Monat: Mai 2020

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 28. Mai bis 3. Juni 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker, Kultfilme und Filme von Kultfilm-Regisseuren

Freitag, 29. Mai 2020, 22.30 Uhr, RTL2
Kill Bill Vol. 2
von Quentin Tarantino, USA 2004

Samstag, 30. Mai 2020  23 Uhr RTL2
Wall Street
von Oliver Stone, USA 1987

Samstag, 30. Mai 2020 ab 20.15 Uhr, Sat1 Gold
Alfred-Hitchcock-Nacht
20.15 Uhr: Das Fenster zum Hof, USA 1954
22.20 Uhr: Psycho, USA 1960
0.20 Uhr: Der unbekannte Dritte, USA 1959

Sonntag, 31. Mai 2020, ab 20.15 Uhr, Tele 5
Rainer Werner Fassbinder-Nacht
20.15 Uhr: Angst essen Seele auf, Deutschland 1973
22.10 Uhr: Katzelmacher, Deutschland 1969
0.00 Uhr: Despair – Reise ins Licht, Deutschland/Frankreich 1978

Sonntag, 31. Mai 2020,14.35 Uhr, ZDF
Notting Hill
von Roger Michell, Großbritannien/USA 1999

Sonntag, 31. Mai 2020, 20.15 Uhr, 3Sat
Vier Hochzeiten und ein Todesfall
von Mike Newell, Großbritannien 1993

Sonntag, 31. Mai 2020, 22.05 Uhr, 3Sat
Tootsie
von Sidney Pollack, USA 1982

Montag, 1. Juni, 23.30 Uhr, ZDF neo
Der weiße Hai
von Steven Spielberg, USA 1975

Dienstag, 2. Juni, 23.50 Uhr, Kabel 1
Erbarmungslos
von Clint Eastwood, USA 1992

James-Bond-Filme

Donnerstag, 28. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
Der Morgen stirbt nie
von Roger Spottiswoode,  USA/Großbritannien 1997

Donnerstag, 28. Mai 2020, 22.40 Uhr, Vox
Im Angesicht des Todes
von John Glen , USA/Großbritannien 1985

Sonntag, 31. Mai 2020  22.10 Uhr, RTL
Goldeneye
von Martin Campbell, USA/Großbritannien 1995

Dienstag, 2. Juni 2020, 20.15 Uhr, Nitro
In tödlicher Mission
von John Glen, Großbritannien 1981

Unsere speziellen Film-Tipps

Donnerstag, 28. Mai 2020, 0.55 Uhr, RBB
Elle
von Paul Verhoeven, Frankreich/Deutschland 2016

Der  wendungsreiche Rachethriller basiert auf einem Roman von Philippe Dijan und stellt eine selbstsichere Unternehmerin in den Mittelpunkt,  die in ihrem Haus überfallen und vergewaltigt wird, aber aus speziellen Gründen den Gang zur Polizei meidet. Er gewann eine Vielzahl von Preisen und gilt als ein Höhepunkt von Isabelle Hupperts Karriere. Das gefeierte Comeback von Paul Verhoeven nach 10-jähriger Filmpause ist anfangs eine harte Kost, vereint jedoch zunehmend psychologische Spannung mit abgründigem Humor.

 

Freitag, 29. Mai 2020, 21.30 Uhr, One
Zwei im falschen Film
von Laura Lackmann, Deutschland 2017

Eine nette Beziehungskomödie, das vom nur bedingt erfolgreichen Versuch der Frau (Laura Tonke) erzählt, aus dem eingeschlichenen Alltagstrott auszubrechen und ihren Partner neu zu entflammen. Die Regisseurin, der man inzwischen die kommerziellen Erfolg versprechende „Caveman“-Verfilmung  anvertraut hat, war bei uns im Kino zu Gast.

 

Samstag, 30. Mai 2020, 20.15 Uhr, Pro7
Love, Simon
von Greg Berlanti, USA 2018

Auf den ersten Blick ein mainstreamiges US-Produkt.  Die Besonderheit: es ist der erste Teenie-Film eines großen Hollywood-Studios um eine schwule Liebe. Und die ist sympathisch und mit heiterer Gelassenheit erzählt, was sicherlich Vorurteile abzubauen hilft.

 

Dienstag, 2. Juni 2020, 21.50 Uhr, Arte
Das System Milch
von Andreas Pilcher, Deutschland 2017

Der Grimme-Filmpreisträger beleuchtet die mit der Intensivierung der Milchwirtschaft einhergehenden negativen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Er zeigt facettenreich und glaubwürdig, was heute hinter dem Lebensmittel Milch steckt, präsentiert viele Fakten und lässt unterschiedliche Sichtweisen zu. Bei uns war diese Doku in der Agenda-Reihe zu sehen.

 

Mittwoch, 3. Juni 2020, 23.50 Uhr, Arte
Waldheims Walzer
von Ruth Beckermann, Österreich 2018

Ein Film, der leider nicht im Casa lief – auch wenn wir ihn gern im Programm gehabt hätten. Ein Dokumentarfilm, der einem als Nachgeborenem den Mund offen stehen lässt: Ist das, was der ehemalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim im Umgang mit seinem Nazi-Lebenslauf geleistet hat, wirklich so passiert?

 

Mittwoch, 3. Juni 2020, 1.55 Uhr ARD
Das Lied der Sperlinge
von Majid Majidi, Iran 2008

Majid Majidi gilt als einer der bedeutendsten iranischen Filmemacher der 1990er und 2000er Jahre. Im neorealistischen Stil erzählt er in ruhigen Bildern vom Wert der Familie und der Freundschaft. Sein Hauptdarsteller Reza Naji bekam bei der Berlinale den Preis als bester Darsteller, der Film wurde als fremdsprachiger Beitrag für den Oscar eingereicht. Warum so ein Film mitten in der Nacht läuft, weiß nur die ARD oder der benötigte DVD-Recorder.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)

Wann macht das Casablanca wieder auf? (Update 26. Mai)

Die am häufigsten gestellte Frage der letzten Tage: Wann gehts wieder los mit dem Kino?

