Filmtipp

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 26. November bis 2. Dezember 2020

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


Nur eine Frau

von Sherry Hormann, Deutschland 2019
Donnerstag, 26. November 2020, 0:15 Uhr (d.h. Freitag), SWR

Engagiertes deutsches Kino. Bayerischer Filmpreis 2020 für die beste Regie.

„Am 7. Februar 2005 wurde in Berlin die Deutschtürkin Hatun Sürücu auf offener Straße von einem ihrer Brüder erschossen, weil sie sich nicht an die engen Regeln ihrer Herkunftswelt hielt. Der in seiner akribischen Recherche fast dokumentarisch anmutende Spielfilm rekonstruiert die Hintergründe des „Ehrenmordes“ und porträtiert eine lebenslustige, enorm starke junge Frau und Mutter, die „wie eine Deutsche“ lebte, was ihre patriarchalische Familie nicht hinnehmen wollte. Das in der Hauptrolle und bis in kleinste Nebenrollen vorzüglich gespielte Drama strahlt eine rohe, kämpferisch-kreative Kraft aus und findet für die wechselnden Emotionen der jungen Frau überzeugende Bilder sowie eine stimmige musikalische Untermalung. Ein gelungener, seinem Thema ebenso engagiert wie sensibel begegnender Film.“


Carol

von Todd Haynes, USA/Großbritannien/Frankreich 2015
Sonntag, 29. November 2020, 23:35 Uhr, ARD

Mehrfach oscarnominiertes klassisches Melodram mit Cate Blanchett und Rooney Mara.

„Eine Liebesgeschichte über Geschlechter- und Klassengrenzen hinweg: Im New York der frühen 1950er-Jahre begegnet eine Kaufhausangestellte einer eleganten älteren Frau aus gehobenen Verhältnissen, die mitten in ihrem Scheidungsprozess steht. Als der gekränkte Ehemann die Liaison seiner Frau benutzt, um vor Gericht das alleinige Sorgerecht zu erwirken, wird die Beziehung der beiden Frauen auf eine harte Probe gestellt. Das künstlerisch herausragende, ebenso elegant wie präzis inszenierte Drama erzählt von einer lesbischen Liebe in einer restriktiven Gesellschaft, wobei sich das Begehren im subtilen Zusammenspiel von Kostüm, Ausstattung, Raum, Objekten, von Blicken und Gesten artikuliert.“


Wilde Maus

von Josef Hader, Österreich 2017
Sonntag, 29. November 2020, 0.35 Uhr (d.h. Montag), SWR

Die erste Hader-Regiearbeit, österreichisch bis in Mark.

„Ein für seine zugespitzten Musikkritiken berüchtigter Redakteur einer Wiener Tageszeitung wird im Zuge von Sparmaßnahmen entlassen und stürzt in eine Midlife-Crisis. Während seine Frau ihn mit dem Wunsch nach einem Kind zusätzlich unter Druck setzt, versucht der geschasste Kritiker seine ohnmächtige Wut mit der Reparatur einer maroden Achterbahn und Racheaktionen gegen seinen früheren Chef zu betäuben. Pointierte Tragikomödie als Regiedebüt des Schauspielers und Kabarettisten Josef Hader, der lustvoll zwischen unterschiedlichen Tonlagen wechselt.“


Gabriel und der Berg

von Fellipe Barbosa, Brasilien/Frankreich 2017
Mittwoch, 2. Dezember 2020, 22:30 Uhr, Arte

Packendes Arthouse-Kino für alle, die in Corona-Zeiten das Reisen vermissen.

„Ein weltbegeisterter junger Brasilianer unternimmt vor seinem Studium eine Reise nach Afrika, wo er sich mit der einheimischen Kultur in Kenia, Tansania, Sansibar und Sambia anfreundet und Abenteuer erlebt. Vor seiner Weiterreise steht zuletzt die Besteigung eines mythischen Bergs in Malawi an. Ein nach einer unglücklich endenden wahren Begebenheit inszeniertes Road Movie, in dem stets die Frage im Raum steht, was das Reisen mit einem macht.“


Kopfplatzen

von Savas Ceviz, Deutschland 2019
Mittwoch, 2. Dezember 2020, 23 Uhr, SWR

Über diesen Film diskutierte das Casablanca-Publikum mit Fachexperten.

„Ein pädosexuell veranlagter Mann, der sich von Jungen sexuell angezogen fühlt, kämpft darum, seine Neigung nicht in explizite Handlungen umschlagen zu lassen. Sein Ringen spitzt sich zu, als sich eine alleinerziehende Nachbarin mit einem achtjährigen Sohn in ihn verliebt. Der Film findet für die quälende Situation des Protagonisten eindringliche Bilder, in denen nichts verharmlost, aber auch nicht dämonisiert wird. Das in der Hauptrolle glänzend gespielte Drama skizziert die Tragik des Protagonisten zwischen Verzweiflung und Ohnmacht.“


Ich liebe alles, was ich an Dir hasse

von Nadine Keil, Deutschland 2018
Mittwoch, 2. Dezember 2020, 0.40 Uhr (d.h. Donnerstag), BR

Eine der Entdeckungen der Hofer Filmtage 2018, war leider nie im Kino zu sehen.

„Bei einem Urlaub im sommerlichen Italien entwickelt sich zwischen Zwillingsschwestern und ihren Schwärmen ein Liebeschaos, als sich zwei Wissenschaftler mit einem aphrodisierenden Pulver einschalten. Dieses sorgt bei bloßer Berührung dafür, dass die vier jungen Menschen sich untereinander in die jeweils falschen vergucken. Bewusst märchenhaft angehauchte Liebeskomödie mit Anleihen bei Shakespeares Sommernachtstraum.“

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 19. bis 25. November 2020

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


Winter’s Bone

von Debra Granik, USA 2010
Sonntag, 22. November 2020, 0.35 Uhr (d.h. Montag), SWR

Mit diesem oscarnominierten Indie-Film startete Jennifer Lawrence ihre Karriere.

„Ein Mädchen lebt mit seinen Geschwistern und seiner psychisch kranken Mutter in sozial desolaten Verhältnissen im Hinterland Missouris. Als der Vater ihr Anwesen verpfändet und verschwindet, steht die Existenz der Familie auf dem Spiel. Die Tochter macht sich deshalb auf, den Vater zu suchen. Der Film zeichnet dank dokumentarisch anmutender Exkurse, authentischer Schauplätze und eines um viele Laiendarsteller ergänzten Ensembles ein glaubwürdiges Bild des White Trash-Milieus, wobei er die Protagonisten nicht vorführt, sondern sich auf ihre Lebenswelt einlässt. Der ungeschönte Blick wird von leisem Humor und einer Tier- und Dingsymbolik aufgefangen und von einer kraftvoll-melancholischen Filmmusik illustriert.“


Philomena

von Stephen Frears, USA/Großbritannien/Frankreich 2013
Sonntag, 22. November 2020, 0.50 Uhr (d.h. Montag), ARD – bis 30.11. in der Mediathek

Mehrfach oscarnominiert und in Venedig ausgezeichnet, mit einer Paraderolle für Judi Dench.

