Architekturfilmeihe: Dawson City – Frozen Time
Dawson City ist 350 Meilen südlich des nördlichen Polarkreises gelegen, dort wo der imposante Yukon River und der Klondike River zusammenfließen. Auf dem mehr als widrigen Permafrostboden entsteht 1896 quasi über Nacht aus einem kanadischen Jäger- und Fischerdorf eine Stadt, die wenige Jahre später mehr als 100.000, vom Goldrausch befeuerten Menschen aus aller Welt Heim-, Arbeits-, Glücks- und Schicksalsstätte werden wird.

Als Ende der 1970er Jahre in Dawson City ein neues Recreation Center errichtet werden soll, entdecken Bauarbeiter durch Zufall rund 500 verschollene Nitratfilme aus den frühen 1910er bis 1920er Jahren. Sie waren ein halbes Jahrhundert zuvor dort verscharrt und vergessen worden. Bill Morrisson hat dieses historische Filmmaterial gesichtet, dazu geforscht, es neu gefügt und erzählt in seinem Found-Footage-Dokumentarfilm auf brilliante Art von der rasanten Transformation einer Ansiedlung von Holzhütten in das Epizentrum des Goldrausches des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Morrisson gelingt eine eindrucksvolle Skizze über einen Glücksfall der Filmgeschichte, einen Moment radikaler Stadtproduktion, über den gesellschaftlichen Esprit der Internationalisierung und das Einläuten der Moderne.




Montag, 5. November
19:00

Casablanca

USA 2016 | R: Bill Morrison | 120 Min. | FSK offen

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