusste Führer eines Maori-Stammes auf Neuseeland kann nicht akzeptieren, dass ihm seine Tochter nur eine Enkelin statt eines Nachfolgers schenkte. Das inzwischen zwölfjährige Mädchen versucht alles, ihn von seiner Haltung abzubringen. Als Wale, die heiligen Tiere der Maori, an den Strand gespült werden, sieht der Stamm großes Unheil kommen, das Mädchen aber seine Chance. Eine betörend schöne, in traumhaften Bildern eingefangene Geschichte, die sowohl die Lebendigkeit von Traditionen und Legenden als auch die zunehmend prägende aktuelle Lebenswirklichkeit sowie die emanzipatorischen Bestrebungen der nachwachsenden Maori- Generationen überzeugend darstellt.“