Alles ist gut

Filmtipp von Rainer (Casa-Programmgruppe)

„Alles ist gut“ lief als Debütfilm in der deutschen Reihe auf dem Filmfest München.

Auch auf einem Filmfestival sieht man selten Filme, die einem wirklich nahe gehen, mit denen man sich noch emotional beschäftigt, wenn man das Kino verlassen hat. „Alles wird gut“ hat für mich unter den deutschen Filmen mit Abstand den stärksten Eindruck hinterlassen.

Die Geschichte einer Frau, die Opfer einer Vergewaltigung wird und beschließt, darüber hinweg und zum Alltag über zu gehen, entwickelt zunehmend eine enorme innere Spannung.  Und die resultiert nicht nur daraus, das sich der Täter als ihr künftiger Arbeitskollege entpuppt, sondern vor allem aus der Frage, ob und wie lange sie ihre Gefühle unter Kontrolle behalten wird.

Was dem Film so besonders macht, ist die Alltäglichkeit, mit der er erzählt wird. Er hat nichts von reißerischer Dramatik amerikanischer Filme zu diesem Thema und er liegt auch mit der Haltung seiner Protagonistin quer zur aktuellen me too-Debatte. Und gerade deshalb geht er unter die Haut. Kein Wunder, dass er in München den Regie-Förderpreis bekam und auch die Hauptdarstellerin prämiert wurde. Das sieht man nicht nur in Deutschland so: auch auf dem Festival von Locarno wurde er als bester Debütfilm ausgezeichnet.

Auch wenn er bei uns erst eine Woche nach dem Bundesstart zu sehen ist, schauen Sie sich diesem Film im Casablanca an. Er gehört definitiv nicht ins Popcorn-Kino.

„Alles ist gut“ ist ab dem 4. Oktober bei uns zu sehen!
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