Die Antwort: Wir wissen es (noch) nicht. Aber es wird bald so weit sein …

Bisher ist für Bayern der Betrieb von Kinos generell untersagt (mit Ausnahme von Open-Air-Veranstaltungen und Autokinos, die genehmigt werden können). Ab dem 15.6. dürfen Kinos, Theater und ähnliche Orte wieder öffnen.

Das ist ein Montag – wir diskutieren gerade unser Konzept, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass ab der Spielwoche ab 18. Juni das Casablanca wieder geöffnet sein wird!

Bauarbeiten im Casablanca-HofIm Moment bereiten wir das Kino intensiv auf einen Neustart vor – einerseits mit vielen Bau- und Verschönerungsmaßnahmen, die teilweise ohnehin geplant waren, teilweise spontan gestartet wurden, um die Schließzeit zu überbrücken. Im Moment ist das Casa eine Baustelle – in einigen Wochen wird es schöner sein als je zuvor.

Andererseits arbeiten wir an Konzepten und Abläufen, mit denen wir die Einschränkungen und Vorgaben werden einhalten können, die bei einem Neustart gefordert werden.

Insbesondere arbeiten wir auch an Ideen, wie wir das weiter machen können, was das Programm des Casablanca ausmacht – nicht nur Filme abzuspielen (das wird wohl in Kürze wieder möglich sein, wenn auch vermutlich mit weniger Platzkapazität und anderen Einschränkungen als gewohnt), sondern auch Veranstaltungen, Reihen, Kooperationen und vieles mehr. Hier wird es keine generelle Lösung geben – manches wird erst mal nicht stattfinden können, anderes wird anders sein als gewohnt, einiges sicher auch schon bald wieder fast wie gewohnt starten.

Darüber, wann genau es wieder losgeht und mit welchem Programm, informieren wir so früh wie möglich – wenn Sie sofort informiert werden wollen, folgen Sie uns einfach in über unsere Social Media-Kanäle oder abonnieren unseren Newsletter!

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 21. bis 27. Mai 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker, Kultfilme und Filme von Kultfilm-Regisseuren

Donnerstag, 21. Mai 2020, 22.35 Uhr, ZDF Neo
Das Schweigen der Lämmer
von Jonathan Demme, USA 1991

Freitag, 22. Mai 2020, 22.25 Uhr, RTL2
Kill Bill Vol. 1
von Quentin Tarantino, USA 2003

Freitag, 22. Mai 2020, 0.30 Uhr, BR
Drive
von Nicolas Winding Refn, USA 2011

Sonntag, 24. Mai 2020, 3Sat
Italo-Western:
22.00 Uhr:
Für eine Handvoll Dollar
von Sergio Leone, Italien/Deutschland/Spanien 1964
23.40 Uhr:
Für ein paar Dollar mehr
von Sergio Leone, Deutschland/Spanien/Italien 1965

Montag, 25. Mai 2020, 22.30 Uhr, Arte
Paterson
von Jim Jarmusch USA 2016

James-Bond-Filme

Donnerstag, 21. Mai 2020, 22.15 Uhr, Vox
Goldeneye
von Martin Campbell, USA/Großbritannien 1995

Donnerstag, 21. Mai 2020, 22.40 Uhr, Vox
Octopussy
von John Glen, USA/Großbritannien 1983

Dienstag, 26. Mai 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Moonraker
von Lewis Gilbert, Großbritannien/Frankreich 1979

Unsere speziellen Film-Tipps:

Donnerstag, 21. Mai 2020, 20.15 Uhr, ZDF
Astrid
von Pernille Fischer Christensen, Schweden/Dänemark 2018
Der berührende Film über die schweren Jugendjahre Astrid Lindgrens (sie war Mutter eines nichtehelichen Kindes und in den 1920er Jahren moralischen Anfeindungen ausgesetzt) gehörte im vergangenen Jahr zu den Favoriten unseres Publikums. Dessen Cover schmückt inzwischen einige unserer neuen Mitgliederausweise. Neu-Mitglieder sind willkommen…

Freitag, 22. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Freistatt
von Marc Brummund, Deutschland 2015
Für seine Rolle als von seinen Eltern in ein abgelegenes Heim für Schwererziehbare abgeschobener Jugendlicher bekam der damals 18jährige Louis Hofmann den bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller und hat inzwischen eine beachtliche Karriere hingelegt. Das fiktive Drama basiert auf Erinnerungen eines ehemaligen Heimkindes und schildert bildgewaltig übergriffige und entwürdigende Erziehungsmethoden in einem kirchlichen Erziehungsheim der 1960er Jahre. Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival.

Freitag, 22. Mai 2020, 21 Uhr, One
Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?
von Lola Randl, Deutschland 2017
Lola Randl war mit ihrer skurrilen Doku „Von Bienen und Blumen“ bei uns im Casablanca zu Gast. Auch ihr beim Münchner Filmfest präsentierter Spielfilm ist ziemlich bizarr: Eine in ihrem Liebesleben überforderte Paartherapeutin begegnet einer Doppelgängerin und setzt diese zu ihren Zwecken ein. Das Ganze ergibt eine sinnfreie, abgedrehte Geschichte in knallbunten Farben. Kein Filmpreisträger-Film, aber im deutschen Kino durchaus ein Unikat.

