TV- und Mediatheken-Tipps vom 11. bis 17. März 2021

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


Das Ende der Wahrheit

von Philipp Leinemann, Deutschland 2019
Donnerstag, 11. März 2021, 23:55 Uhr, Arte

Ein Novum: Spannendes und gut recherchiertes deutsches Genre-Kino.

„Der Tod seiner Freundin bei einem angeblichen Terroranschlag auf ein Café bringt einen BND-Mitarbeiter auf die Spur dubioser Machenschaften, in die auch sein eigener Dienstgeber verwickelt ist. Der komplexe Politthriller entwirft eine schwer durchschaubare Gemengelage aus ökonomischen Interessen, geopolitischen Strategien, Machtkalkül und Korrumpierbarkeit als Spiegel der dissonanten Gegenwart.“


Der Glanz der Unsichtbaren

von Louis-Julien Petit, Frankreich 2018
Donnerstag, 11. März 2021, 23:20 Uhr, WDR

Eine aktuelle anspruchsvolle Sozialkomödie aus französischer Produktion.

„In einer nordfranzösischen Stadt soll ein Tageszentrum für obdachlose Frauen wegen angeblicher Ineffektivität geschlossen werden. Die Sozialarbeiterinnen setzen deshalb alles daran, um ihren Schützlingen doch noch einen Weg zurück in die Gesellschaft zu ebnen und wecken tatsächlich den lange unterdrückten Willen zum Aufbruch. Herzliche, flott und pointiert inszenierte Sozialkomödie, deren überwiegend von Laien gespielte Figuren eine große Wahrhaftigkeit ausstrahlen. Nachdrücklich sensibilisiert der Film für die Aufmerksamkeit gegenüber Ausgegrenzten und würdigt zugleich Einsatz, Mut und Kreativität der Sozialhelferinnen.“


Dämonen und Wunder

von Jacques Audiard, Frankreich 2015
Samstag, 13. März 2021, 23:00 Uhr, 3Sat – bis 20.3. in der 3Sat-Mediathek (jeweils von 22-6 Uhr)

Dieses intensive Flüchtlingsdrama gewann die Goldene Palme in Cannes.

„Ein tamilischer Widerstandkämpfer schließt sich mit einer Frau und einem verwaisten Mädchen zusammen, um dem Bürgerkrieg in Sri Lanka zu entkommen. Als vermeintliche Familie landen sie in einer Banlieue des Pariser Umlands, wo sich der Mann als Hausmeister, die Frau als Haushaltshilfe eines Gangsters, das Mädchen als Schülerin zu assimilieren versuchen. Der kraftvoll erzählte Film handelt von Menschen, die sich mit Zwangslagen arrangieren, und davon, wie Frustration in Angst und Gewalt umschlägt. Pendelnd zwischen poetischen Szenen, harten Realitätsbrüchen und intimen Familie“-Szenen ist er Märchen und Kommentar zur aktuellen Flüchtlingskrise zugleich, ein Drama über Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.“


Birnenkuchen mit Lavendel

von Éric Besnard, Frankreich 2015
Samstag, 13. März 2021, 0:40 Uhr (d.h. Sonntag), HR – bis 21.3. in der ARD-Mediathek

In Corona-Zeiten besonders wohltuendes französisches Gefühlskino.

„Eine verwitwete Französin führt mit wenig Erfolg den provençalischen Birnen- und Lavendelhof ihres verstorbenen Ehemanns weiter. Als sie einen eigenbrötlerischen Mann mit dem Auto anfährt, wendet sich ihr Schicksal, denn der am Asperger-Syndrom leidende Computerfreak entpuppt sich als Gegengewicht zu ihrer ungebändigten Emotionalität. Die sommerwarme Komödie plädiert mit unterhaltsamen Dialogen und französischem Landhaus-Flair für Toleranz und Verständnis gegenüber Menschen, die anders sind.“


Vom Lokführer, der die Liebe suchte…

von Veit Helmer, Deutschland/Aserbeidschan 2018
Sonntag, 14. März 2021, 0:00 Uhr (d.h. Montag), ARD – bis 12.6. in der ARD-Mediathek

Noch ein Novum: Ein skurriles deutsches Filmmärchen völlig ohne Dialoge.

„Ein verlorener Büstenhalter weckt in einem soeben pensionierten Lokführer ungeahnte Sehnsüchte. Wie der Prinz im Aschenputtel-Märchen sucht er fortan nach der Besitzerin des Wäschestücks in einem traumhaft überzeichneten, vormodernen Aserbaidschan. Der Verzicht auf Dialoge und ein außergewöhnliches Gespür für Raumwirkungen verleihen dem Film einen besonderen Flair und eine nostalgische Note.“


Die Verführten

von Sofia Coppola, USA 2017
Sonntag, 14. März 2021, 20:15 Uhr, Arte

Stilvolles Remake eines Clint-Eastwood-Films mit Nicole Kidman und Colin Farrell.

„Ein verwundeter Nordstaaten-Soldat wird während des US-amerikanischen Bürgerkriegs in einem abgelegenen Internat gepflegt, in dem nur noch zwei Pädagoginnen und fünf heranwachsende Mädchen leben. Ein vorzüglich ausgestattetes, stilistisch exquisit gefilmtes Drama, in dem es weniger um die Macht verdrängter Sexualität als um das im Puritanismus besonders ausgeprägte System repressiver Kontrolle geht. Dabei verschiebt die Romanverfilmung den Fokus der früheren Adaption von Don Siegel zugunsten der Frauen, die um die Gunst des Verletzten konkurrieren.“


Homs – ein zerstörter Traum

von Talal Derki, Syrien/Deutschland 2017
Dienstag, 16. März 2021, 23:45 Uhr, Arte – bis 14.4. in der Arte-Mediathek

Vorgängerfilm des oscarnominierten „Of Fathers and Sons“-Regisseurs, der bei uns per Skype im vollbesetzten Kinosaal zur Diskusssion zugeschaltet war.

„Dokumentarfilm über einen 19-jährigen Syrer, der seit Herbst 2011 gegen die Regierungsdespoten um Staatschef Assad protestiert und aktiv in den Widerstandskampf einsteigt. Drei Jahre lang wurde das Filmmaterial außer Landes geschmuggelt und in Berlin mit Unterstützung mehrerer internationaler Fernsehstationen endgeschnitten. So entstanden das eindrückliche Porträt eines charismatischen Jungen und zugleich die Chronologie eines menschenverachtenden Bürgerkriegs.“


Angels‘ Share – ein Schluck für die Engel

von Ken Loach, Großbritannien/Frankreich/Belgien/Italien 2012
Mittwoch 17. März 2021, 20:15 Uhr, Arte – bis 23.3. in der Arte-Mediathek

Ein Ken-Loach-Film. Mehr braucht man dazu nicht sagen. Außer: alle sind gut.

„Ein junger, körperlich eher schmächtiger Glasgower Hitzkopf, der mit der Tochter seines Todfeinds ein Kind erwartet, wird mit drei weiteren Jugendlichen zu gemeinnütziger Sozialarbeit verurteilt. Dank eines engagierten Sozialarbeiters entdeckt er, dass er eine feine Nase für Whisky besitzt, und heckt einen verwegenen Plan aus, wie ein einziges Fass Single Malt die Tür zu einer besseren Welt aufstoßen könnte. Eine erfrischend zupackende Komödie, die dramaturgisch zwar in mehrere Teile zerfällt, aber ein so erdiges Loblied auf Solidarität und Mitmenschlichkeit anstimmt, dass man sich der beglückenden Katharsis einer späten Gerechtigkeit nicht entziehen kann.“