„Eine alte Frau sucht ein halbes Jahrhundert, nachdem ihr in einem irischen Kloster ihr uneheliches Baby weggenommen wurde, gemeinsam mit einem zynischen Journalisten ihren Sohn. Das nach einer historischen Begebenheit inszenierte Drama ist eine ergreifende Mischung aus komischem Road Movie, detektivischer Recherche und wütender Anklage. Geschickt balanciert die Inszenierung die unterschiedlichen Töne aus, wobei die Komik des Films aus der Gegensätzlichkeit der Hauptfiguren resultiert, die sich mit lakonischen Dialogen bekämpfen.“


GOTT von Ferdinand von Schirach

von Lars Kraume, Deutschland 2020
Montag, 23. November 2020, 20.15 Uhr, ARD – in der Mediathek

Oh je, schon wieder eine Empfehlung für einen Fernsehfilm. Aber der vielfach ausgezeichnete Lars Kraume gehört nun mal zu den führenden deutschen Spielfilm- und TV-Regisseuren und arbeitet hier mit einer erstklassigen Schauspieler*innenriege (u.a. Barbara Auer, Lars Eidinger, Matthias Habich, Ulrich Matthes, Anna Maria Mühe, Christiane Paul)

„In der Sitzung eines fiktiven Ethikrats wird über den Fall eines gesunden alten Mannes verhandelt, der sich einen ärztlich assistierten Suizid wünscht. Rechtliche, medizinische und theologische Sachverständige versuchen dabei, den Ethikrat von ihren Haltungen zu überzeugen, die Entscheidung gibt der Film wie das zugrundeliegende Theaterstück aber ans Publikum weiter. Thesenhaft aufgebautes Drama von Ferdinand von Schirach, das dem umstrittenen Stil seines Bühnenstücks/Fernsehfilms „Terror – Ihr Urteil“ folgt.“


Die letzte Sau

von Aron Lehmann, Deutschland 2016
Dienstag, 24. November 2020, 0.35 Uhr (d.h. Mittwoch), Arte – bis 30.11. in der Mediathek

Ein schräges kleines Road-Movie made in Germany.

„Ein schwäbischer Bauer begibt sich nach einer Reihe schwerer Schicksalsschläge mit dem letzten ihm verbliebenen Schwein per Moped auf eine Reise in den Osten Deutschlands, was ihm turbulente Begegnungen mit Leidensgenossen beschert, die ebenfalls unter die Räder der Globalisierung geraten sind. Wider Willen mutiert er zum Rebellen gegen die Übermacht der Agrarkonzerne, wobei die Provinzsatire mit den Mitteln der märchenhaften Komödie, grobem Humor und jeder Menge absurd ins Leere laufender Situationskomik nicht geizt. Eine unterhaltsame Posse zwischen Heimatfilm und Road Movie, in der meist der Zufall die nächste subversive Sabotage-Aktion diktiert.“


4 Könige

von Theresa von Eltz, Deutschland 2015
Mittwoch, 25. November 2020, 20.15 Uhr, Arte – bis 1.12. in der Mediathek

Deutscher Filmpreis in Bronze 2016 und Visitenkarte talentierter Jungschauspieler wie
Jella Haase, Jannis Niewöhner und Paula Beer.

„Vier Jugendliche verbringen Weihnachten in der Psychiatrie. Ihre Zwangsgemeinschaft beruht auf Freiwilligkeit, da sie jederzeit gehen können, da aber niemand auf sie wartet, reiben sie sich unter Anleitung eines schroffen Psychiaters aneinander. Die emotionsgeladenen Feiertage entwickeln eine höchst eigenwillige Dynamik. In dem ganz aus Sicht der Jugendlichen geschilderten Drama kommen Eltern als seelisch verkrüppelte Erwachsene nicht gut weg, während die Inszenierung den kantigen Protagonisten viel Raum und Zeit widmet und zum genauen Hinschauen und Hinhören einlädt. Getragen wird der fein austarierte, mit kleinen humoristischen Anwandlungen und einem dezenten Hoffnungsschimmer versehene Film von den talentierten jungen Darstellern.“


Schwimmen

von Luzie Loose, Deutschland 2018
Mittwoch, 25. November 2020, 22 Uhr, SWR – bis 14.2. in der Mediathek

Der Gewinner des 2018 erstmals vergebenen Heinz-Badewitz-Preises der Hofer Filmtage.

„Nach der Trennung ihrer Eltern zieht eine 15-Jährige mit ihrer Mutter nach Berlin-Neukölln, wo sie sich mit einem erheblich ruppigeren Umfeld arrangieren muss. Als sie nach dem Schwimmunterricht in sexistischer Absicht fotografiert wird, steht ihr eine selbstbewusste Außenseiterin bei. Zusammen zahlen sie es den Klassenkameraden bald zurück. Der Debütfilm packt mit Pubertät, Mobbing, Drogen, Social Media und zerrütteten Familien ziemlich viele Themen an… Formal überzeugt der Film durch den versierten Einsatz unterschiedlicher Bildmedien.“

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 12. bis 18. November 2020

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie) und mit Zitaten aus den Kurzkritiken von filmdienst.de!


In den Gängen

von Thomas Stuber, Deutschland 2018
Freitag, 13. November, 20:15 Uhr, Arte

Der hoch gelobte deutsche Berlinalebeitrag 2018 mit Franz Rogowski, Sandra Hüller und Peter Kurth war auch in unserem Kino sehr erfolgreich. Franz Rogowski erhielt hierfür den deutschen Filmpreis für die beste männliche Hauptrolle.

„Ein junger Mann fängt nach seiner Entlassung aus dem Knast als Mitarbeiter in einem Großmarkt an, wo er sich schnell eingewöhnt, weil ihn ein älterer Kollege unter die Fittiche nimmt und er sich überdies in eine Angestellte verliebt. Der leise, feinsinnige Film entfaltet eine subtile Liebesgeschichte mit großem atmosphärischem Zauber, ausgefeilten Alltagsdialogen und einem großen Augenmerk auf die scheinbar banale Arbeitswelt.“


High Life

von Claire Denis, Frankreich/Deutschland/Großbritannien/Polen/USA 2018
Sonntag, 15. November 2020, 21:55 Uhr, Arte

Claire Denis‘ Vorstecher ins Science-Fiction-Genre ist kein Genrefilm im klassischen Sinn:

„In einem Raumschiff auf dem Weg zu einem Schwarzen Loch in den Tiefen des Weltalls nimmt die Wissenschaftlerin Dr. Dibs (Juliette Binoche) unheimliche Experimente an den Besatzungsmitgliedern vor, die als Schwerverbrecher zu der Mission gezwungen wurden. In dem jungen Monte (Robert Pattinson) erwächst ihr jedoch ein Opponent, der sich ihren Methoden nicht beugen will. Philosophisch unterfüttert, verhandelt der Film über die Reise ins Ungewisse die Angst-/Lust-Dialektik angesichts der Auflösung von Körpergrenzen und der Überwindung kultureller Tabus. Dabei verwebt er artifizielle Momente mit körperlichen und setzt dem eher männlich konnotierten Genre eine reizvolle weibliche Perspektive entgegen.“


Cold War – Der Breitengrad der Liebe

von Pawel Pawlikoski, Polen/Großbritannien/Frankreich 2018
Montag, 16. November 2020, 20:15 Uhr, Arte

Dieser mehrfach ausgezeichnete Film begann seinen Siegeszug in Cannes (Beste Regie), war mehrfach oscarnominiert und räumte neben vielen anderen 2018 gleich fünf europäische Filmpreise (für den besten europäischen Film, die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Darstellerin und den besten Schnitt) als auch den Publikumspreis ab.

