Lord of the Toys
Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden sein Leben nicht mit Arbeit zu  verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht – Max ist YouTuber und lebt davon.

Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

LORD OF THE TOYS begleitet Max und seine Clique einen Sommer lang und hinterlässt ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen.

Ein nicht unumstrittener Film, der bei seiner Aufführung beim DOK Leipzig für Diskussionen gesorgt hat – zeigt er doch seine Protagonisten und ihren rassistischen, gewaltverherrlichenden Slang ohne Kommentierung. Eine Gratwanderung – die von der Jury des Festivals mit dem Hauptpreis für den besten Dokumentarfilm des Jahres gewürdigt wurde: „Die Filmemacher haben eine Grenzüberschreitung geleistet; sie lassen sich vollständig auf ein anderes Milieu, eine andere Generation, eine andere politische Haltung ein, um ernsthaft dem auf den Grund zu gehen, worüber man in Tageszeitungen als Gefahr für unsere Demokratie liest. Sie gehen so tief rein, wie man reingehen kann. Sie versuchen dabei, nicht nach vorgefertigten Schemata zu werten. Und verlieren dabei trotzdem an keiner Stelle ihre Haltung und ihre kritische Distanz.“ (Jury-Begründung)




Donnerstag, 18. Juli
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Casablanca

D 2018 | R: Pablo Ben Yakov | 95 Min. | ab 16 | dt. Originalfassung

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