[CasaMatinée] The Quiet Girl + Kurzfilm-Premiere
Sondervorstellung von ‘The Quiet Girl’, dem ersten irisch-sprachigen Film, der für einen Oscar nominiert wurde.
Mit Nürnberg-Premiere des experimentellen Kurzfilms ‘Cá a ndeachaigh mé? (Where did I go?)’ – die Produzentin Lia Campbell stellt den Film persönlich vor!

Am Ende des Frühjahrs 1981 wird die 9-jährige Cáit zu entfernten Verwandten aufs Land gebracht. Das schweigsame Mädchen soll hier den Sommer verbringen, ohne ihrem Elternhaus zur Last zu fallen. Nur mit den Kleidern, die sie auf dem Leib trägt, zieht sie in das gepflegte Landhaus ein, zu dem eine Allee mit üppig-grünen Bäumen führt. Wann und ob sie wieder nach Hause zurückkehren wird, weiß sie nicht. Die Kinsellas sind hart arbeitende Farmer, die es zu bescheidendem Wohlstand gebracht haben. Eibhlín kümmert sich behutsam und liebevoll um Cáit, gibt ihr Geborgenheit und Nähe. Zu Seán, dem Mann im Haus, ist das Verhältnis distanziert, bis auch er sich von dem Mädchen bei der Arbeit mit den Tieren helfen lässt und sich dem ruhigen Kind langsam öffnet. In der Obhut der Kinsellas blüht Cáit langsam auf und entdeckt ein ganz neues Leben. Doch auch in diesem Haus, wo es so etwas wie Liebe für sie geben könnte, herrscht eine Stille, die sich vom leisen, aber dauernden Schmerz seiner Bewohner ernährt. Inmitten dieser kargen, schönen irischen Landschaft liegt ein Geheimnis verborgen, auf dessen Spuren sich Cáit mit neu gewonnenem Mut und Vertrauen begibt.

‘The Quiet Girl’ ist eine stille Sensation des letzten Kinojahrs. Eine sanfte und zutiefst hoffnungsvolle Erzählung über Menschen, die versuchen, Schmerz und Einsamkeit hinter sich zu lassen. In großen Kinobildern, die von leuchtenden Farben gesättigt sind, erzählt ‘The Quiet Girl’ davon, wie Liebe und Geborgenheit einen gemeinsamen Raum der Sprachlosigkeit entstehen lassen. Ein starker und intensiver Film der Bilder über eine Menschlichkeit, die sich jenseits von Worten entfaltet.

Zum Kurzfilm:
‘Cá a ndeachaigh mé?’ ist ein auf experimenteller 16-mm-Kurzfilm, der sich damit auseinandersetzt wie Auswandern unser Selbstempfinden verändern kann und sogar dazu führen kann, dass wir unsere Heimat nicht nur geografisch, sondern auch sprachlich verlassen. Der Film folgt der emotionalen Reise eines jungen Paares vom ländlichen Donegal nach Glasgow, und wie es sich in dem neuen Umfeld zurechtfindet. Mit Hilfe einer dynamischen und ergreifenden Klanglandschaft beleuchtet der Film die Herausforderungen, die mit dem Umzug und dem Ankommen an einem neuen Ort einhergehen, und wie dies sowohl zu einer Veränderung der eigenen Identität als auch der Beziehung zu anderen führen kann.




Sonntag, 14. Januar 2024
11:00

Casablanca

IE 2021 | R: Colm Bairéad | 95 Min. | ab 12 | mehrspr. OmU

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