Samstag, 23. Mai 2020
Die lange Western-Nacht
Im März musste das lange ersehnte CasaAkademie-Seminar zu „Cowboys, Colts und karge Landschaften“ coronabedingt erneut ausfallen und wird (hoffentlich!) im Herbst nachgeholt. Wer sich jetzt schon filmisch darauf vorbereiten möchte, dann dies im TV tun. Da laufen auf SWR zunächst zwei klassische John-Ford-Filme mit John Wayne um 20.15 Uhr Der letzte Befehl (USA 1959) und um 22.15 Uhr Der Teufelshauptmann (USA 1949).
Alternativ zu sehen wäre um 23.10 Uhr auf 3Sat Sinola von John Sturges (USA 1972).
Dieser Spätwestern eines Hollywoodroutiniers ist laut Kritik „eine veredelte Django-Variante“ und präsentiert Clint Eastwood in der (aus heutiger Sicht höchst bedenklichen) Rolle eines einsamen Rächers.
Clint-Eastwood-Fans werden ebenso am Sonntag, den 24. Mai 2020 auf 3Sat mit legendären Italo-Western von Sergio Leone bedient. Um 22.00 Uhr gibt es Für eine Handvoll Dollar und um 23.40 Uhr die Fortsetzung Für ein paar Dollar mehr (Deutschland/Spanien/Italien 1964 bzw. 1965).

Samstag, 23. Mai 2020, 21.45 Uhr, One
Die Frau, die singt – Incendies
von Denis Vileneuve, Kanada/Frankreich 2010
Ein zu Unrecht weniger beachteter früherer Film des renommierten und vielseitigen kanadischen Regisseurs, der kürzlich für das Sequel zu „Blade Runner“ verpflichtet wurde.
Das oscarnominierte Drama basiert auf einem auch hierzulande erfolgreichen Theaterstück und erzählt mit großer emotionaler Wucht die Geschichte von aus dem Mittleren Osten stammenden Zwillingen, die nach dem Tod der Mutter in ihr Geburtsland zurückkehren, um ihren verschollenen Bruder und ihren unbekannten Vater wiederzufinden. Ein Meisterwerk.

Sonntag, 24.5. 2020, 0.10 Uhr, RBB
Eines Tages … And-Ek Ghes …
von Colorado Velcu und Philip Scheffner, Deutschland 2016
Ein kluger und auf Augenhöhe gedrehter Doku-Film über das Leben einer Roma-Familie, die nach Berlin übergesiedelt ist. In unserem Kino gab es hierzu eine Sonderveranstaltung mit fachkundigen Gästen, die in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Doku-Zentrum stattfand.

Montag, 25. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Das weiße Band
von Michael Haneke, Deutschland/Frankreich/Österreich/Italien 2009
Michael Hanekes in Schwarz-weiß gedrehtes Meisterwerk wurde weltweit für über 70 Filmpreise nominiert (u.a. für den Oscar), von denen es 40 gewinnen konnte (darunter die Goldene Palme in Cannes, drei europäische und 10 deutsche Filmpreise) ! Die Handlung ist kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs in einem abgelegenen Dorf in Norddeutschland angesiedelt, in dem sich mysteriöse Vorfälle ereignen. Eine grausame Kindheitsgeschichte, die sich auch politisch mit dem Aufkommen des künftigen Faschismus interpretieren lässt.

Mittwoch, 27. Mai 2020, 20.15 Uhr, ARD
Das freiwillige Jahr
von Ulrich Köhler und Henner Winckler, Deutschland 2019
Eine behutsam erzählte Vater-Tochter-Geschichte über den anstehenden Costa-Rica-Einsatz einer jungen Frau, die im Gegensatz zu den Willen ihres Vaters lieber zu Hause bleiben will.
Der Coming-of-Age-Film ist nicht nur Portrait einer unschlüssigen Generation, sondern kontrastiert gegensätzliche Lebensentwürfe. Die Regisseure gelten als Vertreter der „Berliner Schule“, einer Stilrichtung, die eher beiläufig erzählt und dramatische Höhepunkte vermeidet.

Mittwoch, 27. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Le passé – Das Vergangene
von Asghar Farhadi, Frankreich/Italien 2013
Das eindringliche und packende Familiendrama des renommierten iranischen Regisseurs und zweifachen Oscar-Preisträgers erzählt im Stil eines ruhigen Kammerspiels von einer gescheiterten Ehe und den komplexen zwischenmenschlichen Beziehungsproblemen der neuen Patchwork-Familie, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss. Berenice Bejo als Mutter erhielt 2013 bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis als beste Darstellerin.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)

Online-Tipp: Bad Seed Teevee

Ein besonderer Online-Tipp für alle, die mal keine Filme oder Serien sehen wollen:

Der Musiker Nick Cave betreibt seit einigen Wochen einen 24-Stunden-Stream, „Bad Seed Teevee“, mit Konzertmitschnitten und Interviews aus dem Universum seines Schaffens.

Ein großartiges Angebot von einem herausragenden Künstler. Übrigens war im Casa war vor einigen Jahren der 3D-Film „One More Time With Feeling“ zu sehen.

Corona-Tagebuch (11)

Was macht man so den ganzen Tag in einem geschlossenen Kino? Aktuell gibts ziemlich viel in Sachen PR zu tun: Wir haben in der letzten Woche diverse Interviews gegeben – und heute Abend kommt das Casa sogar ins Fernsehen: Um 21:00 und 23:00 Uhr läuft im Franken Fernsehen die Sendung „Kunst im Kontext„, die vor einigen Tagen im Casa aufgezeichnet wurde! Den Mediatheken-Link reichen wir nach …

Und auch im Radioprogramm von Bayern 2 waren wir zu hören – wer’s verpasst hat, hier kann man den Beitrag nachhören!