„In der Nachkriegszeit werden ein polnischer Komponist und eine junge Elevin des „Mazowsze“-Ensembles ein Paar, dessen wechselvolle Geschichte durch die Wirren des Kalten Kriegs hindurch bis weit in die 1960er-Jahre in visuell außergewöhnlich stilisierten Schwarz-weiß-Bildern entfaltet wird. Die melancholische Elegie verwebt Blicke, Gesten und die magische Präsenz der Darsteller mit kulturhistorischen Zitaten zu einem exquisit kadrierten Netz aus Auslassungen und Leerstellen. Ein Melodrama zwischen Existenzialismus, Cool Jazz und Nouvelle Vague, in dem der rigide Staatsapparat und die politische Großwetterlage alle Hoffnungen zunichtemachen.“


Jupiter’s Moon

von Kornell Mundruczo, Ungarn/Deutschland/Frankreich 2017
Montag, 16. November 2020, 21:40 Uhr, Arte

Ein atemberaubender Bilderrausch, den man eigentlich im Kino sehen muss, es sei denn, man hat einen XXX-L Fernseher.

„Beim Grenzübertritt von Serbien nach Ungarn wird ein syrischer Flüchtling von einem Polizisten erschossen. Doch anstatt zu sterben, entwickelt der junge Mann übersinnliche Fähigkeiten und beginnt zu schweben. Als ein zwielichtiger Arzt die Levitationen für seine selbstsüchtigen Zwecke instrumentalisiert und sich in der U-Bahn in Budapest überdies ein Anschlag ereignet, entwickelt sich eine rasante Jagd durch die dystopisch gezeichnete Stadt. Der Film umkreist mit fantastischen und religiösen Motiven sowie vielen Anleihen aus dem Science-Fiction-, Superhelden- und Actionkino die aktuelle politische Gegenwart in Ungarn und Europa.“


Der Staat gegen Fritz Bauer

von Lars Kraume, Deutschland 2015
Dienstag, 17. November 2020, 13:45 Uhr, Arte

Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2016 ging dieser Film mit sechs Preisen (bester Spielfilm, bestes Drehbuch, beste Regie, beste männliche Nebenrolle, bestesMaskenbild und beste Filmmusik) als großer Gewinner hervor. Wir haben Lars Kraume in unserer CasaAkademie-Veranstaltung „Junges deutsches Kino“ portraitiert.

„Mitte der 1950er-Jahre erhält der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968) einen Hinweis auf den Aufenthalt von Adolf Eichmann. Um den früheren SS-Obersturmbannführer vor Gericht zu stellen, braucht er die Hilfe des israelischen Geheimdiensts, weil seine Bemühungen, die Verantwortlichen des NS-Staats juristisch zu belangen, von allen Seiten hintertrieben werden. Der kammerspielartige Film setzt dem mutigen Juristen glaubwürdig ein Denkmal.“


Ökozid

von Andreas Veiel, Deutschland 2020
Mittwoch, 18. November 2020, 20:15 Uhr, ARD – bis 22.12. in der Mediathek

Der leider ausschließlich fürs Fernsehen gedrehte Spielfilm des vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilmers könnte einer der TV-Highlights des Jahres werden.

„Im Jahr 2034 reichen 31 Staaten eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland ein, um Schadenersatz für die Folgen des Klimawandels zu erstreiten. Der Internationale Gerichtshof muss aufgrund der Plädoyers und Befragungen von Klägern und den Vertretern Deutschlands über die Zuständigkeit dieser Klage entscheiden. Visionäres Gedankenspiel von Andres Veiel als Gerichtsdrama mit ausgezeichneten Darstellern.“


Mein Ein, Mein Alles

von Maiwenn, Frankreich 2015
Mittwoch, 18. November 2020, 20:15 Uhr, Arte

Im Casablanca war dieses aufwühlende Beziehungsdrama u.a. 2017 im Symposion „Psychoanalye und Film“ zu sehen.

„In Rückblenden erzählte amour fou zwischen einer warmherzigen Anwältin und einem charismatischen Restaurant-Besitzer. Mit brillanten sprühenden Dialogen und einer vorwärtsdrängenden, zugleich aber feinfühligen Inszenierung vermögen die herausragenden Hauptdarsteller dem bekannten Sujet einer zunehmend (selbst-)zerstörerischen Liebesgeschichte Momente von großer emotionaler Wucht zu entlocken.“

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 5. bis 11. November 2020

Der Lockdown ist zurück – und damit auch unsere Tipps für besondere Filme im TV und in den Mediatheken.

Zusammengestellt von Rainer Mesch (Casa-Akademie)


Gegen den Strom

von Benedikt Erlingsson, Island/Frankreich/Ukraine 2018
Samstag, 7. November, 21:45 Uhr, NDR – bis 6.12. in der Mediathek

Einer der Lieblingsfilme unseres Publikums zu Jahresbeginn 2019.

„Eine naturverbundene, eher unscheinbare Isländerin ist inkognito als knallharte Öko-Aktivistin unterwegs und sabotiert die expandierende Aluminiumindustrie durch gezielte Anschläge. Als ihr Antrag auf Adoption eines Kindes bewilligt wird, stellt sie ihre Guerilla-Aktionen in Frage. Die eigenwillige Tragikomödie porträtiert eine dickköpfige Protagonistin, die nicht länger tatenlos der Zerstörung des isländischen Hochlands zusehen will. Mit viel Witz und skurrilem Humor knüpft die Inszenierung an mythologische und filmhistorische Motive an und wandelt durch absurde Verfremdungen, einen gewagten Genre-Mix und die betörenden Bilder einer rauen Landschaft jenseits herkömmlicher Öko-Thriller-Routinen.“ (Lexikon des internationalen Films)


El Bar – Frühstück mit Leiche

von Alex de la Iglesia, Spanien/Argentinien 2017
Samstag, 7. November 2020, 0:50 Uhr, Tele 5

Diese abgedrehte Gewaltfarce ist hierzulande nur DVD-Käufern bekannt,  war aber einer der Highlights der spanischen Filmtage 2018 auf AEG.

„Vor einer Bar im Herzen Madrids mit sozial bunt durchmischter Kundschaft werden zwei Gäste von einem Scharfschützen erschossen. Unter den restlichen acht Besuchern, die sich in der Bar verschanzen, macht sich Panik breit. Bald bilden sich innerhalb der Gruppe klare Fronten, zwischen denen sich ungehemmt die Aggressivität entlädt. Was als Gesellschaftssatire beginnt, entwickelt sich zügig zum wendungsreichen, heftigen Horrorfilm.“ (Lexikon des internationalen Films)


Get Out

von Jordan Peele, USA 2017
Montag, 9. November 2020, 22:55 Uhr, ZDF – in der Mediathek

Ein viel gelobter und kommerziell erfolgreicher Überraschungshit, der als Debutfilm mit dem Oscar für das beste Original-Drehbuch ausgezeichnet wurde.

