TV- und Mediatheken-Tipps vom 17. bis 23. Dezember 2020

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


Good Bye, Lenin!

von Wolfgang Becker, Deutschland 2003
Samstag, 19. Dezember 2020, 20:15 Uhr, RBB – bis 26.12. in der ARD-Mediathek

Hoch gelobt von der Kritik, gefeiert von 6,5 Millionen Zuschauern war diese Tragikomödie der große Gewinner sowohl beim Deutschen Filmpreis 2003 (u a. für beste Regie und den Newcomer Daniel Brühl als besten Hauptdarsteller) und erhielt auch zahlreiche internationale Auszeichnungen. Deutsches Kino in Höchstform!

„In den letzten Tagen der DDR fällt die Mutter eines 21-jährigen Ostberliners ins Koma und wacht erst nach der Wiedervereinigung wieder auf. Um fortan ihr schwaches Herz zu schonen, gaukeln ihr der Sohn und seine Schwester vor, dass die DDR noch existiere, was beiden aber zunehmend schwerer fällt. Diese schöne Grundidee führt zu einer tragikomischen Abfolge von Ereignissen, die die DDR trotz aller Makel als verlorene Heimat zeigt. Eine warmherzige melancholische Komödie mit ansprechenden Ideen und hervorragenden darstellerischen Leistungen.“


Ben is Back

von Peter Hedges, USA 2018
Sonntag, 20. Dezember 2020, 23:35 Uhr, ARD

Julia Roberts und Lucas Hedges als Mutter und Sohn in einem packenden Drogendrama.

„Ein drogenabhängiger junger Mann kehrt an Weihnachten überraschend nach Hause zurück, was für Spannungen innerhalb der Patchwork-Familie sorgt. Als an Heiligabend der Hund entführt wird, machen sich Mutter und Sohn gemeinsam auf die Suche. Die nächtliche Tour enthüllt das ganze Ausmaß der Drogensucht und ihrer zerstörerischen Verstrickungen, spiegelt aber auch eine unerschütterliche Mutterliebe wider. Das intime Familiendrama glänzt mit überzeugenden Ensemble-Szenen, in denen zwischenmenschliche Beziehungen präzise ausgeleuchtet werden.“


Die Reise zum Mond

von Georges Méliès, Frankreich 1902
Sonntag, 20. Dezember 2020, 1:05 Uhr (d.h. Montag), Tele 5

Ein Weihnachtsgeschenk für Film-Archäologen: Eines der bekanntesten Werke aus der Frühgeschichte des Kinos, der wir uns demnächst in einer CasaAkademie-Veranstaltung widmen werden (da stört nur die völlig idiotische Sendezeit!).

„Eine Gruppe von Wissenschaftlern begibt per aus einer Kanone abgefeuerten Raumfahrzeug zum Mond, wo sie es mit einem Schneesturm und den feindlich gesinnten Bewohnern zu tun bekommen. Die Expeditionsteilnehmer werden verhaftet, können aber fliehen und kehren zur Erde zurück, wo sie vom Meeresgrund gerettet und schließlich gefeiert werden. Ein Klassiker (nicht nur) des Science-Fiction-Kinos, den der Autorenfilmer Georges Méliès in einer faszinierenden Mischung aus umwerfender Naivität und beeindruckendem tricktechnischen Erfindungsreichtum realisierte.“


Sergio Leone – Spiel mir das Lied von Amerika

Dokumentation
Montag, 21. Dezember 2020, 21:40 Uhr, Arte – bis 27.12. in der Arte-Mediathek

Das Regie-Porträt ergänzt wunderbar unser CasaAkademie-Seminar über das Western-Genre.

„Sergio Leone, lange Zeit vor allem als Erfinder des Italowestern berühmt, genießt mittlerweile allgemeine Anerkennung in der Kinowelt: Er war Vorreiter des New Hollywood und – nach eigener Aussage – einer der Paten von Quentin Tarantino. Unveröffentlichte Tonaufnahmen und Erzählungen von Wegbegleitern lassen Stück für Stück die Persönlichkeit des Regisseurs sichtbar werden.“ (Arte TV)


Das Märchen der Märchen

von Matteo Garrone, Italien/Frankreich/Großbritannien 2015
Dienstag, 22. Dezember 2020, 22:05 Uhr, Arte

Eine sinnliche Alternative zu den gängigen deutschen Weihnachtsmärchen.

„Frei nach der italienischen Märchensammlung „Pentamerone“ (1636) von Giambattista Basile verbindet der Film drei Erzählungen um eine Königin, deren Kinderwunsch den Tod ihres Mannes nach sich zieht, eines anderen Königs, der seine heiratswillige Tochter ins Unglück stürzt, weil ihm ein monströser Floh alles bedeutet, und einen Herrscher, der sich nach einer vermeintlich schönen Frau verzehrt. Der wild fabulierende Episodenfilm besticht durch bizarre, zuweilen groteske Bildeinfälle und verweist in einem assoziationsreichen Spiel auf viele Künste von der Literatur bis zum Kino.“


Die Verlegerin

von Steven Spielberg, USA 2017
Dienstag, 22. Dezember 2020, 22:00 Uhr, NDR

Starbesetztes (Meryl Streep, Tom Hanks) politisches Hollywoodkino mit Gegenwartsbezügen.

„Im Sommer 1971 muss die Herausgeberin der „Washington Post“ mit ihrem Team entscheiden, ob die US-Tageszeitung Erkenntnisse aus einem geheimen Pentagon-Dossier veröffentlichen will, das die US-Regierung schwer belastet. Ohne Pathos und weitgehend nüchtern inszeniert, verlässt sich die Inszenierung vor allem auf die großartigen Darsteller.“