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 14. bis 20. Mai 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

Klassiker und Kultfilme

Samstag, 16. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
The Dark Knight Rises
von Christopher Nolan, USA/Großbritannien 2012

Sonntag, 17. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte – bis 31.5. in der Mediathek
Der Mann, der zuviel wusste
von Alfred Hitchcock, USA 1956

James-Bond-Filme

Donnerstag, 14. Mai 2020, 22.40 Uhr, Vox
In tödlicher Mission
von John Glen, Großbritannien 1981

Dienstag, 19. Mai 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Der Spion, der mich liebte
von Lewis Gilbert, Großbritannien 1977

Unsere speziellen Film-Tipps

Donnerstag, 14. Mai 2020, 20.15 Uhr, Vox
Snowden
von Oliver Stone, Deutschland/USA 2016

Der dreifache Oscar-Gewinner, dessen Filme nicht unumstritten sind, erzählt publikumswirksam und spannend die wahre Geschichte des CIA- und NSA-Mitarbeiters Edward Snowden, der mit seinen Enthüllungen einen der größten Politskandale der Gegenwart auslöste. Auch kommt Amerikas Staatsfeind Nummer eins am Ende direkt zu Wort. Amerikanische Studios lehnten das Drehbuch ab, so dass ein Großteil der Dreharbeiten in Deutschland stattfand. Der US-Start des Films musste mehrmals verschoben werden…

Donnerstag, 14. Mai 2020, 23.40 Uhr, WDR – bis 21.5. in der WDR-Mediathek
The Killing of a Sacred Deer
von Yorgos Lanthimos, Irland/Großbritannien 2017

Die abgründigen Filme des griechischen „Lobster“-Regisseurs haben Kultstatus und brachten ihn u.a. zahlreiche Nominierungen für Oscars und europäische Filmpreise ein. Sein rabenschwarzer kühler Thriller lehnt sich an dem griechischen Mythos der Iphigenia an, ist aber mit seiner düsteren Atmosphäre und dem Zusammenspiel von unheimlichen Bildern und eruptiver Gewalt ein subtiler Horror-Film. Ein angesehener Arzt lässt sich und seine Familie von einem jungen Mann zunehmend erniedrigen und terrorisieren, da er sich für den Tod dessen Vaters schuldig fühlt. Colin Farrell und Nicole Kidman spielen das Ehepaar, der junge irische Shooting-Star Barry Keoghan brilliert als psychopathischer Teenager.

Freitag, 15. Mai 2020, 23 Uhr, Pro7
Sicario
von Denis Villeneuve, USA 2015

Der renommierte und vielseitige kanadische Regisseur, der kürzlich für das Sequel zu „Blade Runner“ verpflichtet wurde, inszenierte hier einen explosiven und dicht inszenierten Thriller vom feinsten. Der Filmtitel leitet sich von der Bezeichnung für Auftragskiller der Drogenkartelle ab. Emily Blunt spielt eine FBI-Agentin, die gegen mexikanische Drogenkartelle kämpft und dabei auf Korruption in den eigenen Reihen stößt. Der Film ist um Authentizität bemüht, ehemalige CIA- und FBI-Agenten wurden als Experten hinzugezogen.

Samstag, 16. Mai 2020, 23.30 Uhr, RBB
Solo Sunny
von Konrad Wolf, DDR 1980

Warum empfehlen wir ausgerechnet einen 40 Jahre alten DEFA-Film ? Ganz einfach: Weil es viele wirklich sehenswerte DDR-Fime der 1960er und 1970er Jahre gibt und dieser – nach einem Buch von Wolfgang Kohlhaase – zu den Höhepunkten gehört. Der Film ist ein mutiges Plädoyer für Individualität und gegen gesellschaftliche Bevormundung: Eine junge Arbeiterin kündigt, tourt als Schlagersängerin mit einer Band und anderen Künstlern über die Dörfer und Klubs der damaligen DDR und muss mehrere persönliche und berufliche Rückschläge überwinden. Die mitreißende Renate Krößner erhielt für ihre Darstellung bei der Berlinale 1980 den Silbernen Bären, was zwar die DDR als Filmland aufwertete, ihre Karriere zu Hause aber ausbremste.

Sonntag, 17. Mai 2020, 23.35 Uhr, ARD
HERRliche Zeiten
von Oskar Roehler, Deutschland 2018

Diese gallige Gesellschafts-Satire nach der Romanvorlage eines umstrittenen Autors wurde trotz guter Besetzung (Oliver Masucci, Katja Riemann, Samuel Finzi und Andrea Sawatzki) bei Kritik und Publikum zwiegespalten aufgenommen. Er handelt von einem wohlsituierten Ehepaar, dass eine neue Haushälterin benötigt und eine Anzeige mit den Worten „Haussklave gesucht“ schaltet. Als sich ein fremder Mann einfindet, der diese Rolle auszufüllen gedenkt, beginnt ein böse endendes Spiel mit den Rollen von Herr und Diener. Wir sind höchst gespannt auf Oskar Roehlers neuen Film über Rainer Werner Fassbinder , „Enfant terrible“, den wir Ihnen zeigen, sobald die Kinos wieder geöffnet werden.

Montag, 18. Mai 2020, 20.15 Uhr bzw. 23.35 Uhr, Arte
The Square
von Ruben Östlund, Schweden/Deutschland/Frankreich/Dänemark 2017
Involuntary
von Ruben Östlund, Frankreich/Schweden 2008

Erst kürzlich lief „Höhere Gewalt“ (aktuell noch in der arte-Mediatkek zu sehen), nun gibt es sogar ein Double Feature mit Filmen dieses schwedischen Ausnahme-Regisseurs, der für „The Square“ 2017 zahlreiche europäische Filmpreise (u.a. die Goldene Palme in Cannes) abräumte und für den Auslands-Oscar nominiert war. Im Mittelpunkt der Story über politische Korrektheit steht ein Kurator eines modernen Kunstmuseums in Stockholm, der durch den Diebstahl seines handys und einen kontroversen Werbeclip für eine Kunstinstallation in eine existenzielle Krise gestürzt wird.
„Involuntary“ lief ebenfalls 2008 in einer Nebenreihe in Cannes und wurde als Schwedens Beitrag für den fremdsprachigen Oscar eingereicht, kam aber nie in deutsche Kinos. Es ist eine episodisch angelegte Komödie über Moral und Gruppenzwang und zeigt in mehreren 2-3-minütigen Szenen fünf sich unabhängig voneinander entwickelnde und eskalierende Geschichten. Zwischen diesen beiden Filmen gibt es ein Portrait des Regisseurs (auch online zu sehen).
Danach laufen zwei seiner früheren Kurzfilme aus den Jahren, von denen der eine bei der Berlinale 2010 mit dem Goldenen (Kurzfilm-)Bären ausgezeichnet wurde. Ein langer und lohnender Abend für alle Östlund-Fans.