„Ein junger Afroamerikaner absolviert seinen Antrittsbesuch bei den Eltern seiner weißen Freundin. Diese begegnen ihm zunächst freundlich und aufgeschlossen, doch allmählich eröffnen seltsame Verhaltensweisen hinter der Fassade den Blick auf ein grauenhaftes Geheimnis. Ambitionierter Thriller, der kritische Aussagen zum Alltagsrassismus in den USA mit dem Repertoire des Horrorfilms vermitteln will.“ (Lexikon des internationalen Films)


Auferstehen

von Cedric Kahn, Frankreich 2018
Mittwoch, 11. November 2020, 20.15 Uhr, Arte – bis 17.11. in der arte-Mediathek

Ein leider nicht in deutschen Kinos zu sehendes Drogendrama vor grandioser Alpenkulisse – silberner Bär bei der Berlinale 2018 für den Hauptdarsteller Anthony Bajon.

„Ein drogensüchtiger Mann Anfang 20 wird in eine katholische Gemeinschaft in den Bergen geschickt, wo er mit Arbeit und Gebet von seiner Abhängigkeit geheilt werden soll. Zuerst rebelliert er, zieht aber allmählich positive Effekte aus dem spartanischen Dasein und den christlichen Riten. Sorgfältig und unaufgeregt inszeniertes Drama, das von einem Neuanfang erzählt und das abgeschiedene Gemeinschaftsleben mit Neugier und Offenheit, aber auch mit Ambivalenzen zeichnet. Erzählung und Bildsprache beschreiten mit hoher formaler Geschlossenheit den Grat zwischen Glauben und Zweifel.“ (Lexikon des internationalen Films)


Glücklich wie Lazzaro

von Alice Rohrwacher, Italien/Deutschland/Frankreich/Schweiz 2018
Mittwoch, 11. November 2020, 22:00 Uhr, Arte – vom 10. bis 17.11. in der arte-Mediathek

In Cannes 2018 für das beste Drehbuch ausgezeichnet, knüpft dieser Film an die Tradition des italienischen Neorealismus an und findet dennoch seine ganz eigene Sprache.

„Auf einem abgeschiedenen Stückchen Land schuften ein paar Dutzend Bauern und Landarbeiter in sklavenähnlichen Verhältnissen unter der Herrschaft einer Marquesa. Einer von ihnen ist der junge Lazzaro, der nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint; mit seiner bedingungslosen Hingabe, die keine Gegenleistung verlangt, durchbricht er die Ausbeutungskette. Mit einer berückenden Verbindung aus Sozialdrama, magischem Realismus, Märchen, Arbeiterfilm und Heiligengeschichte erzählt der Film eine Parabel über die Möglichkeit des Guten in einem zeitlosen, aber keineswegs wirklichkeitsfernen Italien, das sich von der Agrargesellschaft bis in die urbane Gegenwart spannt.“ (Lexikon des internationalen Films)

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 11. Juni 2020 bis 17. Juni 2020

Die Corona-Pause geht zu Ende – hier daher zum letzten Mal die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker, Kultfilme und Filme von Kultfilm-Regisseuren

Samstag,13. Juni 2020, 0.40 Uhr (d.h. Sonntag), MDR
Cloud Atlas – der Wolkenatlas
von Tom Tykwer, Andy und Lena Wachowski, Deutschland/USA 2012

Sonntag, 14. Juni 2020, 23 Uhr, RTL2
The Beach
von Danny Boyle, USA/Großbritannien 2000

Sonntag, 14. Juni 2020 20.15 Uhr, Arte
Billy Elliot
von Stephen Daldry, Großbritannien/Frankreich 2000

Sonntag, 14. Juni 2020, 20.15 Uhr, RTL2
Catch Me If You Can
von Steven Spielberg, USA 2002

Dienstag, 16. Juni 2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
Outbreak – Lautlose Killer
von Wolfgang Petersen, USA 1995

Dienstag, 16. Juni 2020, 23.10 Uhr, 3Sat
Jung und schön
von Francois Ozon, Frankreich 2013

Mittwoch, 17. Juni 2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
12 Monkeys
von Terry Gilliam, USA 1995

James-Bond-Filme

Donnerstag, 11. Juni 2020, 20.15 Uhr, Vox
Stirb an einem anderen Tag
von Lee Tamahori, USA/Großbritannien 2002

Donnerstag, 11. Juni 2020, 22.50 Uhr, Vox
Im Geheimdienst ihrer Majestät
von Peter R. Hunt, Großbritannien 1969

Sonntag, 14. Juni 2020, 22.35 Uhr, RTL
Der Morgen stirbt nie
von Roger Spottiswoode, Großbritannien/USA 1997

Dienstag, 16. Juni 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Im Angesicht des Todes
von John Glen, Großbritannien/USA 1985

Unsere speziellen Film-Tipps:

Western aus verschiedenen Dekaden
Im Herbst wird die CasaAkademie endlich die lange erwartete Veranstaltung zum Genre des Westerns anbieten. Wer sich über die Veränderungen, die der Western im Laufe der Jahrzehnte durchlaufen hat, schon vorab ein Bild machen will, kann dies in dieser Fernsehwoche an hand ganz unterschiedlicher Streifen aus verschiedenen Jahrzehnten tun.
Die Spanne reicht am Sonntag, den 14.6.2020 auf Tele 5 vom klassischen US-Star-Western der 50er Jahre („Vera Cruz“ von Robert Aldrich, USA 1954, mit Gary Cooper und Burt Lancaster) über den Historienwestern („Alvarez Kelly“ von Edward Dmytryk, USA 1965, mit William Holden und Richard Widmark) bis hin zur Westernparodie („Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming“ von Elliot Siverstein, USA 1965, mit Jane Fonda und Lee Marvin).
Schon am Freitag, den 12.6.2020 versucht sich „Silverado“ auf 3Sat um 22.30 Uhr (von Lawrence Kasdan, USA 1985 mit Kevin Kline und Kevin Costner) als eine mit viel Tempo inszenierte Komödie an eine Renaissance dieser zwischenzeitlich vergessenen Filmgattung. Spannend in diesem Kontext ist vor allem die erst 2015 entstandene britisch-neuseeländische Independent-Genre-Adaption „Slow West“ (von John Maclean, mit Michael Fassbender), ein wortkarger Spätwestern, der durch seine lakonische Bildsprache beeindruckt (zu sehen am 13.6. 2020 um 23.50 Uhr auf 3 Sat).

Virusfilme
Auch das Kino beschäftigt sich immer wieder mit Viren, die die Menschheit bedrohen. Da gibt es viele schlecht gemachte B-Movies, aber auch zwei wirklich sehenswerte Beiträge:

Da wäre am Dienstag, den 16. Juni 2020 20.15 Uhr auf Kabel 1 der Katastrophenfilm-Klassiker „Outbreak – Lautlose Killer“ von Wolfgang Petersen ( USA 1995 mit Dustin Hoffman) und am Mittwoch, den 17. Juni 2020 um 23.50 Uhr auf Arte die härtere Version „28 Tage später“ von „Trainspotting“-Macher Danny Boyle (Großbritannien 2002).
Unser Tipp für Corona-Zeiten: Es sich auf der Couch gemütlich machen und schaudernd-genüßlich betrachten, wie es hätte noch schlimmer kommen können…

Freitag, 12. Juni 2020 0.15 Uhr (d.h. Samstag), MDR
Herzstein
von Guðmundur Arnar Guðmundsson, Island/Dänemark 2016

Isländische Filme erfahren in den letzten Jahren eine erhöhte Aufmerksamkeit, was nicht nur an grandiosen Landschaftsaufnahmen, sondern auch an eigenwilligen ProtagonistInnen liegt, die gegen den Strom schwimmen. Hier ist es ein Jungendlicher, der sein Coming-Out erlebt.
Das bewegende Jugenddrama zeigt, dass selbst das tolerante Island in dieser Hinsicht kein Paradies ist, sondern die provinzielle Enge der Dorfgemeinschaft ihre eigenen Grenzen zieht.