Dienstag, 19. Mai 2020, 20.15 Uhr, Phoenix
Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel
von Christian Schidlowski, Deutschland 2018

Diese Doku lief im Sommer 2018 in unserem Kino und wurde wie folgt angekündigt: „Abenteuer Nachthimmel lädt ein zu einer einzigartigen Reise in die Nacht und begleitet dabei fünf der besten Sternenfotografen der Welt auf ihren abenteuerlichen Reisen zu den entlegensten Winkeln unseres Planeten, um uns den Nachthimmel und das Firmament in seiner ganzen Schönheit nahezubringen. Fünf Astrofotografen, fünf Erdteile: faszinierende Landschaften und Himmelsbilder, wie man sie noch nie gesehen hat.“ Nun denn, dann mal auf zu den Sternen.

Mittwoch, 20. Mai 2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
Full Metal Jacket
von Stanley Kubrick, Großbritannien/USA 1987

Der Anti-Kriegsfilm des „Meisters aller Genres“ (Siegfried König in seinem CasaAkademie-Seminar über Kubrick) gehört zu den Klassikern der kritischen Vietnamfilme. Nach einer knüppelharten Ausbildung bei den US-Marines zu einer willenlosen Kampfmaschine wird ein Soldat als Kriegsberichterstatter nach Vietnam geschickt und schonungslos mit der dortigen Realität konfrontiert. Basierend auf tatsächlichen Erlebnisberichten, wollte Kubrick einen realistischen Film drehen und arbeitete sich akribisch in Dokumentarmaterial ein. Sein Darsteller des militärischen Schleifers R. Lee Ermey wurde tatsächlich in Vietnam eingesetzt.

Mittwoch, 20. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Happy End
von Michael Haneke, Deutschland/Österreich/Frankreich/Italien 2017

Für Nicht-Eingeweihte: Michael-Haneke-Filme sind eher düsterer Grundstimmung, vom Stil her ziemlich unterkühlt und nicht selten sperrig, auch dann, wenn sie wie hier mit Isabelle Huppert, Jean-Luis Trintignant und den deutschen Newcomer Franz Rogowski hochkarätig besetzt sind. Der vielfach in Cannes ausgezeichnete und mit dem europäischen Filmpreis (für „Das weiße Band“) und dem fremdsprachigen Oscar (für „Liebe“) bedachte Regisseur gehört zu den ganz großen europäischen Autorenfilmern. Sein bisher letztes Werk kreist um die Neurosen einer reichen Industriellenfamilie und konfrontiert sie mit den realen Problemen asylsuchender Menschen. Der Titel ist natürlich ironisch gemeint, denn Haneke garniert auch diese Geschichte mit dem von seinen bisherigen Filmen bekannten Zynismus.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)

TV- und Mediatheken-Tipps für die Zeit vom 7. bis 13. Mai 2020

Hier die TV- und Streaming-Tipps für die kommende Woche.
Bei den Ö/R-Sendern sind die Filme meist ab der Ausstrahlung als Stream abzurufen – wir bemühen uns, die Links kurzfristig nachzureichen!

Wer gleichzeitig seinem Lieblings-Kino etwas Gutes tun will, kann natürlich gern eines unserer virtuellen Spenden-Tickets kaufen – das ist kein Muss, hilft uns in der aktuellen Situation aber sehr!

 

Klassiker und Kultfilme

 

Sonntag, 10. Mai 2020, 20.15 Uhr, Arte
Nur die Sonne war Zeuge
von Rene Clement, Frankreich/Italien 1959

Montag, 11. Mai 2020, 22.05 Uhr, Arte
Do the Right Thing
von Spike Lee, USA 1989

Mittwoch, 13. Mai 2020, 20.15 Uhr, Kabel 1
Forrest Gump
von Robert Zemeckis, USA 1994

Mittwoch, 13. Mai 2020, 23.10 Uhr, Kabel 1
The Sixth Sense
von M. Night Shyamalan, USA 1999

James-Bond-Filme

Donnerstag, 7. Mai 2020, 22.10 Uhr, Vox
Moonraker
von Lewis Gilbert, Großbritannien/Frankreich 1979

Dienstag, 12. Mai 2020, 20.15 Uhr, Nitro
Der Mann mit dem goldenen Colt
von Guy Hamilton, Großbritannien 1974

Unsere speziellen Film-Tipps

Donnerstag, 7. Mai 2020, 23.40 Uhr, WDR – In der Mediathek abrufbar
Timbuktu
von Abderrahmane Sissako, Frankreich/ Mauretanien 2014

Dieser erschütternd im dokumentarischen Stil gehaltene Spielfilm schildert die im Jahre 2012 erfolgte Besetzung von Timbuktu (Mali) durch Dschihadisten einer Qaida-nahen Gruppe und den zum Scheitern verdammten Widerstand der Bevölkerung. Der mauretanische Regisseur steht für die Filmkunst des afrikanischen Kontinents, sein Film wurde sowohl in Cannes prämiert als auch für den Auslands-Oscar nominiert.