Montag, 15. Juni 2020, 22.05 Uhr, Arte
Kirschblüten und rote Bohnen
von Naomi Kawase, Japan 2015

Naomi Kawase zählt zu den renommiertesten Gegenwarts-Regisseurinnen des japanischen Kinos, wurde für ihre Filme mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und von uns im CasaAkademie-Seminar „Der japanische Film“ eingehend gewürdigt. Ihr rührendes Portrait einer alten Frau, die einem Imbissbesitzer zu kurzzeitigen Verkaufserfolgen verhilft, berührt ein verdrängtes Tabu der japanischen Gesellschaft, den Umgang mit ehemals Leprakranken.

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 4. Juni 2020 bis 10. Juni 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker, Kultfilme und Filme von Kultfilm-Regisseuren

Samstag, 6. Juni 2020, 20.15 Uhr, SWR
Zielfahnder – Flucht in die Karpaten
von Dominik Graf, Deutschland 2016

Samstag, 6. Juni 2020, 1.00 Uhr, ZDF
L.A. Confidential
von Curtis Hanson, USA 1997

Sonntag, 7. Juni 2020, 23.35 Uhr, ARD
Der Gott des Gemetzels
von Roman Polanski, Deutschland/Frankreich/Polen 2011

Sonntag, 7. Juni 2020, 0.55 Uhr, ARD
Only Lovers Left Alive
von Jim Jarmusch, Großbritannien/Deutschland 2013

Mittwoch, 10. Juni 2020, 0.30 Uhr, BR
Sein oder Nichtsein
von Ernst Lubitsch, USA 1942

 

James-Bond-Filme

Donnerstag, 4. Juni 2020, 20.15 Uhr, Vox
Die Welt ist nicht genug
von Michael Apted, USA/Großbritannien 1999

Donnerstag, 4. Juni 2020, 22.45 Uhr, Vox
Sag niemals nie
von Irvin Kershner, USA 1983

Dienstag, 9. Juni 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Octopussy
von John Glen, Großbritannien/USA 1983

 

Unsere speziellen Film-Tipps:

 

Donnerstag, 4. Juni 2020, 23.25 Uhr, WDR
Die Lebenden reparieren
von Katell Quillevere, Frankreich 2016

In diesem aufwühlenden Organspende-Drama, der auf einem gefeierten Roman basiert, sind drei Erzählstränge und Schicksale miteinander verwoben. Inhaltlich dreht sich die Geschichte um die Reise eines Spenderherzens, zeigt aber auch die moralischen und persönlichen Konflikte, die mit jeder Organspende verbunden sind, sowie die enorme Belastung für die beteiligten Mediziner. In unserer Reihe Medizin und Film boten wir hierzu ein Filmgespräch mit zwei Experten der Themenbereiche „Hirntod“ und „Transplantationsmedizin“ an.

 

Donnerstag, 4. Juni 2020, 22.45 Uhr, BR
Sommerhäuser
von Sonja Maria Kröner, Deutschland 2017

Die Regisseurin bekam für ihr Filmdebüt auf Anhieb den Förderpreis Neues deutsches Kino auf dem Filmfest München und dem Drehbuchpreis beim bayerischen Filmpreis. Und sie stellte ihren Film persönlich (und hochschwanger) bei uns im Kino vor. Sie erzählt eine in Oberbayern angesiedelte Geschichte. Im heiß-schwülen Sommer des Jahres 1976 wird der Gemeinschaftsgarten einer Familie zum Schauplatz großer und kleiner Familiendramen.

 

Freitag, 5. Juni 2020, 20.15 Uhr, Arte
Wackersdorf
von Oliver Haffner, Deutschland 2018

Der meistbesuchte deutsche Film 2018 im Casablanca. Kein Wunder: Wackersdorf ist nicht weit, der Film ist gut gemacht, hat sowohl politisches als als komödiantisches Potentiel und Regisseur und Hauptdarstellerin waren zur Premiere bei uns im Kino. Der österreichische Schauspieler Johannes Zeiler spielt übrigens den Landrat Hans Schuierer derart überzeugend, dass sogar der Schuierer Hans davon angetan war. Unbedingt ein zweites Mal anschauen.

 

Sonntag, 7. Juni 2020, 21.45 Uhr, Arte
The Hateful Eight
von Quentin Tarantino, USA 2015

Dem „wohl einflußreichsten Regisseur der vergangenen 30 Jahre, der mit seinen Filmen eine ganze Generation von Filmemachern über all auf der Welt geprägt“ hat (so kürzlich die NN), war 2015 die erste Veranstaltung der CasaAkademie („Zur Ästhetik von Witz und Rache“) gewidmet. Er gilt bei Cineasten seit langem als Kultregisseur, ist aber wegen seiner drastischen Gewaltdarstellungen nicht unumstritten. Dies gilt insbesondere für diesen dreistündigen knallharten Schneewestern, der als wortreiches Kammerspiel beginnt und als exzessives Blutbad endet

Direkt im Anschluss ist die aktuelle Doku „Tarantino – The Bloody Genius” von Tara Wood zu sehen, die den kometenhaften Aufstieg Tarantinos zeigt und viele seiner Schauspieler wie Christoph Waltz, Tim Roth, Samuel L. Jackson oder Diana Kruger zu Wort kommen lässt.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 28. Mai bis 3. Juni 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker, Kultfilme und Filme von Kultfilm-Regisseuren

Freitag, 29. Mai 2020, 22.30 Uhr, RTL2
Kill Bill Vol. 2
von Quentin Tarantino, USA 2004

Samstag, 30. Mai 2020  23 Uhr RTL2
Wall Street
von Oliver Stone, USA 1987

Samstag, 30. Mai 2020 ab 20.15 Uhr, Sat1 Gold
Alfred-Hitchcock-Nacht
20.15 Uhr: Das Fenster zum Hof, USA 1954
22.20 Uhr: Psycho, USA 1960
0.20 Uhr: Der unbekannte Dritte, USA 1959

Sonntag, 31. Mai 2020, ab 20.15 Uhr, Tele 5
Rainer Werner Fassbinder-Nacht
20.15 Uhr: Angst essen Seele auf, Deutschland 1973
22.10 Uhr: Katzelmacher, Deutschland 1969
0.00 Uhr: Despair – Reise ins Licht, Deutschland/Frankreich 1978

Sonntag, 31. Mai 2020,14.35 Uhr, ZDF
Notting Hill
von Roger Michell, Großbritannien/USA 1999

Sonntag, 31. Mai 2020, 20.15 Uhr, 3Sat
Vier Hochzeiten und ein Todesfall
von Mike Newell, Großbritannien 1993

Sonntag, 31. Mai 2020, 22.05 Uhr, 3Sat
Tootsie
von Sidney Pollack, USA 1982

Montag, 1. Juni, 23.30 Uhr, ZDF neo
Der weiße Hai
von Steven Spielberg, USA 1975

Dienstag, 2. Juni, 23.50 Uhr, Kabel 1
Erbarmungslos
von Clint Eastwood, USA 1992

James-Bond-Filme

Donnerstag, 28. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
Der Morgen stirbt nie
von Roger Spottiswoode,  USA/Großbritannien 1997