Freitag, 8. Mai 2020, 22.25 Uhr, 3Sat – bis 7.6. in der Mediathek abrufbar
Der Hauptmann
von Robert Schwentke, Deutschland/Frankreich/Polen 2017

Die Handlung orientiert sich an der Biografie des deutschen Kriegsverbrechers Willi Herold, der in den letzten Kriegstagen 1945 die Uniform eines Luftwaffen-Hauptmanns findet und fortan in dessen Rolle zahlreiche Menschen quält und tötet. Max Hubacher bekam für dessen Darstellung den bayerischen Filmpreis, die Nebenrollen sind u.a. mit Milan Peschel, Alexander Fehling und Frederick Lau prominent besetzt. In Schwarz-weiß gedreht, mit grausamen Szenen durchsetzt, bietet dieses eindringliche Kammerspiel eine schockierende Studie über die Wirkung der Macht von Menschen über andere.

Samstag, 9. Mai 2020, 21.45 Uhr, One
Hannah Ahrendt
von Margarethe von Trotta, Deutschland/Luxemburg/Frankreich/Israel 2012

Die Grande Dame des deutschen Films – von uns in der CasaAkademie über „Frauen auf dem Regiestuhl“ geehrt – zeigt ihre Lieblingsschauspielerin Barbara Sukowa in der Rolle der als Kommentatorin des Eichmann-Prozesses bekannten gewordenen jüdischen Publizistin. Ein starkes Frauenportrait und ein Stück Zeitgeschichte, das bis heute aktuell geblieben ist.

Montag, 11. Mai 2020, 22.25 Uhr, 3Sat
Tomorrow: Die Welt ist voller Lösungen
von Melanie Laurent/ Cyril Dion, Frankreich 2015

In zehn Ländern der Welt gedreht, zeigt der Doku-Film verschiedene Projekte und Initiativen mit alternativen ökologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Ideen als Lösungen global zunehmender Probleme wie der Energie- und Ressourcenverknappung und dem Klimawandel. Als optimistischer Beitrag in Krisenzeiten eine willkommene Nervennahrung.

Mittwoch, 13. Mai 2020 20.15 Uhr Arte – bis 19.5. in der arte-Mediathek
Höhere Gewalt
von Ruben Östlund, Schweden 2014

Der Vorgänger-Film des Regissseurs von „The Square“, der 2017 zahlreiche europäische Filmpreise abräumte und für den Auslands-Oscar nominiert war. Ein Ehepaar verbringt mit den Kindern einen harmonischen Skiurlaub – bis eine Lawine nicht nur kurzzeitig Panik verursacht, sondern auch gewaltige Risse in der Beziehung des Paares zur Folge hat. In der Auseinandersetzung mit dem männlichen Rollenverständnis ein ungemütliches Unterfangen.

Mittwoch, 13. Mai 2020 22.10 Uhr Arte – bis 19.5. in der arte-Mediathek
Loveless
von Andrei Swjaginzew, Russland 2017

Das todtraurige Familiendrama des „Levianthan“-Regisseurs war für den Auslands-Oscar nominiert und wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht ein 12jähriger Junge, der nach der Trennung seiner Eltern beiden Elternteilen bei der Verwirklichung ihrer weiteren Lebensentwürfe im Wege steht. Die düstere Studie über die aktuell von Materialismus und Egoismus geprägte russische Gesellschaft korrespondiert mit einen kühlen Inszenierungsstil.

Mittwoch, 13. Mai 2020 1.55 Uhr (d.h. Donnerstag) ARD – bis 14.8. in der Mediathek
Dreileben – Komm mir nicht nach
von Dominik Graf, Deutschland 2011

Obwohl er überwiegend fürs Fernsehen arbeitet, hat Dominik Graf mit seinen Polizei- und Unterweltfilmen (z.B. der Serie „Im Angesicht des Verbrechens“) seit vielen Jahren in der deutschen Filmszene einen hervorragenden Ruf. Seine Thriller sind oft von rauer Machart und wurden wie dieser 2. Teil einer Triologie mit zahlreichen Fernsehpreisen ausgezeichnet. Keine Ahnung, warum man so was ins Fernseh-Nachtprogramm verbannt. Der einzige, der sich darüber freuen kann, ist der heimische DVD-Recorder.

(zusammengestellt von Rainer Mesch, CasaAkademie)

#supportyourlocalcinema – aber wie? (Update)

Derzeit sind die sozialen Medien voll von Ideen, wie man lokale Kinos, Kulturorte, Geschäfte und vieles anderes unterstützen kann. Alle kleinen und großen Anbieter, deren Markt gerade völlig stillsteht, haben gerade massive Probleme und suchen verständlicherweise nach Wegen, doch ein paar Einnahmen zu generieren.

Hier ein kleiner Überblick über Ideen, die aktuell unterwegs sind – und Einschätzungen darüber, ob sie das lokale Kino wirklich unterstützen, ziemlich subjektiv vielleicht aus Sicht des Casablanca: Es mag sein, dass andere Kinos das ganz anders sehen …
Einige Fachbegriffe sind kursiv geschrieben – zu ihnen lässt sich eine Erklärung einblenden:

„On Demand“-Angebote

Viele große und kleine Filmverleiher ziehen bei Filmen, die eigentlich jetzt oder in den nächsten Wochen hätten ins Kino kommen sollen die Reißleine und stellen sie online verfügbar – entweder auf den großen SVoD-Kanälen (also Abo-Modellen) wie Netflix oder Amazon Prime oder als TVoD-Angebote, also per Bezahlung pro Stream.

Vorab: So sehr wir als Kinos sonst drauf bestehen, dass die Regeln unsere Branche über die Auswertungsfenster eingehalten werden, so sehr verstehen wir das Dilemma, dass Verleiher jetzt auf die Einnahmen verzichten müssen, die im Zuge der Kinoauswertung nun eingeplant haben.

Generell ist es natürlich schön, wenn man mit dem eigenen Konsumverhalten nicht nur die Branchenriesen unterstützt, sondern auch mal einen Film eines kleinen Verleihs online schaut und bezahlt.