Donnerstag, 28. Mai 2020, 22.40 Uhr, Vox
Im Angesicht des Todes
von John Glen , USA/Großbritannien 1985

Sonntag, 31. Mai 2020  22.10 Uhr, RTL
Goldeneye
von Martin Campbell, USA/Großbritannien 1995

Dienstag, 2. Juni 2020, 20.15 Uhr, Nitro
In tödlicher Mission
von John Glen, Großbritannien 1981

Unsere speziellen Film-Tipps

Donnerstag, 28. Mai 2020, 0.55 Uhr, RBB
Elle
von Paul Verhoeven, Frankreich/Deutschland 2016

Der  wendungsreiche Rachethriller basiert auf einem Roman von Philippe Dijan und stellt eine selbstsichere Unternehmerin in den Mittelpunkt,  die in ihrem Haus überfallen und vergewaltigt wird, aber aus speziellen Gründen den Gang zur Polizei meidet. Er gewann eine Vielzahl von Preisen und gilt als ein Höhepunkt von Isabelle Hupperts Karriere. Das gefeierte Comeback von Paul Verhoeven nach 10-jähriger Filmpause ist anfangs eine harte Kost, vereint jedoch zunehmend psychologische Spannung mit abgründigem Humor.

 

Freitag, 29. Mai 2020, 21.30 Uhr, One
Zwei im falschen Film
von Laura Lackmann, Deutschland 2017

Eine nette Beziehungskomödie, das vom nur bedingt erfolgreichen Versuch der Frau (Laura Tonke) erzählt, aus dem eingeschlichenen Alltagstrott auszubrechen und ihren Partner neu zu entflammen. Die Regisseurin, der man inzwischen die kommerziellen Erfolg versprechende „Caveman“-Verfilmung  anvertraut hat, war bei uns im Kino zu Gast.

 

Samstag, 30. Mai 2020, 20.15 Uhr, Pro7
Love, Simon
von Greg Berlanti, USA 2018

Auf den ersten Blick ein mainstreamiges US-Produkt.  Die Besonderheit: es ist der erste Teenie-Film eines großen Hollywood-Studios um eine schwule Liebe. Und die ist sympathisch und mit heiterer Gelassenheit erzählt, was sicherlich Vorurteile abzubauen hilft.

 

Dienstag, 2. Juni 2020, 21.50 Uhr, Arte
Das System Milch
von Andreas Pilcher, Deutschland 2017

Der Grimme-Filmpreisträger beleuchtet die mit der Intensivierung der Milchwirtschaft einhergehenden negativen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Er zeigt facettenreich und glaubwürdig, was heute hinter dem Lebensmittel Milch steckt, präsentiert viele Fakten und lässt unterschiedliche Sichtweisen zu. Bei uns war diese Doku in der Agenda-Reihe zu sehen.

 

Mittwoch, 3. Juni 2020, 23.50 Uhr, Arte
Waldheims Walzer
von Ruth Beckermann, Österreich 2018

Ein Film, der leider nicht im Casa lief – auch wenn wir ihn gern im Programm gehabt hätten. Ein Dokumentarfilm, der einem als Nachgeborenem den Mund offen stehen lässt: Ist das, was der ehemalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim im Umgang mit seinem Nazi-Lebenslauf geleistet hat, wirklich so passiert?

 

Mittwoch, 3. Juni 2020, 1.55 Uhr ARD
Das Lied der Sperlinge
von Majid Majidi, Iran 2008

Majid Majidi gilt als einer der bedeutendsten iranischen Filmemacher der 1990er und 2000er Jahre. Im neorealistischen Stil erzählt er in ruhigen Bildern vom Wert der Familie und der Freundschaft. Sein Hauptdarsteller Reza Naji bekam bei der Berlinale den Preis als bester Darsteller, der Film wurde als fremdsprachiger Beitrag für den Oscar eingereicht. Warum so ein Film mitten in der Nacht läuft, weiß nur die ARD oder der benötigte DVD-Recorder.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 21. bis 27. Mai 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker, Kultfilme und Filme von Kultfilm-Regisseuren

Donnerstag, 21. Mai 2020, 22.35 Uhr, ZDF Neo
Das Schweigen der Lämmer
von Jonathan Demme, USA 1991

Freitag, 22. Mai 2020, 22.25 Uhr, RTL2
Kill Bill Vol. 1
von Quentin Tarantino, USA 2003

Freitag, 22. Mai 2020, 0.30 Uhr, BR
Drive
von Nicolas Winding Refn, USA 2011

Sonntag, 24. Mai 2020, 3Sat
Italo-Western:
22.00 Uhr:
Für eine Handvoll Dollar
von Sergio Leone, Italien/Deutschland/Spanien 1964
23.40 Uhr:
Für ein paar Dollar mehr
von Sergio Leone, Deutschland/Spanien/Italien 1965

Montag, 25. Mai 2020, 22.30 Uhr, Arte
Paterson
von Jim Jarmusch USA 2016

James-Bond-Filme

Donnerstag, 21. Mai 2020, 22.15 Uhr, Vox
Goldeneye
von Martin Campbell, USA/Großbritannien 1995

Donnerstag, 21. Mai 2020, 22.40 Uhr, Vox
Octopussy
von John Glen, USA/Großbritannien 1983

Dienstag, 26. Mai 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Moonraker
von Lewis Gilbert, Großbritannien/Frankreich 1979

Unsere speziellen Film-Tipps:

Donnerstag, 21. Mai 2020, 20.15 Uhr, ZDF
Astrid
von Pernille Fischer Christensen, Schweden/Dänemark 2018
Der berührende Film über die schweren Jugendjahre Astrid Lindgrens (sie war Mutter eines nichtehelichen Kindes und in den 1920er Jahren moralischen Anfeindungen ausgesetzt) gehörte im vergangenen Jahr zu den Favoriten unseres Publikums. Dessen Cover schmückt inzwischen einige unserer neuen Mitgliederausweise. Neu-Mitglieder sind willkommen…

Freitag, 22. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Freistatt
von Marc Brummund, Deutschland 2015
Für seine Rolle als von seinen Eltern in ein abgelegenes Heim für Schwererziehbare abgeschobener Jugendlicher bekam der damals 18jährige Louis Hofmann den bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller und hat inzwischen eine beachtliche Karriere hingelegt. Das fiktive Drama basiert auf Erinnerungen eines ehemaligen Heimkindes und schildert bildgewaltig übergriffige und entwürdigende Erziehungsmethoden in einem kirchlichen Erziehungsheim der 1960er Jahre. Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival.

Freitag, 22. Mai 2020, 21 Uhr, One
Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?
von Lola Randl, Deutschland 2017
Lola Randl war mit ihrer skurrilen Doku „Von Bienen und Blumen“ bei uns im Casablanca zu Gast. Auch ihr beim Münchner Filmfest präsentierter Spielfilm ist ziemlich bizarr: Eine in ihrem Liebesleben überforderte Paartherapeutin begegnet einer Doppelgängerin und setzt diese zu ihren Zwecken ein. Das Ganze ergibt eine sinnfreie, abgedrehte Geschichte in knallbunten Farben. Kein Filmpreisträger-Film, aber im deutschen Kino durchaus ein Unikat.