„On Demand“ mit Beteiligung der Kinos

Manche Verleiher sind mit Angeboten an den Start gegangen, bei denen die Kinobetreiber an den Umsätzen, die jetzt online erzielt werden, mit den Kinobetreibern geteilt werden – sicher oft aus Solidarität, aber natürlich auch in der Hoffnung, dass die Kinobetreiber diese Aktionen über ihre Kanäle mit bewerben.

Für die Kinobetreiber ist es gar nicht leicht, sich hierzu zu positionieren, schon weil die Konditionen sehr unterschiedlich sind:

Manchmal werden die Umsätze unter allen beteiligten Kinos aufgeteilt, wie zum Beispiel beim oft genannten Angebot von Grandfilm – hier geht ein durchaus fairer Anteil an eine definierte Zahl von Kinos, allerdings unabhängig davon, wie sehr ein Kino die Sache bewirbt – das führt zum Problem, dass ein Kino, das sich richtig reinhängt, trotzdem pro gekauftem Film nur einen kleinen Betrag bekommt, das Publikum aber womöglich zu Unrecht davon ausgeht, „sein“ Kino zu unterstützen.

Im ebenfalls viel diskutierten Fall der „Känguru-Chroniken“ sollen 15 Prozent der Umsätze an einen „Hilfsfonds“ überwiesen, der den Kinos zugute kommen soll – immerhin sollen die Kinos sich hier nicht an der Werbung beteiligen.

Manchmal sind schon die Konditionen so undurchsichtig, dass es schwer fällt, sich zu beteiligen – wie in einem Fall, der gerade mal „25 Prozent des Gewinns“ an die Kinos ausgespielt werden, aber erst mal ein hoher fünfstelliger Kostenblock des Verleihs bedient wird – aller Voraussicht nach wird da kaum was bei den Kinos ankommen.

Es gibt auch einige echt faire Angebote – zum Beispiel von Interfilm, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten, zum Beispiel bei Shorts Attack. Es wird einigen Tagen eine virtuelle Ausgabe von Shorts Attack geben, die online gekauft werden kann – und bei diesem Modell geht fair und transparent der gesamte Betrag (!) nur abzüglich der Kosten für den Dienstleister, der die Technik bereitstellt an uns.

Auch mit der Edition Salzgeber präsentieren wir in Zukunft einige Filme als solidarische Online-Starts, ggf. kommen noch andere Verleiher hinzu.

Update: Unsere Faustregel: Wir erwarten, dass die Einnahmen fair und transparent aufgeteilt werden – bei allem, was wir über unsere Kanäle anbieten, können Sie sicher sein, dass das der Fall ist. „Fair“ bedeutet hier: Die Umsätze abzüglich des Anteils, der an den technischen Dienstleister (also z.B. Vimeo) müssen mindestens halbe/halbe zwischen Kino und Verleih geteilt werden. Und es soll so sein, dass die Umsätze über „unsere“ Gäste gezielt uns zugute kommen und nicht in einer Mischkalkulation zwischen allen Kinos aufgeteilt werden.

#hilfdeinemkino

Viel beachtet wird auch die Aktion #hilfdeinemkino von Werbe Weischer. Hier kann man online Werbung schauen und unterstützt dann ein auszuwählendes Kino. Klingt gut – ist aber vor allem eine Aktion eines Werbemittlers, der seine Werbekunden bei der Stange halten muss. Die Kinos, die auf der Seite auszuwählen sind, sind nicht zwingend Kunden bei Werbe Weischer (das Casa ist es zum Beispiel nicht) und es wurde den Kinos nicht kommuniziert, wie viel Geld sie bei dieser Aktion erhalten. Insofern: Irgendwie schon ok, aber es fällt schwer, das anzupreisen – man sollte sich jedenfalls nicht die Hoffnung machen, „sein“ Kino in großem Maße zu unterstützen.

Update: Inzwischen wurde bekannt, wie hoch der Betrag ist, der an das Kino geht. Es ist etwas mehr als 1 Cent pro angesehenem Video-Clip (wobei für die Eigenwerbungs-Clips („Leuchtspuren“) nichts bezahlt wird. Das finden wir nicht fair und haben Werbe Weischer aufgefordert, uns von deren Seite zu nehmen (was auch passiert ist).

Update: „Kino on Demand“

Ein ebenfalls viel beachteter Anbieter ist die Firma „Kino on Demand“. Sie bietet Streams im als TVoD-Angebote an, mit einem Fokus auf den Arthouse-Sektor, für ca. 5 EUR pro Film. Früher lief das so, dass die Kinos mit einem (niedrigen) prozentualen Anteil beteiligt wurden, inzwischen sind die Kinos nur noch dadurch beteiligt, dass die Kunden nach dem ersten und dann nach jedem fünften gekauften Film einen 5-EUR-Gutschein für das gewählte Kino erhalten. Nur bei einigen wenigen und deutlich teureren Filmen („Deutschlandpremieren“) werden Kinos prozentual beteiligt.

„Kino on Demand“ formuliert das sehr missverständlich – viele Kunden verstehen das Modell so, dass die Kinos bei jedem Sehen einen Anteil des Geldes erhalten – tatsächlich wird aber maximal 1 EUR pro gesehenem Film in Form von Gutscheinen bezahlt, es ist natürlich in der Realität noch deutlich weniger, denn die Kinos sehen also außer bei den „Deutschlandpremieren“ erst dann Geld, wenn diese Gutscheine auch eingelöst werden.

„Kino on Demand“ hat die missverständlichen Formulierungen in den letzten Tagen nach deutlichen Protesten vieler Kinos (auch des Casablanca) und der AG Kino etwas verbessert.