Samstag, 23. Mai 2020
Die lange Western-Nacht
Im März musste das lange ersehnte CasaAkademie-Seminar zu „Cowboys, Colts und karge Landschaften“ coronabedingt erneut ausfallen und wird (hoffentlich!) im Herbst nachgeholt. Wer sich jetzt schon filmisch darauf vorbereiten möchte, dann dies im TV tun. Da laufen auf SWR zunächst zwei klassische John-Ford-Filme mit John Wayne um 20.15 Uhr Der letzte Befehl (USA 1959) und um 22.15 Uhr Der Teufelshauptmann (USA 1949).
Alternativ zu sehen wäre um 23.10 Uhr auf 3Sat Sinola von John Sturges (USA 1972).
Dieser Spätwestern eines Hollywoodroutiniers ist laut Kritik „eine veredelte Django-Variante“ und präsentiert Clint Eastwood in der (aus heutiger Sicht höchst bedenklichen) Rolle eines einsamen Rächers.
Clint-Eastwood-Fans werden ebenso am Sonntag, den 24. Mai 2020 auf 3Sat mit legendären Italo-Western von Sergio Leone bedient. Um 22.00 Uhr gibt es Für eine Handvoll Dollar und um 23.40 Uhr die Fortsetzung Für ein paar Dollar mehr (Deutschland/Spanien/Italien 1964 bzw. 1965).

Samstag, 23. Mai 2020, 21.45 Uhr, One
Die Frau, die singt – Incendies
von Denis Vileneuve, Kanada/Frankreich 2010
Ein zu Unrecht weniger beachteter früherer Film des renommierten und vielseitigen kanadischen Regisseurs, der kürzlich für das Sequel zu „Blade Runner“ verpflichtet wurde.
Das oscarnominierte Drama basiert auf einem auch hierzulande erfolgreichen Theaterstück und erzählt mit großer emotionaler Wucht die Geschichte von aus dem Mittleren Osten stammenden Zwillingen, die nach dem Tod der Mutter in ihr Geburtsland zurückkehren, um ihren verschollenen Bruder und ihren unbekannten Vater wiederzufinden. Ein Meisterwerk.

Sonntag, 24.5. 2020, 0.10 Uhr, RBB
Eines Tages … And-Ek Ghes …
von Colorado Velcu und Philip Scheffner, Deutschland 2016
Ein kluger und auf Augenhöhe gedrehter Doku-Film über das Leben einer Roma-Familie, die nach Berlin übergesiedelt ist. In unserem Kino gab es hierzu eine Sonderveranstaltung mit fachkundigen Gästen, die in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Doku-Zentrum stattfand.

Montag, 25. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Das weiße Band
von Michael Haneke, Deutschland/Frankreich/Österreich/Italien 2009
Michael Hanekes in Schwarz-weiß gedrehtes Meisterwerk wurde weltweit für über 70 Filmpreise nominiert (u.a. für den Oscar), von denen es 40 gewinnen konnte (darunter die Goldene Palme in Cannes, drei europäische und 10 deutsche Filmpreise) ! Die Handlung ist kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs in einem abgelegenen Dorf in Norddeutschland angesiedelt, in dem sich mysteriöse Vorfälle ereignen. Eine grausame Kindheitsgeschichte, die sich auch politisch mit dem Aufkommen des künftigen Faschismus interpretieren lässt.

Mittwoch, 27. Mai 2020, 20.15 Uhr, ARD
Das freiwillige Jahr
von Ulrich Köhler und Henner Winckler, Deutschland 2019
Eine behutsam erzählte Vater-Tochter-Geschichte über den anstehenden Costa-Rica-Einsatz einer jungen Frau, die im Gegensatz zu den Willen ihres Vaters lieber zu Hause bleiben will.
Der Coming-of-Age-Film ist nicht nur Portrait einer unschlüssigen Generation, sondern kontrastiert gegensätzliche Lebensentwürfe. Die Regisseure gelten als Vertreter der „Berliner Schule“, einer Stilrichtung, die eher beiläufig erzählt und dramatische Höhepunkte vermeidet.

Mittwoch, 27. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Le passé – Das Vergangene
von Asghar Farhadi, Frankreich/Italien 2013
Das eindringliche und packende Familiendrama des renommierten iranischen Regisseurs und zweifachen Oscar-Preisträgers erzählt im Stil eines ruhigen Kammerspiels von einer gescheiterten Ehe und den komplexen zwischenmenschlichen Beziehungsproblemen der neuen Patchwork-Familie, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss. Berenice Bejo als Mutter erhielt 2013 bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis als beste Darstellerin.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)

Online-Tipp: Bad Seed Teevee

Ein besonderer Online-Tipp für alle, die mal keine Filme oder Serien sehen wollen:

Der Musiker Nick Cave betreibt seit einigen Wochen einen 24-Stunden-Stream, „Bad Seed Teevee“, mit Konzertmitschnitten und Interviews aus dem Universum seines Schaffens.

Ein großartiges Angebot von einem herausragenden Künstler. Übrigens war im Casa war vor einigen Jahren der 3D-Film „One More Time With Feeling“ zu sehen.

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TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 14. bis 20. Mai 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker und Kultfilme

Samstag, 16. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
The Dark Knight Rises
von Christopher Nolan, USA/Großbritannien 2012

Sonntag, 17. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte – bis 31.5. in der Mediathek
Der Mann, der zuviel wusste
von Alfred Hitchcock, USA 1956

James-Bond-Filme

Donnerstag, 14. Mai 2020, 22.40 Uhr, Vox
In tödlicher Mission
von John Glen, Großbritannien 1981

Dienstag, 19. Mai 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Der Spion, der mich liebte
von Lewis Gilbert, Großbritannien 1977

Unsere speziellen Film-Tipps

Donnerstag, 14. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
Snowden
von Oliver Stone, Deutschland/USA 2016

Der dreifache Oscar-Gewinner, dessen Filme nicht unumstritten sind, erzählt publikumswirksam und spannend die wahre Geschichte des CIA- und NSA-Mitarbeiters Edward Snowden, der mit seinen Enthüllungen einen der größten Politskandale der Gegenwart auslöste. Auch kommt Amerikas Staatsfeind Nummer eins am Ende direkt zu Wort. Amerikanische Studios lehnten das Drehbuch ab, so dass ein Großteil der Dreharbeiten in Deutschland stattfand. Der US-Start des Films musste mehrmals verschoben werden…

Donnerstag, 14. Mai 2020, 23.40 Uhr, WDR – bis 21.5. in der WDR-Mediathek
The Killing of a Sacred Deer
von Yorgos Lanthimos, Irland/Großbritannien 2017

Die abgründigen Filme des griechischen „Lobster“-Regisseurs haben Kultstatus und brachten ihn u.a. zahlreiche Nominierungen für Oscars und europäische Filmpreise ein. Sein rabenschwarzer kühler Thriller lehnt sich an dem griechischen Mythos der Iphigenia an, ist aber mit seiner düsteren Atmosphäre und dem Zusammenspiel von unheimlichen Bildern und eruptiver Gewalt ein subtiler Horror-Film. Ein angesehener Arzt lässt sich und seine Familie von einem jungen Mann zunehmend erniedrigen und terrorisieren, da er sich für den Tod dessen Vaters schuldig fühlt. Colin Farrell und Nicole Kidman spielen das Ehepaar, der junge irische Shooting-Star Barry Keoghan brilliert als psychopathischer Teenager.