Man könnte nun sagen „Aber die Kinos können doch selbst entscheiden, ob sie da dabei sein wollen“ – wenn es denn so wäre: „Kino on Demand“ führt auf seiner Seite viele Kinos auf, mit denen gar keine Vereinbarung für eine Zusammenarbeit besteht. Wie es dazu kommt, ist derzeit noch in Klärung – Tatsache ist aber, dass das Casablanca und viele andere Kinos in Vergangenheit als Partner-Kinos gelistet wurden. Da die Liste der Kinos nur für angemeldete Kunden zu sehen ist, war uns das anfangs nicht aufgefallen. Inzwischen wurden wir gelöscht – wir wollen kein Teil dieses Modells sein, das wir nicht für fair halten.

Leider haben ca. 25 Leute sich wohl im guten Glauben, uns damit etwas Gute zu tun, bei Kino-on-Demand registriert und Gutscheine fürs Casablanca erhalten. Wir haben Kino on Demand aufgefordert, diese Menschen anzuschreiben mit der Bitte, uns zu kontaktieren. Sollten Sie betroffen sein, melden Sie sich bitte per Email an info@casablanca-nuernberg.de bei uns und schicken uns den Gutschein weiter – wir lösen ihn ein und schicken Ihnen stattdessen eine Freikarte für eine beliebige Vorstellung und einen Getränkegutschein!

Direkte Unterstützung an ein Kino

Wie unterstützt man „sein“ Kino am besten? Fürs Casablanca gibt es da folgende Methoden:

Ganz ohne Geld:

Folgt uns in den sozialen Medien, gebt uns gute Bewertungen bei Google, Facebook & Co, beteiligt Euch an unseren Aktionen und teilt unsere Beiträge, werbt für uns in Eurem Freundeskreis – so tragt Ihr unsere Informationen in Eure Freundeskreise und schenkt uns Eure Reichweite.

Per Spende:

Das ist natürlich die lukrativste Unterstützung für uns, keine Frage – wenn Ihr es Euch leisten könnt oder wollt (und Ihr müsst Euch bestimmt nicht entschuldigen, wenn Ihr in der aktuellen Situation jeden Euro zweimal umdreht!) hilft uns jeder Euro sehr. Der Casa e.V. ist gemeinnützig – Eure Spende ist steuerlich absetzbar!

Für Spenden ab 30 Euro erhaltet Ihr wenn Ihr wollt, eine individuelle Grußbotschaft, die wir auf unsere Programmanzeiger stecken …

Ihr könnt spenden:

 

Mit einer Mitgliedschaft im Casa e.V.

Der Verein, der unser Kino betreibt, hat aktuell fast 1.200 Mitglieder – und täglich werden es mehr. Mit einer Mitgliedschaft werdet Ihr zu einem kleinen Teil Eures Kinos! Aktuell müsst Ihr im ersten Jahr nur die Hälfte des Mitgliedsbeitrages zahlen.

Mit einem Gutscheinkauf.

Mit jedem Gutschein, den Ihr kauft, gebt Ihr uns einen kleinen gebührenfreien Kredit – Geld, das wir jetzt dringend brauchen, auch wenn wir es natürlich später in Form eines Kino- oder Kneipenbesuchs zurückgeben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten – mehr Infos hier!

Und die Nachbarn?

Und, Blick über den Tellerrand: Schaut auch mal bei unseren Kolleginnen und Kollegen vorbei – das Casablanca ist nur eines von vielen tollen kleinen inhabergeführten Kinos in der Region, da gibts auch das Babylon in Fürth, das Lamm in Erlangen, das Mobile Kino mit seinen Open Air-Programmen, das Fremdsprachenkino Roxy oder die tollen Kollegen in Bamberg und Würzburg!

Dokumentarfilme in der Mediathek der Bundeszentrale für Politische Bildung

Ein kleiner Geheimtipp für alle, die gern großartige Dokumentarfilme sehen – kostenlos und werbefrei:

Die Bundeszentrale für Politische Bildung hat aktuell eine ganze Reihe von Dokus online gestellt, die wir in den letzten Jahren im Casa gezeigt haben. Hier eine Auswahl – in der Mediathek sind noch weitere Filme zu finden!

Plastic Planet
von Werner Boote
Ein Klassiker aus dem Bereich Nachhaltigkeit – leider noch nicht überholt.

The Cleaners
von Hans Block und Moritz Riesewieck
Einer der bedrückendsten Dokumentarfilme, die wir in den letzten Jahren im Programm hatten. Wie geht es den Leuten, die für Facebook & Co Online-Kommentare und Inhalte sichten müssen und gewaltverherrlichende, brutale oder politisch extreme Inhalte löschen?
Viele von ihnen sitzen in den Philippinen. Dieser herausragende Film (dessen Autor wir damals zu Gast hatten) blickt hinter die Kulissen.

I am Not Your Negro
von Raoul Peck
Aus unserer Reihe „Black Lives in America“: Das oscar-nominierte Porträt des amerikanischen Schriftstellers James Baldwin ist gleichzeitig eine Geschichte der Bürgerrechtsbewegung bis in die Jetztzeit.

Im Strahl der Sonne
von Vitaly Mansky
Ein Einblick in eine fremde Welt: Der Filmemacher Vitaly Mansky durfte in Nordkorea drehen, immer streng bewacht von Mitarbeitern des Staates. Er hält sich genau an die Vorgaben des Regimes – und macht die Inszenierung dennoch nicht mit. In Drehpausen läuft seine Kamera weiter und lässt Blicke hinter die sorgsam inszenierte Realität zu.

Waldheims Walzer
von Ruth Beckermann
Ein Film, der leider nicht im Casa lief – auch wenn wir ihn gern im Programm gehabt hätten. Ein Dokumentarfilm, der einem als Nachgeborenem den Mund offen stehen lässt: Ist das, was der ehemalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim im Umgang mit seinem Nazi-Lebenslauf geleistet hat, wirklich so passiert?