Freitag, 15. Mai 2020, 23 Uhr, Pro7
Sicario
von Denis Villeneuve, USA 2015

Der renommierte und vielseitige kanadische Regisseur, der kürzlich für das Sequel zu „Blade Runner“ verpflichtet wurde, inszenierte hier einen explosiven und dicht inszenierten Thriller vom feinsten. Der Filmtitel leitet sich von der Bezeichnung für Auftragskiller der Drogenkartelle ab. Emily Blunt spielt eine FBI-Agentin, die gegen mexikanische Drogenkartelle kämpft und dabei auf Korruption in den eigenen Reihen stößt. Der Film ist um Authentizität bemüht, ehemalige CIA- und FBI-Agenten wurden als Experten hinzugezogen.

Samstag, 16. Mai 2020, 23.30 Uhr, RBB
Solo Sunny
von Konrad Wolf, DDR 1980

Warum empfehlen wir ausgerechnet einen 40 Jahre alten DEFA-Film ? Ganz einfach: Weil es viele wirklich sehenswerte DDR-Fime der 1960er und 1970er Jahre gibt und dieser – nach einem Buch von Wolfgang Kohlhaase – zu den Höhepunkten gehört. Der Film ist ein mutiges Plädoyer für Individualität und gegen gesellschaftliche Bevormundung: Eine junge Arbeiterin kündigt, tourt als Schlagersängerin mit einer Band und anderen Künstlern über die Dörfer und Klubs der damaligen DDR und muss mehrere persönliche und berufliche Rückschläge überwinden. Die mitreißende Renate Krößner erhielt für ihre Darstellung bei der Berlinale 1980 den Silbernen Bären, was zwar die DDR als Filmland aufwertete, ihre Karriere zu Hause aber ausbremste.

Sonntag, 17. Mai 2020, 23.35 Uhr, ARD
HERRliche Zeiten
von Oskar Roehler, Deutschland 2018

Diese gallige Gesellschafts-Satire nach der Romanvorlage eines umstrittenen Autors wurde trotz guter Besetzung (Oliver Masucci, Katja Riemann, Samuel Finzi und Andrea Sawatzki) bei Kritik und Publikum zwiegespalten aufgenommen. Er handelt von einem wohlsituierten Ehepaar, dass eine neue Haushälterin benötigt und eine Anzeige mit den Worten „Haussklave gesucht“ schaltet. Als sich ein fremder Mann einfindet, der diese Rolle auszufüllen gedenkt, beginnt ein böse endendes Spiel mit den Rollen von Herr und Diener. Wir sind höchst gespannt auf Oskar Roehlers neuen Film über Rainer Werner Fassbinder , „Enfant terrible“, den wir Ihnen zeigen, sobald die Kinos wieder geöffnet werden.

Montag, 18. Mai 2020, 20.15 Uhr bzw. 23.35 Uhr, Arte
The Square
von Ruben Östlund, Schweden/Deutschland/Frankreich/Dänemark 2017
Involuntary
von Ruben Östlund, Frankreich/Schweden 2008

Erst kürzlich lief „Höhere Gewalt“ (aktuell noch in der arte-Mediatkek zu sehen), nun gibt es sogar ein Double Feature mit Filmen dieses schwedischen Ausnahme-Regisseurs, der für „The Square“ 2017 zahlreiche europäische Filmpreise (u.a. die Goldene Palme in Cannes) abräumte und für den Auslands-Oscar nominiert war. Im Mittelpunkt der Story über politische Korrektheit steht ein Kurator eines modernen Kunstmuseums in Stockholm, der durch den Diebstahl seines handys und einen kontroversen Werbeclip für eine Kunstinstallation in eine existenzielle Krise gestürzt wird.
„Involuntary“ lief ebenfalls 2008 in einer Nebenreihe in Cannes und wurde als Schwedens Beitrag für den fremdsprachigen Oscar eingereicht, kam aber nie in deutsche Kinos. Es ist eine episodisch angelegte Komödie über Moral und Gruppenzwang und zeigt in mehreren 2-3-minütigen Szenen fünf sich unabhängig voneinander entwickelnde und eskalierende Geschichten. Zwischen diesen beiden Filmen gibt es ein Portrait des Regisseurs (auch online zu sehen).
Danach laufen zwei seiner früheren Kurzfilme aus den Jahren, von denen der eine bei der Berlinale 2010 mit dem Goldenen (Kurzfilm-)Bären ausgezeichnet wurde. Ein langer und lohnender Abend für alle Östlund-Fans.

Dienstag, 19. Mai 2020, 20.15 Uhr, Phoenix
Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel
von Christian Schidlowski, Deutschland 2018

Diese Doku lief im Sommer 2018 in unserem Kino und wurde wie folgt angekündigt: „Abenteuer Nachthimmel lädt ein zu einer einzigartigen Reise in die Nacht und begleitet dabei fünf der besten Sternenfotografen der Welt auf ihren abenteuerlichen Reisen zu den entlegensten Winkeln unseres Planeten, um uns den Nachthimmel und das Firmament in seiner ganzen Schönheit nahezubringen. Fünf Astrofotografen, fünf Erdteile: faszinierende Landschaften und Himmelsbilder, wie man sie noch nie gesehen hat.“ Nun denn, dann mal auf zu den Sternen.

Mittwoch, 20. Mai 2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
Full Metal Jacket
von Stanley Kubrick, Großbritannien/USA 1987

Der Anti-Kriegsfilm des „Meisters aller Genres“ (Siegfried König in seinem CasaAkademie-Seminar über Kubrick) gehört zu den Klassikern der kritischen Vietnamfilme. Nach einer knüppelharten Ausbildung bei den US-Marines zu einer willenlosen Kampfmaschine wird ein Soldat als Kriegsberichterstatter nach Vietnam geschickt und schonungslos mit der dortigen Realität konfrontiert. Basierend auf tatsächlichen Erlebnisberichten, wollte Kubrick einen realistischen Film drehen und arbeitete sich akribisch in Dokumentarmaterial ein. Sein Darsteller des militärischen Schleifers R. Lee Ermey wurde tatsächlich in Vietnam eingesetzt.

Mittwoch, 20. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Happy End
von Michael Haneke, Deutschland/Österreich/Frankreich/Italien 2017

Für Nicht-Eingeweihte: Michael-Haneke-Filme sind eher düsterer Grundstimmung, vom Stil her ziemlich unterkühlt und nicht selten sperrig, auch dann, wenn sie wie hier mit Isabelle Huppert, Jean-Luis Trintignant und den deutschen Newcomer Franz Rogowski hochkarätig besetzt sind. Der vielfach in Cannes ausgezeichnete und mit dem europäischen Filmpreis (für „Das weiße Band“) und dem fremdsprachigen Oscar (für „Liebe“) bedachte Regisseur gehört zu den ganz großen europäischen Autorenfilmern. Sein bisher letztes Werk kreist um die Neurosen einer reichen Industriellenfamilie und konfrontiert sie mit den realen Problemen asylsuchender Menschen. Der Titel ist natürlich ironisch gemeint, denn Haneke garniert auch diese Geschichte mit dem von seinen bisherigen Filmen bekannten Zynismus.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)